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Lotte Loebinger
Neue Film Welt

Neuer deutscher Film braucht ehrliche Menschen

Lotte Loebinger spielt unverblümt
Ihre berufliche Karriere startete die kleine, schmächtige Lotte Loebinger hinter einem Verkaufstisch in einem Warenhaus. Über ihre Kundschaft machte sie sich nicht lustig. Lotte will nämlich helfen. Durch die Schauspielerei sieht sie eine Möglichkeit dazu. Das bringt sie schließlich zum Theater. Die Zeitschrift Neue Film Welt widmet ihr 1947 einen Bericht.
Von  Barbara Mayr/Filmreporter.de,  10. Dezember 2019
Schauspielerin Lotte Loebinger
Neue Film Welt
Schauspielerin Lotte Loebinger

Keine Kritik auf Theaterbrettern

Auf der Berliner Theaterbühne spielt Loebinger in "Der Kaufmann von Berlin" und in Ernst Tollers Stück "Hoppla, wir leben!". Ihre Darstellung von Arbeiterfrauen und Dirnen auf den Brettern ist eine Anklage an die soziale Ordnung der Nation. So verzeichnet sie ihre ersten Erfolge. Das Berliner Theater hatte jedoch keinen Platz für eine Kritikerin, die unbequeme Dinge ungeschminkt ausspricht. So findet Loebinger in Moskau schließlich eine zweite Heimat. Dort spielt sie ihre erste Titelrolle in "Kämpfer".

Dies verhalf ihr zu großer, internationaler Aufmerksamkeit. Zurück in Deutschland findet sie erneut den Weg auf die Leinwand. In "Irgendwo in Berlin" spielt sie die Mutter eines unheilbar kranken jungen Mannes, der gerade aus dem Krieg zurückkehrte. Nach einer Episodenrolle in "Ehe im Schatten" bekommt sie in "Grube Morgenrot" die Hauptrolle der Bergarbeiterfrau. Der Realismus des neuen deutschen Films braucht eine ehrliche Darstellerin - einen Menschen wie Lotte Loebinger.


Cover der Neuen Filmwelt, 2. Heft, 1. Jahrgang 1947
Neue Filmwelt
Cover der Neuen Filmwelt, 2. Heft, 1. Jahrgang 1947

Die perfekte Arbeitermutter

Nachdem die geborene Polin Lotte Loebinger vor den Nationalsozialisten aus Deutschland nach Russland geflohen ist, kehrte sie 1945 nach Berlin zurück. Dort spielte sie am Deutschen Theater und am Maxim-Gorki-Theater. Sie erhält zahlreiche Neben- und Hauptrollen bei DEFA- und DFF Produktionen. Für die perfekte Verkörperung der Arbeiterfrau und -mutter mit sozialistischer Überzeugung erhält sie vier Auszeichnungen. 1951 den Nationalpreis der DDR und dreimal den Kunstpreis (1977 und zweimal 1978). Bis 1994 ist sie zudem häufig im Fernsehen zu sehen. 1999 stirbt Lotte Loebinger in Berlin.
Von  Barbara Mayr/Filmreporter.de,  10. Dezember 2019

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