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Gomorrha - Reise in das Reich der Camorra

Gomorrha - Reise in das Reich der Camorra

Originaltitel
Gomorra
Regie
Matteo Garrone
Darsteller
Salvatore Abruzzese, Simone Sacchettino, Salvatore Ruocco, Vincenzo Fabricino, Vincenzo Altamura, Italo Renda
Kinostart:
Deutschland, am 11.09.2008 bei Prokino Filmverleih
Kinostart:
Österreich, am 12.09.2008 bei Polyfilm
Kinostart:
Schweiz, am 23.10.2008 bei Filmcoopi
Genre
Krimi
Land
Italien
Jahr
2008
FSK
ab 16 Jahren
Länge
135 min.
IMDB
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
5,0 (Filmreporter)
8,0 (2 User)
Realistischer Mafiafilm nach Roberto Saviano
Der Alltag in den süditalienischen Provinzen Neapel und Caserta ist hart. Die verarmten Provinzen werden von einer alles überschattenden Macht regiert - der Camorra. Oft ist sie der einzige Weg aus der Armut, das lernen schon die Kinder. Das Leben in der kriminellen Gemeinschaft, in der sie schon in frühen Jahren scheinbar respektiert und mit Aufgaben bedacht werden, zieht sie magisch an. Einmal in den Sog geraten gibt es kein zurück in die Legalität.

Ein Beispiel dafür ist Toto. Er wächst in einem Gebiet auf, in dem sich zwei Camorra-Clans bekriegen. Als 13-Jähriger entscheidet er sich für eine Partei und wird prompt zur zentralen Figur eines Mordkomplotts. Aber seines ist nur eins von fünf Schicksalen, anhand derer Matteo Garrone aufzeigt, welche Macht die Camorra hat. Ihre wirtschaftlichen Aktivitäten sind längst internationalisiert. Illegale Giftmülldeponien, Drogenhandel und das Fälschen von Markenprodukten machen die kriminelle Organisation zu einem der erfolgreichsten Wirtschaftsunternehmen Italiens. Längst hat sich die Camorra und die anderen Mafiaorganisationen auch in der Regierung breit gemacht.
Roberto Saviano hat sich mit dem gleichnamigen internationalen Bestsellerroman in große Schwierigkeiten gebracht. Jahrelang hat er für sein faszinierendes Enthüllungsbuch über die Machenschaften und weltweiten Verstrickungen der Mafia recherchiert. Dafür bekam er viel Lob, erhielt nach der Veröffentlichung aber auch mehrere Morddrohungen. Er musste seine Heimat verlassen und lebt heute an einem geheim gehaltenen Ort.

Regisseur Matteo Garrone gewann den Journalisten für die Mitarbeit am Drehbuch des Spielfilms. Man hat den Eindruck, als wolle Garrone die Geschichten so realistisch wie möglich nacherzählen. Dabei schafft er es leider nicht, die Ereignisse adäquat filmisch umzusetzen. Die Episoden sind nur teilweise und lose miteinander verbunden und ergeben insgesamt kein harmonisches Ganzes. Sie zeigen zwar auf, wie sich die Camorra weite Teile der Gesellschaft beherrscht, ziehen den Film aber unnötig in die Länge. Bei der Jury der Internationalen Filmfestspiele von Cannes 2008 kam der Mafiastreifen dennoch gut an. Sie bedachte ihn mit dem Großen Preis der Jury.
Ann-Catherin Karg/Filmreporter.de
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2022