Delphi Film
Play Your Own Thing

Play Your Own Thing: Eine Geschichte des Jazz in Europa

Originaltitel
Play Your Own Thing: A Story of Jazz in Europe
Alternativ
Paris-DDR / Play Your Own Thing - Auf den Spuren des Jazz in Europa
Regie
Julian Benedikt
Darsteller
Marilyn Mazur, Dizzy Gillespie, Palle Mikkelborg, Niels Henning Ørsted Pedersen, Enrico Rava, Antonello Salis
Kinostart:
Deutschland, am 02.11.2006 bei DCM (Delphi Filmverleih)
Genre
Dokumentarfilm
Land
Deutschland
Jahr
2006
FSK
ab 0 Jahren
Länge
89 min.
IMDB
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
6,0 (Filmreporter)
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Als amerikanische Soldaten zum Ende des Zweiten Weltkriegs in das zerstörte Europa einmarschierten, hatten sie etwas ganz Besonderes mit im Gepäck: die Jazzmusik. Die neuen, temperamentvollen Klänge faszinierten die Europäer erneut. Sie war tanzbar, gleichzeitig wurden aber auch tiefe Emotionen mit ihr ausgedrückt. Die Musik stand symbolisch für Freiheit und Individualität, nachdem sich das vom Krieg schwer gebeutelte Volk sehnte. In den Intellektuellenvierteln von Paris der 1950er Jahre wurde der Jazz salonfähig gemacht. Bald verbreitete er sich in ganz Europa. Die neue musikalische Strömung wurde aufgenommen und weiterentwickelt. Der europäische Jazz wurde in jedem Land ganz spezifisch geprägt. Jede Nation brachte seine eigene Kulturgeschichte, Folklore, Mentalität oder auch Politik in die Musik mit ein. Dies ist auch der Grund, warum der Jazz in Skandinavien anders klingt, als in südlichen Ländern oder der ehemaligen DDR. Daraus wurden bis hin zum Free Jazz zahlreiche neue Spielarten geboren. Diese Entwicklung unterstreicht die Hauptbotschaft des Jazz, die nun auch die europäischen Künstler verinnerlicht haben: "Play your own Thing - Mach dein eigenes Ding".
Der musikbegeisterte Dokumentarfilmer Julian Benedikt widmet sich nach "Blue Note" und "Jazz Seen" ein weiteres Mal seinem Lieblingsthema - dem Jazz. Diesmal geht er der Frage nach, wie die Musik nach Europa kam und sich dort weiterentwickelte. Vier Jahre hat Benedikt dafür in Archiven gestöbert und lange Reisen unternommen, um 60 Jahre europäischer Jazzgeschichte zu einem sinnlichen Hör- und Seherlebnis aufzubereiten. Er zeichnet ein umfassendes Bild, wie der Jazz in Europa aufgenommen wurde und sich langsam von seinen amerikanischen Wurzeln emanzipierte. Mit Hilfe der Collagetechnik montiert er alte Film- und Tonaufnahmen, seltene Konzertmitschnitte und Fotos, um die historische Entwicklung zu illustrieren. Dadurch werden die Anfangsjahre in den Pariser Straßencafés ebenso erfahrbar wie etwa Bilder aus der Underground-Jazzszene der ehemaligen DDR. In zahlreichen Interviews lässt der Filmemacher bedeutende Wegbereiter des europäischen Jazz zu Wort kommen. Darunter unter anderem Coco Schumann, Tomasz Stanko, Joachim Kühn oder die kürzlich verstorbenen Niels Henning Ørsted Pedersen und Albert Mangelsdorff. Sie berichten offen, wie sie den Jazz für sich entdeckt haben und was für sie ganz spezifisch der Stil ihres Landes darstellt. Wenn die Künstler über ihre Musik erzählen, sprühen sie geradezu vor Lebensfreude. Diese überträgt sich auch immer mehr auf den Zuschauer und machen "Play your own Thing" zu einer unterhaltsamen, nie theoretischen Musikstunde.
Andreas Eckenfels/Filmreporter.de
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2022