Majestic Filmverleih
Elmar Wepper in "Kirschblüten - Hanami"
Elmar Wepper reift im Alter
Starfeature: Mein Bruder ist ein Löwe
Vieles dreht sich bei Elmar Wepper um seine Familie. Ihn verbindet nicht nur ein enges Verhältnis zu seiner Mutter, auch sein älterer Bruder Fritz übte Zeit seines Lebens einen großen Einfluss ihn aus. Ohne ihn wäre Elmar wahrscheinlich nicht zur Schauspielerei gekommen. Dafür ist er ein viel zu ruhiger und besonnener Typ. Auch wenn Elmar stets deutlich macht, dass er auf Aufregung gerne verzichten kann, so überrascht er doch in vielerlei Hinsicht.
erschienen am 20. Juni 2022
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Elmar Wepper (Kirschblüten - Hanami")
So heiratete er erst im Alter von 60 Jahren und freute sich, in Doris Dörries Werk "Kirschblüten - Hanami" seine erste Charakterrolle spielen zu dürfen. Dafür nahm er die Unannehmlichkeiten eines unkonventionellen Drehs in Japan gerne auf sich.

Elmar Wepper ist mit seinen 64 Jahren mittlerweile ein alter Hase im Showgeschäft. Seine erste Rolle spielte er vor rund 50 Jahren am Theater, nachdem er zuvor schon fürs Radio gearbeitet hatte. Eigentlich wollte er mal Arzt werden. Doch schon damals setzte sich die bequeme Seite seiner Persönlichkeit durch, wie er im Februar 2008 in einem Interview mit der Wochenzeitung Die Zeit verriet. "Nach der Bundeswehr dachte ich, nee, das Medizinstudium ist mir zu stressig, und habe darum Theaterwissenschaften und Germanistik studiert." Schuld an seiner Berufsentscheidung ist sein älterer Bruder. "Da hat der Fritz mich auf dem Gewissen", sagt er lachend.
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Elmar Wepper und Aya Irizuki
Der drei Jahre ältere Fritz hat schon früh großen Einfluss auf seinen kleinen Bruder ausgeübt - wie das bei Geschwistern nun mal der Fall ist. Elmar bezeichnet ihn gerne mal als Löwen, dem er hinterher dackelte. Vor allem musste Fritz den Vater ersetzen, den Elmar nie kennen lernte. Der starb im Zweiten Weltkrieg als die Mutter mit Elmar schwanger war. Lange hoffte die Familie, ihn wiedersehen zu können, hoffte, dass auch sein Name unter den Listen der Rückkehrer zu finden sei. In den 1970er Jahren entschied sich Elmars Mutter schließlich, ihren Mann für tot erklären zu lassen. Wahrscheinlich erfror ihr Mann in der Ukraine. So musste eben Fritz seinen Einfluss auf den kleinen Bruder ausüben.
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Elmar Wepper in "Kirschblüten - Hanami"
Auch in der Pubertät hielt das enge Verhältnis der Brüder, selbst als es auch beim Thema Mädchenbekanntschaften etwas schwierig wurde. "Glücklicherweise kamen wir uns nur ein einziges Mal in die Quere. Sie hatte schwarze Haare und tolle Augen". Ein inniges Verhältnis verbindet den Schauspieler zudem mit seiner Mutter. Diese reagierte ziemlich eifersüchtig, als er im Alter von 17 Jahren anfing, mit Mädchen auszugehen. Dass Elmar erst so spät in den Hafen der Ehe einlief, erklärt er unter anderem damit, dass seiner Mutter keine Frau recht gewesen sei. Er glaubt, dass die Witwe Angst hatte, ihren jüngsten Sohn zu verlieren und zu vereinsamen. Erst knapp 60-jährig machte Elmar aus seiner wilden, eine eingetragene Ehe.
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Kirschblüten - Hanami
Ohnehin ist Elmar ein besonnener Mensch, was ihn von seinem Bruder doch unterscheidet. Während Elmar seine Ruhe genießt und Konflikten aus dem Weg geht, liebt es Fritz, vom Golfplatz in Florida direkt zum Filmset nach Bayern zu fliegen. "Ich liebe meinen Beruf, aber das ist nicht mein Leben", so der jüngere Bruder. Er ist einfach nicht der Typ, von einem exotischen Ort zum nächsten zu reisen, ständig in wechselnden Beziehungen zu leben oder sich auf Promi-Partys herumzutreiben. "Ich mag vertraute Situationen, und das verstärkt sich, je älter ich werde." Obwohl er Neues lieber vermeidet, ist er doch froh, im gestandenen Alter endlich mal eine Charakterrolle gespielt zu haben. In Doris Dörries "Kirschblüten - Hanami" verkörpert er Rudi, einen Mann, der unerwartet seine Frau verliert. Rudi ist ihm sehr ähnlich und es scheint, als habe Doris Dörrie ihm die Rolle auf den Leib geschrieben. Seine Darstellung hielt viel Neues für Elmar bereit. So war er zum ersten Mal zu Gast auf der Berlinale. Aber eine gewisse Aufregung braucht der Mensch wohl, um sein Leben interessant zu gestalten und so freut er sich, dass die an ihn gerichteten Rollenangebote mit zunehmendem Alter interessanter werden.
erschienen am 20. Juni 2022
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Elmar Wepper wollte Arzt werden. Dem schauspielernden Bruder Fritz haben wir es zu verdanken, dass er sich anders entschied und Theaterwissenschaften studierte. Auch in der Fernsehserie "Der Kommissar" folgte er dem älteren Bruder und übernahm dessen Rolle. Neben weiteren TV-Erfolgen, etwa an der Seite von Uschi Glas in "Zwei Münchner in Hamburg", arbeitet Wepper als Synchronsprecher. Er spricht die deutsche Stimme der Hollywoodschauspieler Mel Gibson, Dudley Moore und Ryan O'Neal. Seinen..
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