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Harlan - Im Schatten von Jud Süß

OriginaltitelHarlan - Im Schatten von Jud Süss
AlternativHarlan 3 - Im Schatten von Jud Süss; Harlan - Im Schatten von Jud Süß
GenreDokumentarfilm
Land & Jahr Deutschland 2008
FSK & Länge 100 min.
KinoÖsterreich
AnbieterFilmladen
Kinostart24.09.2010
RegieFelix Moeller
DarstellerThomas Harlan, Stefan Drössler, Lena Harlan, Lotte Harlan, Nele Harlan, August Zirner
Links IMDB
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenNewsGalerieDVDsbewerten

Der Schatten von Jud Süss wird nicht verblassen

Die Dokumentation von Felix Moeller erzählt die Geschichte des erfolgreichsten und umstrittensten Regisseurs der NS-Zeit. Der Name Veit Harlan ist untrennbar mit dem infamen und antisemitischen Nazi-Hetzfilm "Jud Süß" verbunden. Der Propagandafilm wurde von 19 Millionen Deutschen gesehen und sollte die damaligen Zuschauer auf die Vernichtung der Juden vorbereiten. Neben zahlreichen Filmausschnitten und erstmals gezeigtem Archivmaterial geben auch Harlans Söhne und seine Tochter über den Vater Auskunft. Dabei wird deutlich, dass das Erbe des Vaters die Familie sehr belastet. Selbst die Generation der Enkel spürt noch den Schatten der über dem Namen Harlan liegt. So wurde seine Enkelin Alice in Frankreich als "dreckige Deutsche" beschimpft. Die Reaktionen der Nachkommen sind so unterschiedlich, wie ihre Persönlichkeiten. Sie reichen von Erklärungsversuchen bis hin zum Bemühen um Wiedergutmachung.
Veit Harlan war ein Karrierist, der sein eigenes künstlerisches Fortkommen kompromisslos vorantrieb. Er hatte enge Kontakte zu Reichspropagandaminister Joseph Goebbels und galt als dessen Protegé. Kurz nach der Machtübernahme Adolf Hitlers im Jahr 1933 bekannte er sich in einem Interview zu der Politik der Nationalsozialisten. Dass Harlan nicht frei von Schuld blieb, kommt in dem Dokumentarfilm von Felix Moeller deutlich zum Ausdruck. Die Filmausschnitte sowie die im Film gezeigten Ausstellungsexponate zeugen davon. Interessant sind aber auch die Erfahrungen, die seine Nachkommen mit dem Namen Harlan gemacht haben und wie unterschiedlich sie damit umgehen. In der Biographie von Enkelin Jessica Jacoby, deren jüdischer Großvater väterlicherseits von den Nazis ermordet wurde, zeigt sich die Zerrissenheit, mit der die Familienmitglieder fertig werden mussten. Das Portrait ist nicht nur filmhistorisch interessant sondern auch unter zeitgeschichtlichen und persönlichen Aspekten sehenswert.

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Der Name Veit Harlan ist untrennbar mit dem infamen, antisemitischen Nazi-Hetzfilm "Jud Süß" verbunden. Die Dokumentation erzählt die Geschichte des Regisseurs. mehr
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