Universum Film
Fantômas

Fantômas

Originaltitel
Fantômas
Genre
TV-Mehrteiler
Land /Jahr
Frankreich, BRD 1980
 
360 min, ab 12 Jahren (fsk)
Medium
DVD
Kaufstart
02.10.2009 ( Kino Deutschland ) bei Universum Film
Regie
Claude Chabrol, Juan Luis Buñuel
Darsteller
Denise Péron, Fabrice Luchini, Marie-José Courtois, Michel Peyrelon, Dominique Bernard, Serge Bento
Links
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
6,0 (Filmreporter)
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Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenAwardsMeinungNewsTrailerGalerieKritikInterviewFeatureGewinnspielDVDs
Extras: Enthällt vier Folgen: • 1. Verhängnisvolles Rendezvous • 2. Tödliche Umarmung • 3. Ein Toter mordet nicht • 4. Der rote Diamant
Dem maskierten Verbrecher auf der Spur durch Paris
"Fantômas - Verhängnisvolles Rendevous"
Paris in den 1920er Jahren. Fantômas treibt sein Unwesen in der französischen Metropole. Raub und Mord gehören zu seinem kriminalistischen Repertoire. Der alternde Surité- Chefermittler Juve (Jacques Dufilho) und der junge Journalist Fandor (Pierre Malet) versuchen mit allen Mitteln hinter das Geheimnis des Maskenmannes zu kommen. Nach der gewaltsamen Tötung ihres Ehemannes wird bald auch Lady Beltham (Gayle Hunnicutt) mit mysteriösen Vorkommnissen konfrontiert. Jemand hat sich in ihren Garten geschlichen und sich dort versteckt. Der geheimnisvolle Mann namens Gurn (Helmut Berger) wird vom Hauspersonal gestellt. Bald wird klar, dass die Hausdame mit dem vermeintlichen Mörder ihres Mannes unter einer Decke steckt. Sie hecken einen Fluchtplan aus, doch Juve ist ihnen dicht auf der Spur und kann den Plan vereiteln. Im Zuge der Gerichtsverhandlung scheint es, als sei Fantômas endlich dingfest gemacht. Mit dem Rücken zur Wand hat der Gangster jedoch noch ein letztes As im Ärmel, welches er gewinnbringend auszuspielen weiß.

"Fantômas - Tödliche Umarmung"
In der Pariser Villa de La Réunion wird eine Frau tot aufgefunden, deren Gesicht mit Pech verbrannt wurde. Der anwesende Hausherr, Doktor Chaleik (Helmut Berger) gibt an, die Dame nicht zu kennen und sich den grausigen Vorgang nicht erklären zu können. Chefermittler Juve (Jacques Dafilho) übernimmt die Untersuchungen. Er hat bald den Verdacht, dass der sagenumwobene Fantômas hinter dem Verbrechen steht. Sein Scharfsinn lässt ihn nicht im Stich. Als in einem Krankenhaus Schüsse fallen, scheint sich die Schlinge um den Hals des Schurken immer enger zuzuziehen. Durch eine Inszenierung mit Netz und doppeltem Boden kann der Verbrecher jedoch erneut entkommen. Der junge Journalist Fandor (Pierre Malet) hilft Juve bei den Nachforschungen. Bald werden beide in einen Hinterhalt gelockt und müssen sich ihres Lebens erwehren. Lady Beltham (Gayle Hunnicutt) hat sich ob ihrer einstigen Komplizenschaft mit dem Schurken als Mutter Oberin in ein Kloster zurückgezogen. Fantômas spürt sie dort auf und die alte Zuneigung entflammt erneut.

"Fantômas - Ein Toter mordet nicht"
Nachdem Fantômas am Ende von "Fantômas - Tödliche Umarmung" erneut die Flucht gelingt, ist Journalist Fandor durch den Tod von Inspektor Juve alleine damit beschäftigt, die verlorene Spur aufzunehmen. Lange muss er sich nicht gedulden bis Bewegung in die Untersuchungen kommt. Eine Baronin in finanziellen Schwierigkeiten wird tot in dem Atelier eines jungen Malers gefunden. Der Künstler gibt an, nachts von maskierten Männern überfallen worden zu sein, die ihm ein Schlafmittel gespritzt hätten. Kurz darauf erhängt sich der Beschuldigte in seiner Gefängniszelle. Bei einer nachträglichen Tatort-Begehung ist der Leichnam des Malers jedoch spurlos verschwunden. Fandor nimmt die Ermittlungen auf und diese führen ihn in die Abwasserkanäle der Seine-Metropole. Mutter Toulouche (Denise Péron) und ihre Gangsterbande scheinen in dem Gewirr ebenso eine zentrale Rolle einzunehmen, wie Prinzessin Sonia Danidoff (Kristina van Eyck).

"Fantômas - Der rote Diamant"
In "Fantômas - Ein Toter mordet nicht" konnte der geheimnisvolle Verbrecher in letzter Sekunde vor dem Zugriff der Polizei entkommen. Inspektor Juve und sein journalistischer Assistent Fandor geben jedoch nicht auf. Es stellt sich nur die Frage, wer hier wen jagt, denn Fandor steht auf der Abschussliste von Fantômas ganz oben. Eine junge Frau wird in Wien vor den Augen des jungen Journalisten ermordet. Ehe er sich versieht ist er des Mordes angeklagt und findet sich in einer Gefängniszelle wieder. Juve reist in die Donaumetropole um seinem Freund zu helfen. Er stellt Nachforschungen an, die in ihm bald die Gewissheit reifen lassen, dass Fantômas hinter dem Komplott stecken muss. Dieser ist hinter einem wertvollen Diamanten her, der sich in Besitz des transsilvanischen Königreichs befindet. Juve ist den Dingen auf der Spur, wechselt seine Identität und reist in das Karpatenreich. Vor Ort trifft er mit Lady Beltham (Gayle Hunnicutt) auf eine gute alte Bekannte.
"Fantômas - Verhängnisvolles Rendevous"
Im ersten Teil des TV-Mehrteilers ist der österreichische Schauspielstar Helmut Berger in drei Rollen zu sehen. Dies trägt zum einen zur Verwirrung des Zuschauers bei, ist zum anderen jedoch wichtigen dramaturgischen Zwängen unterworfen. Aus der Hand des französischen Regiepioniers Claude Chabrol wird der Einstieg in die vierteilige Fortsetzungsgeschichte des maskierten Verbrechers gewährt. Die Episode ist in sich nicht geschlossen, sondern verweist auf die folgende Episode. Chabrol arbeitet mit unterhaltsamen Querverweisen und wirkt somit der ernsten Grundthematik entgegen. Der eigentümliche Produktionscharme der 1980er Jahre ist dabei unverkennbar. Das Dargebotene wirkt aber etwas überinszeniert, theatralisch und unzureichend ausgeleuchtet. Nicht nur aufgrund seiner Dreifachbesetzung trägt Berger das Werk. Er besticht mit einer stilvollen Figureninterpretation, die durch Anmut und leisen Tönen den todbringenden Verführer mit Hang zur Diabolik zum Leben erweckt.

"Fantômas - Tödliche Umarmung"
"Fantômas - Tödliche Umarmung" setzt dort an, wo "Fantômas - Verhängnisvolles Rendevous" aufhört. Regisseur Juan Luis ist der Sohn der spanischen Regielegende Luis Buñuel und zeichnet für den zweiten Teil des Vierteilers verantwortlich. Berühmte Nachkommenschaft garantiert jedoch noch keine Qualität. Das Dargebotene wirkt langatmig und stumpf. Spannung kommt beim Zuschauer nicht auf, weil insgesamt zu blutleer agiert wird. Schauspielstar Helmut Berger ist nicht so präsent wie noch beim Vorläufer von Claude Chabrol und daran krankt das Werk. In Punkto Charisma und Ausdruckskraft hinken die meisten Mitwirkenden dem Österreicher meilenweit hinterher. Einzig sein Gegenpart Jacques Dafilho kann ihm glaubhaft etwas entgegensetzen. Die Geschichte zieht sich hin weil Überraschungsmomente rar gesät sind. Die Ereignisse scheinen weitestgehend vorhersehbar und der Ablauf der Dinge ähnelt dem ersten Teil des Mehrteilers.

"Fantômas - Ein Toter mordet nicht"
Dritte Episode des TV-Mehrteilers um den kriminellen Maskenmann, der im Paris der 1920er Jahre sein mörderisches Unwesen treibt. Wie in der zweiten Folge, "Fantômas - Tödliche Umarmung", führt erneut Juan Luis Buñuel Regie. Dabei bleibt er seiner unspektakulären Linie treu. Obwohl Protagonist Helmut Berger in einer Doppelrolle zu sehen ist, vermag es die Inszenierung erneut nicht richtig Fahrt aufzunehmen. Statisch und wenig temperamentvoll bahnt sich die Geschichte ihren Bann. Die holprige deutsche Synchronisation unterstreicht den theatralischen Charakter des Dargebotenen. Spannung kommt beim Zuschauer nur selten auf. Man fühlt sich weniger in das Paris der 1920er Jahre, denn in das Produktionsjahr 1980 versetzt. Speziell das Ende des dritten Teils mutet ziemlich konstruiert an und es wirkt, dass es einige Fantasie bedurfte einen vierten Teil der "Fantômas" - Saga zu rechtfertigen.

"Fantômas - Der rote Diamant"
Für die Abschlussepisode ist erneut Claude Chabrol verantwortlich - genau wie im ersten Teil "Fantômas - Verhängnisvolles Rendezvous". Er inszeniert dynamischer und mit einer höheren dramaturgischen Dichte als Regiekollege Juan Luis Buñuel. Helmut Berger ist wie in den vorangegangenen Folgen erneut in einer Doppelrolle zu sehen, nimmt aber lange nicht mehr die zentrale Position ein, die ihm von Chabrol noch in der Anfangsepisode eingeräumt wurde. Der geographische Standortwechsel bekommt der Geschichte insgesamt gut und der Zuschauer wird wieder mehr von der Handlung eingenommen, als bei den beiden vorangegangenen Episoden. Das Strickmuster der Erzählung wird aber nicht grundlegend verändert. Der flüchtige Verbrecher treibt mit der Polizei bis zum Ende ein scheinbar unendliches Katz- und Maus Spiel.
Timo Buschkämper, Filmreporter.de
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