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Dany Carrel posiert
Rotschopf sorgt für Abwechslung

Dany Carrels Freizügigkeit

Dany Carrel lebt mit ihrer jüngeren Schwester bei Onkel und Tante in einer schlossähnlichen Villa in Paris. Dort besucht die die Filmzeitschrift Film Revue die zierliche Schauspielerin, die sich als zuvorkommende Gastgeberin erweist. Die rothaarige Schönheit verkörpert eine perfekte Mischung aus scheuer Zurückhaltung und weiblicher Neugierde, aus spitzbübischer Leichtigkeit und erotischer Ausstrahlung. Ebenso abwechslungsreich wie ihr Mienenspiel ist ihre Rollenauswahl: Mal gut, mal böse, naiv oder raffiniert. Zuletzt gab sie für Helmut Käutner in "Die Gans von Sedan" ein braves Bauernmädchen, das sich während des Deutsch-Französischen Krieges in Landsturmmann Hardy Krüger verliebt.
Von  Tobias Röhring/Filmreporter.de, 28. August 2015

Eine lächelnde Dany Carrel

Eine lächelnde Dany Carrel

Fleißige Künstlerin
Dany Carrel wurde am 20. September 1932 im heutigen Vietnam als Yvonne Suzanne Chazelles du Chaxel geboren. Nach dem Tod ihres Vaters kam sie mit drei Jahren in dessen Heimatland Frankreich. Schon früh entdeckte das Mädchen seine künstlerische Ader, die es im Schauspiel- und Tanzunterricht auslebte. Die ambitionierte Jugendliche erklomm die Pariser Theaterbühne und nahm den prägnanteren Künstlernamen an. 1953 überzeugte Carrel mit ihrer erste Filmrolle in Henri Decoins "Im Schlafsaal der großen Mädchen" an der Seite von Jean Marais und Jeanne Moreau. Auf das Debüt folgten in den anschließenden sieben Jahren 20 weitere Filme. Mit ihrer ersten Hauptrolle in "Engel der Halbstarken" empfahl Carrel sich dem berühmten Regisseur René Clair, der sie danach zwei Mal besetzte. Wie die Film Revue am 2. Februar 1960 berichtet, sind ihre nächste Projekte die amerikanische Produktion "The Enemy General" und das französische Drama "Quai du Point-du-Jour".

Dany Carrel akrobatisch

Dany Carrel akrobatisch

Aufsehenerregende Freizügigkeit
Mit den beiden letztgenannten Produktionen konnte Dany Carrel keine weiteren Erfolge verbuchen. Das tat ihrer Filmkarriere aber keinen Abbruch, denn in den 1960er Jahren trat die Schauspielerin in nahezu 20 Filmen auf. Darunter befand sich auch das unvollendete Projekt "L'enfer" von Henri-Georges Clouzot, dessen Odyssee 2009 in der Dokumentation "L'enfer d'Henri-Georges Clouzot" geschildert wurde. 1968 gelang die Zusammenarbeit mit dem "Lohn der Angst"-Regisseur: In "Seine Gefangene" posierte Carrel als Nacktmodell für Fotoaufnahmen im durchsichtigen Regenmantel und sorgte damit für Aufsehen. Ab 1972 konzentrierte sich die für ihre freizügigen Szenen bekannte Darstellerin vornehmlich auf Fernseh- und Theaterrollen. Nach ihrem Auftritt in der französischen TV-Produktion "Le saut du lit" (1989) zog sie sich aus der Schauspielerei weitgehend zurück. Fünf Jahre später trat Carrel ein weiteres Mal vor die Kamera, um in der Verfilmung ihres autobiographisch gefärbten Romans "L'annamite" sich selbst zu spielen.
Tobias Röhring/Filmreporter.de - 28. August 2015
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