Weltkino Filmverleih
The Card Counter (2021)

The Card Counter

Originaltitel
The Card Counter
Regie
Paul Schrader
Darsteller
Oscar Isaac, Tiffany Haddish, Tye Sheridan, Willem Dafoe, Alexander Babara, Bobby C. King
Kinostart:
Deutschland, am 03.03.2022 bei Weltkino Filmverleih
Kinostart:
Österreich, am 25.03.2022 bei Polyfilm
Kinostart:
Schweiz, bei
Genre
Thriller
Land
Großbritannien, China, USA
Jahr
2021
FSK
ab 16 Jahren
Länge
112 min.
IMDB
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
8,0 (Filmreporter)
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Kluges Bild der moralisch gescheiterten USA
Will Tell (Oscar Isaac) nennt sich der mysteriöse Mann um die 40, der Karten zählt und die Casinos um kleine Beträge erleichtert. Er will nicht auffallen. Warum er die Anonymität liebt, weiß der Zuschauer längst. Auch, dass Tell nicht sein richtiger Name ist. Die Anleihe beim Schweizer Nationalhelden wird in den USA sicher nicht zu einem Running Gag.

Tell saß zehn Jahre für Verbrechen, die er im berüchtigten Foltergefängnis von Abu Gareib beging. Er, der einfache Soldat und Befehlsempfänger, war auf den schockierenden Fotos, die um die Welt gingen. Vorgesetzte, wie Major John Gordo (Willem Dafoe) werden hingegen nicht belangt. Er hat seinen Frieden damit gemacht und seine Schuld angenommen. Doch Cirk (Tye Sheridan), dessen Vater ebenso im Irak diente und die in ihm lauernde Gewalt nach der Rückkehr an ihm und seiner Mutter abarbeitete, will mit Gordo abrechnen. Tell will ihn von dieser Fokussierung abbringen, in dem er in die großen Poker-Turniere einsteigt, bei denen es Hunderttausende Dollar zu gewinnen gibt. Einer seiner Gegner nennt sich USA, trägt T-Shirt- und Baseball-Mütze mit dem Sternenbanner und lässt sich von seinen Anhängern frenetisch feiern.
Oscar Isaac spielt den Protagonisten Will Tell brillant als völlig in sich gekehrten Menschen, der seine Lektion im Gefängnis gelernt hat, der nur beobachtet und sich von Menschen fernhalten will. Der Umgang mit eigener Schuld, Rache, Gewalt und die Folgen der Kriegseinsätze auf die Psyche des Einzelnen, seiner Angehörigen und letztlich auf die Seele des gesamten Lands stehen im Zentrum der Melange aus Thriller und Charakterdrama von Paul Schrader. Der Regie-Altmeister zeichnet ein kluges und wohl durchdachtes Bild der gegenwärtigen USA, den glitzernden, austauschbaren Vergnügungstempeln, den kleinen Motels und Hotelpalästen und den Villen der Betuchten, welche die inneren Verletzungen übertünchen.

Schrader geht dahin, wo es wirklich weh tut. Dass er dabei manchmal ein wenig moralisiert, wirkt angemessen, da er auf den intelligenten Zuschauer setzt und nie didaktisch belehrt. Der Regisseur liebt das Land, er leidet am Ausverkauf der Werte, was er vor allem in der funktionierenden Metapher über den Missbrauch der Flagge aufnimmt.
Katharina Dockhorn/Filmreporter.de
Will Tell (Oscar Isaac) ist um die 40, er zählt im Casino die Karten und erleichtert diese so um kleine Beträge.
 
Paul Schrader zeichnet ein realistisches Bild der moralisch auf den Hund gekommenen USA.
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