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Feld der Träume
Die guten, schlechten und speziellen Sportfilme

Von Kult bis Gaga

Der Sportfilm gehört zu den populärsten Genres der Filmgeschichte. Ein Grund liegt in den Möglichkeiten des Genres: Hier können die Ästhetik aber auch die Spannung einer Sportart mit menschlichen Schicksalen verknüpft werden. Eine Garantie für mitreißende Filmunterhaltung ist das aber nicht. Wie in jedem Genre hat auch der Sportfilm neben qualitativ herausragenden und kommerziell erfolgreichen Filmen auch miserable Flops hervorgebracht. Deshalb haben wir uns den erfolgreichsten, den anspruchsvollsten, den besten animierten, den schrägsten und den absolut schlechtesten Sportfilm der Filmgeschichte angesehen.
Von  Redaktion Ricore Text, 16. Mai 2019

Rocky

Rocky

Erfolgreichster Sportfilm: "Rocky"
Wer privat, in einem Wettbüro oder auf Webseiten wie Anbieter.org auf "Rocky" als erfolgreichsten Sportfilm aller Zeiten gewettet haben sollte, der darf sich gerne seine Siegesprämie abholen. Auch wenn die wegen der niedrigen Wettquote nicht sonderlich hoch gewesen sein dürfte. Denn "Rocky" ist schlicht und einfach Kult. Das Boxdrama wird seit Generationen nicht nur von Sportlern und Boxern geliebt. Kein Wunder, die Geschichte, die Regisseur John G. Avildsen hier erzählt, ist mehr als mitreißend. Es handelt es sich um eine klassische Aufsteigergeschichte aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Ein talentierter aber mittelloser Boxer glaubt an seinen Traum, eines Tages groß rauszukommen. Dank hartem Training und gestärkt von seinem sozialen Umfeld, erreicht er das Unmögliche und wird Weltmeister. Das ist damals wie heute inspirierend für Millionen von Zuschauern, was "Rocky" zum erfolgreichsten Sportfilm aller Zeiten werden ließ.

Wie ein wilder Stier ("Raging Bull" 1980)

Wie ein wilder Stier ("Raging Bull" 1980)

Anspruchsvollster Sportfilm: "Wie ein wilder Stier"
Auf der Suche nach den besten Sportfilmen aller Zeiten landet man unweigerlich beim Boxen. Ob "Rocky", "The Fighter" oder "Creed: Rocky's Legacy" - was das Boxen so filmtauglich macht, ist der Umstand, dass der Boxring immer auch eine Bühne für menschliche und soziale Dramen ist. Viele große Filmemacher haben diese Symbolkraft erkannt. Darunter Martin Scorsese, der mit "Wie ein wilder Stier" den bis heute besten Boxfilm aller Zeiten gedreht hat. In bestechenden Schwarzweiß-Bildern in Szene gesetzt und in der Hauptrolle von Robert De Niro herausragend gespielt, handelt das Drama von den sportlichen und persönlichen Hochs und Tiefs des ehemaligen Boxweltmeisters Jake La Motta. Scorsese macht die Gewalttätigkeit des Sportlers als Ursache sowohl für seinen sportlichen Aufstieg als auch seinen Abstieg verantwortlich. Zugleich rückt er das soziale Umfeld von Manhattans italienischem Viertel Little Italy als schicksalhaft für den Lebensverlauf des Protagonisten ins Bild.

Dschungel-Olympiade (Animalympics, 1980)

Dschungel-Olympiade (Animalympics, 1980)

Bester animierte Sportfilm: "Die Dschungel-Olympiade"
Bei der Wahl zum besten animierten Sportfilm aller Zeiten fällt unsere Entscheidung auf "Die Dschungel-Olympiade". Der Zeichentrick-Klassiker von Steven Lisberger ist seit 1980 ein Dauerbrenner in den Kinderstuben und vor allem von den Weihnachtsfeiern 10-tausender Sportvereine (Jugendabteilung) nicht weg zu denken. Von einer durchgehenden Handlung kann hier nicht die Rede sein. Der Film besteht aus einer Vielzahl an Episoden, in denen jeweils die Wettkämpfe in den unterschiedlichen Disziplinen im Mittelpunkt stehen. Bei den Sportlern handelt es sich ausnahmslos um Tiere. Die Fernsehübertragung wird von einer Schildkröte moderiert, die von diversen tierischen Reportern assistiert wird. Als Sportkommentatoren kommen echte Sportler zum Einsatz wie die Schwimmlegende Mark Spitz und die Formel-1-Ikone Jackie Stewart. Nicht nur lustig, sondern auch bissig wird der Zeichentrickfilm immer dann, wenn die Kamera hinter die Kulissen der Spiele blickt und hier so manchen profitorientierten Manager und Finanzjongleur ausfindig macht.

Michael Edwards alias 'Eddie the Eagle' auf der Pressekonferenz zu "Eddie the Eagle - Alles ist möglich" in München

Michael Edwards alias 'Eddie the Eagle' auf der Pressekonferenz zu "Eddie the Eagle - Alles ist möglich" in München

Schrägster Sportfilm: Eddie the Eagle
Einen schrägen Sportfilm setzten wir mit der Schrägheit des Sportlers gleich. Zu dieser Kategorie gehört zweifellos der legendäre Ski-Springer Michael Edwards. Der Brite hatte in seiner Kindheit einen großen Traum: Er wollte als Olympionike berühmt werden. Leider fehlte ihm etwas Entscheidendes: nämlich das Talent. Trotzdem probierte er diverse Sportarten aus, um am Ende beim Ski-Springen zu landen. Zu einem Profi wird er auch hier nicht, dennoch schafft er es irgendwie, sich für die Olympischen Winterspiele 1988 in Calgery zu qualifizieren - einfach dadurch dass es in England wenig Wintersportler gibt. Zwar wird er in den meisten Wettbewerb letzter, die Herzen der Zuschauer erobert er über die Jahre dennoch. Die geben Edwards auch seinen legendären Spitznamen, Eddie the Eagle. Der gleichnamige Film aus dem Jahr 2016 setzt ihm und seiner bemerkenswerten Geschichte ein Denkmal. In den Hauptrollen: Taron Egerton als Eddie the Eagle und Hugh Jackman als dessen Trainer Bronson Peary, den es im wahren Leben freilich nie gegeben hat.

Rollerball (2001)

Rollerball (2001)

Schlechtester Sportfilm: "Rollerball"
Eins vorweg: Der Film "Rollerball" aus dem Jahr 1975 ist eine Mischung aus dystopischer Science-Fiction und Sportfilm und genießt heute durchaus Kultstatus. Und nun die Zusatzinfo: Das gleichnamige Remake aus dem Jahr 2001 ist schlicht und einfach gaga oder anders ausgedrückt: für uns der schlechteste Sportfilm, der je gedreht wurde. Während das Original in der Zukunft angesiedelt ist, spielt die Neuverfilmung in der Gegenwart. Während der Klassiker mit James Caan auch gesellschaftskritische Töne anschlägt, setzten die Macher des Nachfolgers vor allem auf platte Action, die zumal äußerst schlampig inszeniert ist. Immerhin ist das Hauptmotiv gleich geblieben: Dreh- und Angelpunkt ist die Sportart Rollerball, bei der die Sportler auf einem runden Kurs auf Rollerskates unterwegs sind und einen metallenen Ball irgendwo versenken müssen. Dabei gehen sie äußerst robust, man könnte auch sagen: brachial mit der gegnerischen Mannschaft um.

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