Interview: Hardy Krüger jr. zu Forsthaus Falkenau | FILMREPORTER.de
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Interview

Eva-Maria Reichert und Hardy Krüger jr. in "Forsthaus Falkenau"
Mein Vater, die Lupe

Hardy Krüger jr. betont Werte

Hardy Krüger jr. hat sich aus dem Schatten seines berühmten Vaters gelöst und sich als Fernseh-Darsteller etabliert. Oft mimt er Schwiegermutters Liebling. So auch in der Serie "Forsthaus Falkenau", in der er 2007 die Hauptrolle des liebenswerten Försters übernommen hat. Im Gespräch mit Filmreporter.de berichtet der Schauspieler, was an der Serie einzigartig ist und auf welche Art er seiner Kochleidenschaft frönt. Zudem erfahren wir, weshalb er der richtige Botschafter für das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) ist.
Von  Heiko Thiele, Filmreporter.de,  7. Oktober 2011

Eva-Maria Reichert und Hardy Krüger jr. in "Forsthaus Falkenau"

Eva-Maria Reichert und Hardy Krüger jr. in "Forsthaus Falkenau"

Ricore: Wie war es, mit Tieren zu drehen?

Hardy Krüger jr.: Mit Tieren und Kindern ist das so eine Sache. Man braucht viel Geduld und Zeit.

Ricore: Was hält Ihr Interesse an "Forsthaus Falkenau" wach?

Krüger jr.: Wir entwickeln die Figur ständig weiter. Außerdem habe ich vor fünf Jahren die Herausforderung angenommen, eine bis dahin sehr gut laufende Serie zu übernehmen. Man wollte trotzdem etwas Neues machen, um noch mehr Menschen zu erreichen. Es sollte eine gesunde Familienserie werden, wie es sie heute kaum noch gibt. Wenn ich beobachte, was sich meine Kinder im Fernseher ansehen, bin ich froh dass es das Forsthaus gibt. Sonst gibt es keine Serie, die authentisch ist und moralische Grundsätze vermittelt. Sie zeigt, wie wichtig die Familie ist und wie wir mit ihr umgehen sollten. Wir haben mit der Serie eine Vorbildfunktion und ich hoffe, dass wir diese Werte vermitteln.

Ricore: Was verstehen Sie unter Werte?

Krüger jr.: Respekt und Ehrlichkeit. Dass man begreift, wie wichtig Familie ist. Freunde kommen und gehen, aber die Familie bleibt. Wenn ich mir anschaue, was in England los war [gemeint sind die Krawalle im Londoner Stadtteil Tottenham Anfang August 2011, Anm. der Redakt.], denke ich, dass da etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Ich finde Werte sind die Dinge, die eine Grenze bilden, aber auch Liebe erfahren lassen. Dank ihnen wird man akzeptiert und gestützt. Außerdem ist man aufgrund von Werten hilfsbereit und geht auf Mitmenschen mit Respekt ein. Das sind Aspekte, die leider immer weiter verloren gehen. Wie kann es sonst sein, dass ein 14-Jähriger einen 50-Jährigen tot prügelt?

Forsthaus Falkenau - Staffel 14

Forsthaus Falkenau - Staffel 14

Ricore: Kann "Forsthaus Falkenau" diese Werte vermitteln?

Krüger jr.: Ich glaube, dass wir eine Serie entwickelt haben, die den Zuschauer daran erinnert, wie wichtig diese Werte sind. Das geschieht nicht mit dem moralischen Zeigefinger, sondern mit Witz, Humor und Intelligenz. Das macht "Forsthaus Falkenau" aus und ist ein Grund, weshalb die Rolle nicht langweilig wird. Wir entwickeln uns ständig weiter.

Ricore: Welchen Einfluss hatte Ihr Vater auf Ihre Schauspielkarriere?

Krüger jr.: Er wirkt wie eine Lupe. Jeder Fehler den ich mache, wiegt mit einem so bekannten Vater gleich doppelt so schwer. Aber es ist auch wichtig, dass man in seine Verantwortung hineinwächst. Deshalb muss man seine eigenen Fehler ausbaden und Erfahrungen machen, damit man irgendwann richtige Entscheidungen trifft. Die Phase war sehr wichtig, um sich von dem 'Überschatten' frei zu machen. Das ging allerdings ziemlich schnell. Ich konnte mich in der Serie "Gegen den Wind" freistrampeln. Wir sind ja aus verschiedenen Generationen. Von Konkurrenz kann da keine Rede sein. Es war eine sehr erfolgreiche Serie, die schnell Kultstatus hatte. Insofern war sie Sprungbrett für meine Karriere. Es blieb nur die Frage, ob ich das Niveau über eine längere Zeit halten könnte. Deshalb ist es wichtig, immer weiter an sich und dem was man macht zu arbeiten.

Ricore: Wie sind Sie zu der Rolle in "Forsthaus Falkenau" gekommen?

Krüger jr.: Damals war "Forsthaus Falkenau" eine riesige Herausforderung. Alle meine Kollegen haben gedacht, dass ich es nie machen würde. Ich selber konnte es mir auch nicht vorstellen. Gerade deshalb war es etwas, dass mich gereizt hat. Es war interessant zu überlegen, wie man aus diesem Format etwas machen kann, was ich selber gerne sehen will.

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