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Jonas Mekas

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Pate des amerikanischen Avantgardefilms gestorben

Experimentalfilmer Jonas Mekas ist tot

Jonas Mekas, der bedeutende litauisch-amerikanische Experimentalfilmer, ist tot. Wie das von ihm gegründete Anthology Film Archives mitteilte, starb der Künstler am gestrigen 23. Januar im Kreise seiner Familie. Er wurde 96 Jahre alt.
24. Jan 2019: Jonas Mekas drückte sich in mehreren Kunstgattungen und Medien aus. Er war Filmregisseur, Schriftsteller, Filmkritiker und Dichter. In der ersten Gattung experimentiert er immer wieder mit den filmischen Erzählformen, weshalb er bis zuletzt als 'Pate des amerikanischen Avantgardekinos' galt. Er dreht eine Art filmische Tagebücher, in denen er den Alltag in bestimmten Milieus schildert oder über Existentielles und Banales im Leben aber auch seine persönlichen Erfahrungen reflektiert.

Mekas umfangreiches Werk umfasst Filmessays wie "Diaries Notes and Sketches", "Erinnerungen an eine Reise nach Litauen" und "Warhol privat". Eine seiner letzten Arbeiten hat den Titel "Out-Takes from the Life of a Happy Man", in der er nicht verwendetes Material aus Filmen zusammenschneidet, die in den Jahren zwischen 1960 bis 2000 entstehen.

Der 1922 im litauischen Semeniškiai geborene Filmemacher ist auch ein produktiver Autor. Mekas schreibt unter anderem Gedichte und veröffentlicht zahlreiche Bücher. Von großem Einfluss für den in den 1950er Jahren aufstrebenden Autorenfilm wird auch die von ihm gegründete Zeitschrift Film Culture, die von 1954 bis 1996 erscheint. Als Filmkritiker pflegt er beim New Yorker Stadtmagazin The Village Voice eine Kolumne mit dem Titel Movie Journal, in der er sich mit dem Film als Kunstform auseinandersetzt.

Groß ist auch sein Einsatz für die Gattung des Experimentalfilms. 1962 ruft er zusammen mit Emile de Antonio die Film-Makers Cooperative ins Leben. Dem Zusammenschluss freischaffender Experimentalfilmer folgt zwei Jahre später die Eröffnung des Forums Film-Makers Cinemateque, in dem die Arbeiten von Avantgarderegisseuren aufgeführt werden. Aus den beiden Institutionen geht 1970 die Anthology Film Archives hervor. Es beherbergt die weltweit größte Sammlung von Avantgardefilmen.
Willy Flemmer, Filmreporter.de
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