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Judith Dornys
Jüngste Primaballerina der Welt

Judith Dornys zeigt ihr Talent

Die Film Revue besucht Judith Dornys bei Ballettproben. Mit ihren 19 Jahren ist die Ungarin die jüngste Primaballerina der Welt, berichtet die Filmzeitschrift in ihrem Heft vom 24. Mai 1960. Als Tanja im Kriegsfilm "Strafbataillon 999" macht sie erstmals auf sich aufmerksam. "Ich bin sehr froh, daß ich meine erste Rolle nicht mußte tanzen", gesteht sie in gebrochenem Deutsch. "Sonst muß ich immer tanzen und komme deshalb gar nicht zum Spielen. Umgekehrt ist besser: erst spielen und dann tanzen."
Von  Isabel Pluta/Filmreporter.de, 15. Juli 2015

Judith Dornys mit Tanzpartner Wolfgang Leistner

Judith Dornys mit Tanzpartner Wolfgang Leistner

Judith Dornys tanzt um die Welt
Ihr Vater ist Jurist, ihre Mutter 'einfach nur' Mutter. Woher Judith Dornys ihr Tanztalent hat, weiß sie nicht. 1949 springt die zierliche Ungarin mit acht Jahren erstmals am Budapester Theater graziös über die Bühne. Als 14-Jährige wird sie Solo-Tänzerin am kanadischen Nationalballett und tritt als Gasttänzerin in Philadelphia, New York und Florida auf. Die vielen Auftritte und das Herumreisen zehren am jungen zierlichen Körper des Mädchens.

Trotzdem macht sie weiter, nun wieder auf ihrem Heimatkontinent. Sie tanzt sich durch Frankreich, Portugal, Italien und schließlich auch durch Deutschland. Dort wird die mittlerweile 16-Jährige von einer deutschen Ballettchoreografin entdeckt. Da Dornys eine junge Dame von Welt ist, ignoriert sie auch bei der Partnerwahl alle Grenzen. Seit Weihnachten 1959 ist die nun 19-Jährige mit einem dänischen Industriellen verheiratet. Ob sie Ehe, Tanz- und Schauspielkarriere unter einen Hut bringen kann, wird sich zeigen.

Judith Dornys beim Ballettunterricht

Judith Dornys beim Ballettunterricht

Jüngste Ballerina bleibt unbeachtet
Den einzigen größeren Auftritt in einem Kinofilm hatte Judith Dornys 1964 in "Die Gruft mit dem Rätselschloß", einer Romanadaption von Edgar Wallace' "Der Safe mit dem Rätselschloß". 1969 drehte sie mit der Komödie "Warum hab ich bloß 2 x ja gesagt?" ihren letzten Film. Danach zog sie sich aus dem Schauspielgeschäft zurück. Als Tänzerin wurde sie hingegen weltweit engagiert.

Dornys emigrierte mit ihren Eltern zunächst nach Paris. Später lebte die am 21. Februar 1941 in Budapest geborene Tänzerin einige Jahre in Kanada und nahm die kanadische Staatsbürgerschaft an. Nachdem sie nach Berlin zog, tanzte sie als jüngste Ballerina an der Städtischen Oper und erhielt 1959 den Kritikerpreis. Die Begründung lautete, sie sei ein vielversprechendes Talent, das große Ausdrucksfähigkeit mit erstaunlicher Beherrschung der technischen Mittel verbinde. Im gleichen Jahr drehte sie mit "Strafbataillon 999" ihren ersten Film. Ob die talentierte Tänzerin ihr Primaballerina-Dasein für das Kino an den Nagel gehängt hat, ist unklar. Angesichts des mangelnden Leinwand-Erfolges wäre es bedauerlich.
Isabel Pluta/Filmreporter.de - 15. Juli 2015
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