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Pünktchen und Anton

Originaltitel
Pünktchen und Anton
Genre
Kinderfilm
 
Deutschland 1999
 
107 min, ab 0 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
 
 
Kinostart
11.03.1999 ( D | D ) bei Buena Vista International (Germany)
 
 
Regie
Caroline Link
Darsteller
Elea Geissler, Ulrich Tukur, Sabrina Hohmann, Andreas von Weizsäcker, Jarri Sarr, Claude Mukadi
Links
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
1 6,0(Filmreporter)
9,5 (2User)
Pünktchen und AntonWalt Disney
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Das Remake kommt an Charme des Originals nicht ran

Pünktchens (Elea Geissler) Eltern, die mit ihr in einer luxuriösen Villa am Starnberger See leben, haben zeitgemäße Berufe erhalten, der Vater (August Zirner) ist Herzchirurg, die bei Kästner so böse Mutter (Juliane Köhler) reist nun zu Wohltätigkeitsveranstaltungen in der ganzen Welt und vernachlässigt dabei ihre Tochter zugunsten des Jetsets, um das es ihr hauptsächlich geht. Anton (Max Felder) und seine Mutter (Meret Becker) leben dagegen in einer kleinen 2-Zimmer-Wohnung, und da die Mutter krank ist, arbeitet Anton für sie in Giovannis (Helmfried von Lüttichau) Eisdiele.


Caroline Links "Pünktchen und Anton" ist ein Film über Gegensätze, zum einen zwischen den beiden besten Freunden, die in solch unterschiedlichen Verhältnissen aufwachsen und dennoch füreinander durch Dick und Dünn gehen. Zum anderen aber auch über die Gegensätze innerhalb der Familie, zwischen den Eltern, die aufgrund ihrer Arbeit keine Zeit für ihre Kinder haben und diese deshalb mit jährlich wechselnden Au-Pair-Mädchen vertrösten, und den Kindern selbst, die diese Zeit mit ihren Eltern so gern hätten.

Insofern kommt auch Caroline Links Version nicht ohne den erhobenen Zeigefinger aus, was sich bisweilen zu sehr in die Länge zieht, besticht aber andererseits, ebenso wie Kästners Werke, durch die Liebe zu den Figuren und den kleinen Details, die diese Werke so liebenswürdig gemacht haben. Der Film lässt den Figuren, selbst unwichtigeren wie der dicken Bertha, viel Raum, sich zu entfalten, sich so dem Zuschauer zu öffnen, ohne dass dabei die flotte, unterhaltsame Geschichte aufgehalten wird.

Es ist gerade dieses Liebenswerte, das letztlich aus diesem Stoff für Kinder einen unterhaltsamen Film macht, der auch so manchem längst erwachsenen ehemaligen Kästner-Leser gefallen wird. Es ist schon bewundernswert, wie frech und fröhlich die beiden Kinder von Elea Geissler und Max Felder dargestellt werden, welche Frische diese beiden ausstrahlen, was sich auch auf die übrigen Schauspieler übertragen hat: Sylvie Testud, die in "Jenseits der Stille" die Rolle der Lara spielte, überzeugt hier als das freundlich-naive französische Au-Pair-Mädchen Laurence, und wirkt ebenso wie Juliane Köhler wie eine gnadenlose Parodie von tatsächlich lebenden Müttern und Au-Pair-Mädchen.

All dies wird angereichert durch charmant-originelle Gesangseinlagen (wie Pünktchens "Zitroneneis-Lied", das sie im Stachus-Untergeschoss in München singt, um Geld für Anton zu verdienen) und anderen fröhlichen Einfällen. Insgesamt wird "Pünktchen und Anton" so zu einer unterhaltsamen Komödie, die in ihrer Eigenständigkeit mehr ist als die bloße Verfilmung eines Kinderbuch-Klassikers, die aber wegen ihrer Einfachheit doch hauptsächlich ein Kinderfilm bleibt.
Pünktchen und AntonBuena Vista
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