Die Nonne - 2013 | FILMREPORTER.de
Filmreporter-RSS
©polyfilm

Die Nonne

OriginaltitelLa religieuse
GenreDrama
Land & Jahr Frankreich 2013
FSK & Länge ab 12 Jahren • 114 min.
KinoDeutschland
AnbieterCamino Filmverleih
Kinostart31.10.2013
RegieGuillaume Nicloux
DarstellerPauline Etienne, Isabelle Huppert, Louise Bourgoin, Martina Gedeck, Francoise Lebrun, Agathe Bonitzer
Homepage https://http://www.dienonne-film.de
Links IMDB
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenNewsTrailerGalerieFeatureDVDsbewerten

Drama über den Leidensweg einer jungen Nonne

Gegen ihren Willen wird die 16-jährige Suzanne Simonin (Pauline Etienne) von ihren Eltern ins Kloster geschickt. Da der junge Oberin und den Mitschwestern die fehlende Entschlossenheit der jungen Frau nicht entgeht, setzen sie diese psychischen und physischen Schikanen aus. Suzanne wünscht sich nichts sehnlicher, als wieder frei zu sein. Doch ihren Eltern fehlen die finanziellen Mittel, um sie als gute Partie zu verheiraten.
Guillaume Nicloux hat mit der Verfilmung von Denis Diderots "Die Nonne" ein beklemmendes Drama über die Intensität der menschlichen Sehnsucht nach Freiheit und Selbstentfaltung geschaffen. Anders als der Inhalt vermuten lässt, übt der Regisseur keine Kritik an Kirche und Religiosität. Er zeigt, dass das Leiden der Protagonistin aus den Verfehlungen Einzelner herrührt. Die junge Nonne hätte es auch anders treffen können. Als sie noch in der Obhut einer alten, gütigen Nonne war, die für die Nicht-Berufung Susannes Verständnis hatte, ging es der jungen Frau vergleichsweise gut. Zudem hält Nicloux genug Szenen parat, welche die Kirche ins rechte Licht rücken, etwa in Gestalt des Geistlichen, der eine sadistische Nonne wegen ihrer Klosterführung entlässt.

Die Anklage von Nicloux richtet sich vielmehr gegen die Verhältnisse jenseits der Kirchenmauern. Die Gesellschaft ist schuld, dass dem Einzelnen kein Raum bleibt, sich zu verwirklichen. Susanne ist nur ein Beispiel für diesen Determinismus, der junge Priester, der ihr helfend zur Seite steht, ein weiteres. Anders als Jacques Rivette, der Diderots gleichnamigen Roman bereits 1966 verfilmte und daraus ein Kirchen-kritisches Drama kreierte ("Die Nonne"), das in Frankreich zeitweise verboten war, dürfte Nicloux mit seiner Version also kaum den Unmut der Katholischen Kirche provozieren.

Dafür wird er die Wertschätzung der Zuschauer erfahren. Denn "Die Nonne" ist ein dichtes dabei aber gänzlich unaufgeregt inszeniertes Drama, das sein Plädoyer für Freiheit, Selbstverwirklichung und Mut in streng komponierte und erlesene Bilder verpackt. Wunderbar besetzt, überzeugen in dem beklemmenden Film vor allem Pauline Etienne in der Titelrolle, Martina Gedeck als äußerlich verhärtete und doch liebende Mutter sowie Isabelle Huppert, die hier ihre von Zwängen und Trieben geprägte Figur aus Michael Hanekes "Die Klavierspielerin" anklingen lässt. Zur Authentizität tragen Kostüme und Ausstattung des in Originalklöstern unter anderem in Baden-Württemberg gedrehten und 2013 im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspielen Berlin aufgeführten Werks bei.
Die Nonne

Bewertung abgeben

Bewertung
6,0 (Filmreporter)     
 (0 User)

Meinungen

Es gibt noch keine Userkritik!

Trailer: 

Trailer zu "Die Nonne" (2013, OmU)

Suzanne (Pauline Etienne) wird gegen ihren Willen ins Kloster geschickt. Für die 16-Jährige ist es der Beginn eines schrecklichen Martyriums. Da der jungen...  Clip starten
Amazon
Bücher, DVDs oder das neue Heimkino für Ihren Filmgenuss




 

Galerie:  Die Nonne

Mit der Verfilmung von Denis Diderots Roman "Die Nonne" hat Guillaume Nicloux ein beklemmendes Drama über die Unbeugsamkeit der menschlichen Sehnsucht nach Freiheit inszneniert. mehr
Sergio Hernández und Paulina García in "Gloria"

Feature:  Starke Frauenfiguren auf der Berlinale

Am vierten Tag der Berlinale 2013 geben starke Frauen den Ton an. Sowohl "Gloria" von Sebastián Lelio als auch das Drama "Die...
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenNewsTrailerGalerieFeatureDVDsbewerten
© 2018 Filmreporter.de