RETRO News
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Elizabeth Taylor in "Die Katze auf dem heißen Blechdach"
Eine Katze auf dem heißen Blechdach
Abgründiger Mr. Brick Pollitt
Tennessee Williams ist derzeit einer der profiliertesten lebenden Dramatiker der Vereinigten Staaten von Amerika. Nachdem "Endstation Sehnsucht" vor wenigen Jahren von Elia Kazan verfilmt wurde, wagt sich nun Richard Brooks an Williams' "Die Katze auf dem heißen Blechdach". Bereits drei Jahre zuvor im Jahr 1955 führte Kazan Regie bei der Uraufführung des Stücks am Broadway.
Von  Ulrich Blanché/Filmreporter.de,  9. April 2013
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Paul Newman in "Die Katze auf dem heißen Blchedach"
"Ja, es brennt"
Jene Abgründe, in die man fallen kann, wenn man zu tief ins Glas schaut, sind nicht die einzigen seelischen Tiefen, in die der junge Paul Newman als Mr. Brick Pollitt in "Die Katze auf dem heißen Blechdach" stürzt. Seine Gegenspielerin ist seine Frau Margaret, die von der bezaubernden Elizabeth Taylor verkörpert wird. In einer der vielen heftigen Auseinandersetzungen mit ihrem Mann sagt sie: "Ja, es brennt. Ich komme mir auch vor wie eine Katze auf dem heißen Blechdach." Das Werk forderte zur Zeit seiner Veröffentlichung scharfe Diskussionen heraus. Man darf gespannt sein, wie Richard Brooks mit dem nicht einfachen Stoff umgehen wird. Laut dem Bericht der Film Revue vom 14. Oktober 1958 gestaltete er zuletzt erfolgreich die Filmfassung von Fjodor Dostojewskis "Die Brüder Karamasow".
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Paul Newman und Elizabeth Taylor im Ehestreit
Gelungene Verfilmung trotz Oscarpleite
"Katze auf dem heißen Blechdach" war ein großer Erfolg beschieden. Das Drama wurde 1959 für sieben Oscar nominiert, darunter in den vier wichtigsten Kategorien bester Film, beste Regie, bester Hauptdarsteller und beste Hauptdarstellerin. Allerdings gewann er keinen einzigen. Tennessee Williams selbst war sehr unzufrieden mit der Verfilmung seines Stückes. Sein Hauptkritikpunkt war, dass Brooks aus Zensurgründen völlig auf die homosexuellen Anspielungen bei Bricks Figur verzichtete. Dennoch gilt das Ehe-Drama bis heute als gelungene Literaturverfilmung und Spiegel seiner Zeit, in der Ehebruch, Alkoholabhängigkeit und Unfruchtbarkeit im Kino noch Tabus waren.
Von  Ulrich Blanché/Filmreporter.de,  9. April 2013

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