Filmreporter-RSS
©Prokino

Männer al dente

OriginaltitelMine vaganti
AlternativLoose Cannons
GenreDrama
Land & Jahr Italien 2010
FSK & Länge ab 0 Jahren • 111 min.
MediumDVD (Leih)
AnbieterProkino Filmverleih
Verleih ab04.11.2010
RegieFerzan Ozpetek
DarstellerNicole Grimaudo, Dario Bandiera, Crescenza Guarnieri, Giancarlo Monticelli, Gea Martire, Mauro Bonaffini
Links IMDB
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenMeinungenTrailerGalerieInterviewDVDsbewerten
DVD Extras: Bonusmaterial (ca. 60 Min.) • Eine Familie al dente (Making Of) • 2. Making Of • 15 unveröffentlichte Szenen (wahlweise vom Regisseur kommentiert) • Musikvideo: 50 Mila Lacrime von Nina Zilli • Der Regisseur aus Lecce (Interview mit Ferzan Ozpetek) • Filmimpressionen • Zwei Kinotrailer (dt. & OV)

Vom Schiefgehen eines Coming-Outs im Familienkreis

Tommaso (Riccardo Scamarcio) hat genug von den endlosen Lügen. Er will seinen Eltern endlich erzählen, dass er kein Interesse an der Pasta-Fabrik der Familie hat. Der junge Mann möchte stattdessen Autor werden. So hat er in Rom nicht Betriebswirtschaft, sondern Literatur studiert. Zudem will er sich endlich offen zu seiner Homosexualität bekennen. Als sein Vater Vincenzo (Ennio Fantastichini) zur großen Familienfeier ins heimatliche Lecce einlädt, sieht Tommaso die perfekte Gelegenheit für sein Coming-Out. Bevor er auch nur ein Wort sagen kann, kommt ihm dummerweise sein älterer Bruder Antonio (Alessandro Preziosi) zuvor. Als dieser der versammelten Verwandtschaft mitteilt, dass er schwul sei, ist die Familie entsetzt. Kurzerhand schmeißt der Vater ihn raus. Als der Patriarch gleich darauf mit einem Herzinfarkt im Krankenhaus landet, muss Tommaso die Firmenleitung wohl oder übel doch übernehmen. Das geplante Coming-Out sowie seine Schriftsteller-Karriere muss er vorerst auf Eis legen.
Mit "Männer al dente" hat Ferzan Ozpetek eine wunderbar leichtfüßige Komödie gedreht. Sämtliche Figuren besitzen witzige Eigenarten, die immer wieder für Lacher sorgen. Das gilt für den übertrieben aufbrausenden Vater ebenso, wie für die immer wieder leicht beschwipste Tante und den nervenden Schwager. Ironischerweise scheinen Tommaso und Antonio die einzig Normalen in der Familie zu sein, obwohl die beiden Brüder aufgrund ihrer Homosexualität als exotisch und von der gesellschaftlichen Norm abweichend gelten. Genau darin liegt die Bitterkeit von Ozpeteks Komödie. Trotz der beschwingten Atmosphäre und der kauzigen Charaktere setzt sich der Regisseur auf kritische Weise mit der gesellschaftlichen und familiären Ablehnung der Homosexualität auseinander. So komisch die einzelnen Familienmitglieder auch sind, zeugen ihre Ansichten immer wieder von einer erschreckenden Borniertheit. So fragt beispielsweise einer von ihnen mit vollem Ernst, ob Schwulsein heilbar sei. Trotz solch entlarvender Aussagen erzählt "Männer al dente" eine versöhnliche Geschichte, der es in erster Linie um ein tolerantes Miteinander geht - vor allem innerhalb der eigenen Familie.

Bewertung abgeben

Bewertung
8,0
6,0 (Filmreporter)     
 (2 User)

Meinungen

wunderbar

Ich habe schon lange nicht mehr im Kino so viel gelacht. Ein herzensguter Film, mit witzigen Szenen, einer Menge Verwirrungen und einer italienischen Familie, wie sie... mehr
26.08.2010 01:03 Uhr - Elle92

Trailer: 

Männer al dente

Bei der großen Familienfeier in Lecce will Tommaso (Riccardo Scamarcio) seinen Eltern reinen Wein einschenken. Der junge Mann möchte endlich allen...  Clip starten
Amazon
Bücher, DVDs oder das neue Heimkino für Ihren Filmgenuss




 

Galerie:  Männer al dente

Ferzan Ozpeteks Geschichte über einen missglückten Coming-Out-Versuch unterhält durch leichtfüßigen Humor und kauzige Charaktere. Doch die Komödie hat auch bittere Facetten. mehr

Interview:  Ferzan Ozpeteks Hassliebe zu Italien

Als junger Student kam Ferzan Ozpetek nach Rom, um an der Universität Film zu studieren. Damals sei das Leben in Rom noch ganz anders...
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenMeinungenTrailerGalerieInterviewDVDsbewerten
© 2019 Filmreporter.de