Retronews: Traumpaar vor Linse | FILMREPORTER.de
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Frank Sinatra in "Can-Can"
Verflixte Frauen, wohin man schaut

Traumpaar vor Linse

Seit sie bei den diesjährigen Berliner Filmfestspielen 1959 mit "Immer die verflixten Frauen" den silbernen Bären für die beste Schauspielerin gewonnen hat, ist Shirley MacLaine ein gefragter Star. Mit Frank Sinatra hat sie bereits in "Verdammt sind sie alle" ein perfektes Schauspielduo gebildet. Nun sollen die beiden erneut in einem Film gemeinsam vor die Kameralinse treten. Bei dem Projekt handelt es sich um "Can-Can". Denn auch Frankie-Boy, wie der Schauspieler liebevoll von seinen Fans genannt wird, vollzog schon vor einigen Jahren den Wandel vom singenden Idol der 1940er Jahre zum handfesten Charakterdarsteller. Man darf sich also auf etwas freuen.
Von  Andrea Niederfriniger, Filmreporter.de,  3. September 2013

Shirley MacLaine und "Oldtimer" Maurice Chevalier

Shirley MacLaine und "Oldtimer" Maurice Chevalier

Anders, aber dennoch erfolgreich
Bei Shirley MacLaine und Frank Sinatra handelt es um zwei Künstler, die äußerlich so gar nicht in den typischen Heldentypus von Hollywooddarstellern passen. Ihre Gesichter sind nicht glatt oder interessant. Und dennoch haben sie sich gegen alle Widrigkeiten durchgesetzt, und mit ihrer Erfahrung tolle Erfolge erzielt. Spricht man heut vom großartigen Erfolg eines Films wie "Verdammt sind sie alle", so spricht man weniger vom tollen Sujet eines Regisseurs wie James Jones, sondern vielmehr von MacLaine und Sinatra. Während die Karriere des Sängers seit vielen Jahren nicht unbemerkt blieb, trat MacLaine bisher nicht allzu oft in Erscheinung. Erst 1954 begann ihre Karriere als Filmschauspielerin, als sie Produzent Hal B. Wallis als Broadway-Tänzerin entdeckte. Horror-Spezialist Alfred Hitchcock war sogleich von ihr begeistert, dass er sie in seinem Leichenjux "Immer Ärger mit Harry" engagierte. "Ihr Gesicht und ihr Wesen sind eine ergötzliche Mischung aus Audrey Hepburn, Leslie Caron und Kim Novak, mit der intelligenten Unschuld, wie sie gewöhnlich von Judy Holliday verkörpert wird", wird Hitchcock vom Film Journal am 19. Oktober 1959 zitiert. Dass Hollywood große Hoffnungen auf sie setzt und sie ein zweites Mal mit Frank Sinatra besetzt, das allein zeigt schon ihre besondere Ausstrahlungskraft.

Shirley MacLaine

Shirley MacLaine

Die Ausstrahlung machts!
Die Filmzeitschrift Film Journal erkannte in ihrem Bericht vom 19. Oktober 1959 Shirley MacLaines Vielseitigkeit und Talent richtig. Schon damals zeichnete sie sich dadurch aus, dass sie ihre Mimik den Rollen entsprechend verändern und anpassen konnte. Sie fiel nicht in das typische Hollywoodschema von damals. Kritiker wussten allerdings nicht so recht, was sie mit dieser Dame anfangen sollten, die auch Rollen annahm, die nicht so angesehen waren. Beispielsweise verkörperte sie auch Prostituierte, billige Tänzerinnen oder einfache Arbeiterinnen. Einige bescheinigten ihr wenig Erfolg in der Filmbranche, andere gingen von einer langen Karriere aus. Diese sollten Recht behalten. Nach einem zähen Beginn verzeichnete Shirley MacLaine ihre größten Erfolge in den 1950er und 1960er Jahren. Später legte sie eine längere Pause ein, war dennoch als Schauspielerin, Buchautorin oder Regisseurin im Rampenlicht vertreten. Ihre Vielseitigkeit zeigte sich nämlich nicht nur bei der Rollenauswahl, sondern auf ihrem gesamten beruflichen Weg.
Andrea Niederfriniger, Filmreporter.de - 3. September 2013
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