Filmrevue
Josefin Kipper in "Conchita und der Ingenieur"
Anstrengende Dreharbeiten im heißen Klima
Retro News: Dschungelfieber und Ölrausch
Robert Freitag und Josefin Kipper mussten für die Dreharbeiten des Dramas "Conchita und der Ingenieur" in den brasilianischen Dschungel. Die Anreise gestaltete sich überaus turbulent, wie die Film Revue am 24. August 1954 vermeldet. Auch die subtropische Hitze machte einigen europäischen Mitgliedern der Filmcrew zu schaffen.
erschienen am 28. August 2013
Filmrevue
"Conchita und der Ingenieur"
Heiße Wallungen im Dschungel
Bestimmte Filmaufnahmen erfordern von den Schauspielern manch' Müh und Not. In seltenen Fällen fängt das bereits vor der eigentlichen Arbeit an. Josefin Kipper und Robert Freytag haben erst kürzlich am eigenen Leib erlebt, was das bedeuten kann. Bei ihrem Anflug in den brasilianischen Urwald geriet ihr Flugzeug in ein stürmisches Unwetter. Freytag erzählt gegenüber der Film Revue: "Daß die Kiste nicht schon in den ersten fünf Minuten in Fetzen flog, war ein Wunder. Ich bin noch nie in meinem Leben so durcheinander gewirbelt worden." Umso glücklicher waren die beiden Hauptdarsteller aus "Conchita und der Ingenieur", als sie wieder festen Boden unter den Füssen spürten. Im Dschungel erwartete sie bereits Vanja Orico, die im Eifersuchtsdrama die heißblütige Conchita spielen wird. Die Indianerin umgarnt den deutschen Ingenieur Thomas Kramps (Freytag), der im unwegsamen Dickicht der brasilianischen Wälder nach Ölfeldern sucht. Seine Braut Irene (Kipper) wartet derweil sehnsüchtig auf Nachrichten ihres Verlobten. Sie ahnt, dass etwas nicht stimmt und macht sich schließlich selbst auf die Reise in die gefährlichen Tropen.
Filmrevue
Robert Freytag und Vanja Orico
Geschönte Welt der Indianer
Im Drama "Conchita und der Ingenieur" steht die Eifersuchtsgeschichte der Urwaldamazone Conchita im Vordergrund, die sich in den hübschen Blondschopf aus Deutschland verliebt. Sie versucht, ihn mit allerlei indianischen Zaubermitteln von seiner Liebe zu seiner deutschen Verlobten abzubringen. Beinahe gelingt ihr das auch. Der Film zeigt eine verklärt romantische Sicht auf das Leben und die Kultur der brasilianischen Einheimischen. Mit Dämonen und zusammengebrauten Heilmittelchen versuchen sie das Schicksal zu ihren Gunsten zu bestimmen. Sie verlieren am Schluss, da aus westlicher Perspektive diese Art von Beeinflussung nicht funktioniert. Das Unverständnis der Einwanderer trägt Mitschuld, dass von Amazonas-Ureinwohnern nach der Kolonisation nur ein kleiner Teil übrig geblieben ist. Von der geschätzten ursprünglichen Population von fünf Millionen Menschen lebt heute nicht mal mehr ein Zehntel. Im Drama werden hintergründig weitere soziale und wirtschaftliche Probleme Brasiliens angesprochen wie beispielsweise die Korruption der Ölfirmen. Brasilien ist auch heute ein Land, in dem großer Reichtum und extreme Armut eng beieinander liegen. Die Bilder der illegalen Favelas in Rio de Janeiro sind dem Kinobesucher seit Fernando Meirelles' eindrucksvoller Milieustudie "City of God" bekannt.
erschienen am 28. August 2013
Zum Thema
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Josefin Kippers Schauspielkarriere währte nur kurz. Lediglich ein Dutzend Filme in den Jahren von 1950 bis 1956 zählen zu ihrem Werk. Die österreichische Schauspielerin lebte überwiegend in München.
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2021