Filmrevue
Hildegard Knef
Hildegard Knef singt vom einsamen Mädchen
Retro News: Die beste Sängerin ohne Stimme
Im Herbst 1957 veröffentlicht die Zeitschrift Film und Frau unter der Rubrik "Schöne Musik" die besten Chansonetten Deutschlands. Autor Stefan Dur lässt Hildegard Knef den Vortritt. Ihr Alraune-Lied "Vom einsamen Mädchen" gehöre zu seinen schönsten Schallplatten. Singen könne sie nicht, aber sie habe das gewisse Etwas. Der Bericht wird abgerundet mit einem Zitat von Erich Kästner: "Sie singt, was sie weiß. Und sie weiß, was sie singt."
erschienen am 25. Juni 2022
Film und Frau
Hildegard Knef
Comeback der "Neff"
Für Empörung sorgte die Knef vor ein paar Jahren mit ihrer Rolle im Willi-Forst-Film "Die Sünderin". Ihre kurze Nacktszene und das Behandeln von Tabus wie Prostitution und Freitod gehören zu den großen Skandalen im deutschen Nachkriegsfilm. Wegen der im Film dargestellten Sterbehilfe verweigerte die Kirche ihre Mitarbeit an der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK). Die kirchlichen Proteste machten das Drama zu einem großen Kassenerfolg. Es gab Demonstration für und gegen den Film, Verbote in zahlreichen deutschen und europäischen Städten und Klageverfahren bis hin zum Bundesgerichtshof. Ihre Brandmarkung als Sünderin veranlasste Hildegard Knef dazu, nach Amerika zurückzukehren. 1955 debütierte sie im Musical "Seidenstrümpfe" von Cole Porter am Broadway. Wegen Vertragsstreitigkeiten mit 20th Century Fox kehrt die Knef dieses Jahr, 1957, nach Deutschland zurück. Ob die alte Heimat ihr Aschenputtel als chanteuse wieder gutheißen kann, wird sich in den nächsten Jahren zeigen.
Warner Bros. Pictures
Hilde
Die zweite Karriere der Hildegard Knef
In den späten 1950er beziehungsweise frühen 1960er Jahren trat die Knef vor allem als Sängerin ins Rampenlicht. 1957 nahm sie in Frankreich Jazzplatten sowie eine EP in England auf. Durch ihren Erfolg im Ausland kam es 1962 auch in Deutschland zu Plattenaufnahmen. Die LP "Ich seh die Welt durch deine Augen" mit selbst verfassten Texten wurde 1966 zu einem großen Erfolg. Nach der Geburt ihrer Tochter 1968 veröffentlichte Knef ihr bekanntestes Lied: "Für mich soll's rote Rosen regnen". Mit der Band Extrabreit brachte sie 1992 eine Neuinterpretation des Klassikers heraus. Die letzten Jahre von Hildegard Knef waren von Krankheit überschattet. 2002 starb sie an den Folgen einer Lungenentzündung. Am 12. März 2009 startete "Hilde" in Deutschland, die Verfilmung ihrer Autobiographie mit Heike Makatsch in der Hauptrolle.
erschienen am 25. Juni 2022
Zum Thema
Hildegard Knef stirbt 76-jährig. Bis dahin führt sie ein wildes und bewegtes Leben. Sie beginnt als Trickfilmzeichnerin, wird Bühnenschauspielerin und spielt im ersten deutschen Nachkriegsfilm, Wolfgang Staudtes "Die Mörder sind unter uns". In "Die Sünderin" ist sie die erste Nackte in einem deutschen Film und löst einen großen Skandal aus. Daraufhin zieht sie nach Amerika, wo sie in den 1950ern am Broadway große Erfolge feiert. Nach vielen internationalen Produktionen kehrt sie nach..
Kern des Dokumentarfilms "A woman and a half" ist ein Interview mit der in die Jahre gekommenen Schauspielerin, Sängerin und Autorin Hildegard Knef. Eingekleidet ist das monologische Gespräch mit Filmausschnitten, privaten Bildern, Konzertmitschnitten und Interviews aus mehreren Epochen. Die Stimmung der Knef reicht von nachdenklich, depressiv und traurig über kämpferisch bis zu euphorisch, man nimmt es ihr aber ab, selten gerät ihre Mimik in die Pose.
Hilde (Kinofilm)
Sie sei voller Widersprüche, ein Gesamtkunstwerk und nicht zuletzt einfach nur cool. So oder so ähnlich wird Hildegard Knef immer wieder beschrieben. Regisseur Kai Wessel wagte sich an eine Verfilmung der komplexen Film- und Chanson-Persönlichkeit. Die Hauptrolle spielt Heike Makatsch. Daneben sind zahlreiche renommierte deutscher Schauspieler wie Monica Bleibtreu, Johanna Gastdorf, Hanns Zischler und Michael Gwisdek in Nebenrollen zu sehen.
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2022