Universal Pictures (UPI)
Barton Fink

Barton Fink

Originaltitel
Barton Fink
Regie
Ethan Coen, Joel Coen
Darsteller
Max Grodénchik, William Preston Robertson, Isabelle Townsend, Johnny Judkins, Gayle Vance, Darwyn Swalve
Kinostart:
Deutschland, am 01.10.1991 bei Concorde Filmverleih
Genre
Drama, Thriller
Land
USA, Großbritannien
Jahr
1991
FSK
ab 16 Jahren
Länge
116 min.
IMDB
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
8,0 (Filmreporter)
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Düstere Tragikomödie von Joel und Ethan Coen
Barton Fink (John Turturro) ist ein Stückeschreiber. Am Broadway hat er bereits erste Erfolge verbuchen können. Die Gunst der Stunde nutzend, überzeugt ihn sein Agent nach Hollywood zu ziehen, wo sich der dubiose Studioboss Jack Lipnick (Michael Lerner) seine Dienste mit einem lukrativen Vertrag gesichert hat. In einem schäbigen Hotel angekommen, quält sich Fink jedoch bald mit einer ausgewachsenen Schreibblockade. Er kann die vagen Erwartungen der Produzenten, die einen Catcher-Film mit Wallece Beery erwarten, nicht erfüllen.

Selbst die Begegnung mit dem beliebten Autor W.P. Mayhew (John Mahoney) hilft ihm nicht weiter. Nur der kumpelhafte Zimmernachbar Charlie Meadows (John Goodman), der die Personifizierung des einfachen Mannes in Finks Dramen zu sein scheint, lenkt ihn von seinem Problem ab. Nach einer Liebesnacht mit Mayhews Geliebter Audrey (Judy Davis) findet Fink ihre verstümmelte Leiche neben sich liegend. Als der abgereiste Charlie sich als flüchtender Serienmörder entpuppt, löst sich Finks Blockade. Er schreibt das Drehbuch seines Lebens.
In dieser düsteren Komödie verwenden die Brüder Ethan und Joel Coen sowohl cineastische, als auch literarische Motive. Während das Hotel mit seinen unendlich scheinenden Gängen fast wie eine Reminiszenz an das "Overlook Hotel" aus Stanley Kubricks "Shining" wirkt, befindet sich Fink in einem nahezu kafkaesken Kampf gegen die eigene Kreativitätsflaute.

Hotel "Earle" spielt dabei fast eine weitere Hauptrolle. Während Finks Schreibmaschine bedrohlich lange unbenutzt bleibt, löst sich die kleistertriefende Tapete von den Wänden des immer wärmer werdenden Hotelzimmers ab. Die Begegnungen Finks mit den skurrilen bis bedrohlichen Figuren spielen sich zumeist vor dem Hintergrund dieses schäbig dämmrigen Hotels ab. So scheinen die höllischen Qualen, die der ins Stocken geratene Autor widerfährt sich auf das Ambiente seiner Herberge zu übertragen. Die Gebrüder Coen setzen die Handlung mit langsamen und detailverliebten Kamerafahrten gekonnt in Szene. Ihre Mühe hat sich nachweislich gelohnt: mit ihrem vierten Streifen konnten sie die Jury überzeugen und gewannen 1991 die Goldene Palme in Cannes.
Vincenzo Panza/Filmreporter.de
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2021