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Interview

Ben: junger Sänger aus Berlin

20th Century Fox

Neue Platte, neue Alte

Ben über Karriere und Wollmütze

Was assoziiert man als erstes mit dem Namen Ben? Natürlich, die Wollmütze, ohne die man den 23-jährigen Berliner nicht zu sehen bekommt. Als Sänger ist er längst nicht mehr aus den deutschen Charts wegzudenken, jetzt versucht sich der Jungstar als Synchronsprecher für "Robots", dem neuen Werk der "Ice Age"-Erfinder. Ricore Medien befragte den Sänger zu seiner Karriere, seiner Musik und einem Leben nach der Mütze.

Privat fühlt er sich ohne Mütze wohler: Ben

20th Century Fox

Ricore: Wie schwer ist es, sich als junger Sänger zu halten? Man sieht ja es kommen viele aber es gehen auch wieder viele

Ben: Das ist mit Sicherheit ein Thema. Es gibt da einen fiesen Spruch den ich jetzt trotzdem sage: Neue Platte, neue Alte. So ist das auch mit der Karriere. Jedes Album bestimmt, ob man weitermacht oder nicht. Ich werde im Februar eine neue Single herausbringen und dann das dementsprechende Album. Anderthalb Jahre habe ich daran geschrieben. Wir haben knapp 35 Songs gemacht Wir können also gut selektieren. Und dann stellt sich einfach die Frage welche Welle passiert gerade und welcher Art von Musik passt man sich an. Ich habe für mich beschlossen, dass ich mich nirgendwo anpassen werde. Ich mache meinen Pop wie eh und je. Ich muss jetzt nicht auf die neue deutsche Welle, Klappe die Zweite anspringen. Entweder wird meine Musik gemocht oder nicht. Das wird sich dann herausstellen. Aber die Chancen stehen ganz gut. Wir haben auch schon ein paar Checks gemacht und die Konzerte sind super besucht. Ich mach mir da eigentlich wenig Sorgen. Zum Glück.

Ricore: In diesem Jahr hat sich auch in der deutschen Musikszene einiges getan. Es gibt sogar Charts-Erfolge abgesehen von deiner eigenen Musik. Worüber hast du dich rückblickend auf dieses Jahr in der deutschen Musik gefreut?

Ben: Ich hab mich darüber gefreut dass man auch ohne Quote auf den Punkt kommt. Das ist genau das was ich mir gewünscht hab. Aus dem Grund sind wir vor drei Jahren vom Englischen aufs Deutsche gewechselt. Es gibt Menschen, die machen das seit zwanzig Jahren. Man muss die Menschen auch in der deutschen Sprache zum Zuhören bringen. "Ich liebe dich" muss sich nicht peinlich anhören. Man muss sich nur darauf einlassen, dann macht es einen glücklich. Das ist genauso mit Zeichentrickfilmen. Wenn man die Simpsons guckt, da ist ne Fülle drin, ne Menge Lebensweisheit. Jeder kann sich da was raussaugen wenn er es möchte. Oder er lehnt es ab. Genauso ist es mit der deutschen Musik. Gerade was die Radiosender derzeit machen, finde ich sehr gut.

Ricore: Was passiert mit Ben derzeit privat? Ben ohne Mütze...?

Ben: Ben ohne Mütze muss dringend zum Friseur. Ben gibt es zurzeit eigentlich gar nicht privat. Wenn ich die Zeit habe, koche ich mit meiner Freundin und genieße das Leben.


Spricht den Wachmann Tim in dem neuen Animationsfilm der Blue Sky Studios: Sänger Ben

20th Century Fox

Ricore: Erkennt man dich ohne Mütze? Wie kam es eigentlich zu dem Look?

Ben: Definitiv, nein. Das hat sich so entwickelt. Ich wollte die erste Sendung bei Andreas Türck ohne Mütze machen. Aber ich war 13 Jahre alt und habe mich so unwohl gefühlt. Deswegen habe ich die Mütze getragen. Sie ist dann zu meinem Markenzeichen geworden. Wenn ich die Mütze abnehme, bin ich entspannt. Ich ziehe sie nur für Ben auf. Nicht jede blöde Mütze heißt Ben.

Ricore: Aber sie haben die Familientradition nicht fortgesetzt und geben den Mützen allen Namen, oder?

Ben: Ich hatte mal nur drei Mützen und die hatten auch einen Namen. Das passt wie die Faust aufs Auge. Wir sind eine große Familie, viele Geschwister und Cousins und Cousinen. Wir wohnen alle noch auf einem Haufen in Berlin. Wir haben Namen für jedes Auto: der alte Passat heißt Agathe, mein Polo heißt Marco und der uralte Mercedes von meinem Vater Frau Brantz. Der Toaster heißt Conny. Sie funktionieren halt nicht wirklich gut und irgendwann fängt man an mit den Gegenständen zu sprechen. Das kennt doch jeder. Deswegen hab ich bei dem Film sehr gelacht als beschrieben wurde aus welchen Sachen Charaktere geschaffen wurden. Wenn man die alten verrosteten Heizungen als Bild sieht und dann auf einmal die Hochhäuser, dass ist schon sehr lustig.

Ricore: Wer ist Ben in der Familie? Hat sich durch den Ruhm etwas verändert oder ist die Familienstellung geblieben?

Ben: Mein Vater ist immer noch mein Vater. Ich freu mich natürlich meinem kleinen Bruder Turnschuhe kaufen zu können. Das hat nichts mit Respekt zu tun. Eigentlich hat sich gar nichts verändert. Uns geht's allen gut und wir haben nicht mehr so viele Sorgen wie früher. Dafür lohnt es sich schon zu singen und es macht mir auch so viel Spaß. Das ist schon gut so. Ich glaub unsere Familie war immer nett zu allen Menschen, insofern bin ich dankbar dafür das es gerade so rosa läuft.

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