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Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs
Unfassbares wahr gemacht, Unverfilmbares verfilmt

Lobet den Herrn!

Keine Frage: Er wird als der Mann in die Filmgeschichte eingehen, der das Unfassbare wahr gemacht und das Unverfilmbare verfilmt hat: Regisseur Peter Jackson hat mit seiner in jeglichem Sinne epischen Leinwandfassung des Kultromans "Der Herr der Ringe" sein ganz persönliches Meisterwerk abgeliefert. Und es dabei auch noch geschafft, Romanfans wie Cinéasten zufrieden zu stellen. Die allerletzte Meisterprüfung steht freilich noch an: Zum diesjährigen Weihnachtsfest beschert uns Jackson den finalen Teil der Trilogie, "Die Rückkehr des Königs". Nachdem der Neuseeländer schon in den ersten beiden Teilen weit mehr als nur ein Pflichtprogramm vorgelegt hat, kann man sich darauf verlassen, dass zum Abschluss eine Kür der Extraklasse folgt, die wiederum Bestnoten vom Publikum bekommt. Eingespielt hat die "Der Herr der Ringe"-Trilogie ihre Produktionskosten schon lange.
Von  Frank Geissler, Filmreporter.de, 13. Dezember 2003

Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs

Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs

Runde sechs Stunden "Der Herr der Ringe" sind uns in den ersten beiden Teilen schon vorgesetzt worden, in der DVD-Fassung gar sieben - und doch das war nur die Vorspeise für den Hauptgang, der "Rückkehr des Königs". Noch 2003 wurden Szenen für den dritten Teil der Saga nachgedreht oder überarbeitet. Die erste Schnittfassung soll angeblich sechs Stunden gewesen sein, die Kinoversion kommt mit immer noch stolzen 198 Minuten aus. Die Bearbeitung der Spezialeffekte und digitalen Animationen war so aufwendig, dass das Postproduktionshaus WETA Digital neue Räume anbauen musste, um das ganze Computer-Equipment unter einem Dach unterbringen zu können. Satte 200.000 digital animierte Krieger und Kämpfer werden in einer der eindrucksvollsten Szenen des Finales zu sehen sein. Auch das hässlich-liebenswerte Fabelwesen Gollum, das ständig zwischen Demut und Boshaftigkeit schwankt, dürfte mit seinem perfekt animierten Körper die Rechner-Ressourcen gehörig aufgebraucht haben - schließlich ist Gollum, der dem legendären Ring in einer sonderbaren Hassliebe verfallen ist, von Film zu Film mehr in Erscheinung getreten.

Auch in "Die Rückkehr des Königs" führt uns wieder die ganze wunderbare Fantasiewelt Tolkiens vor, die Peter Jackson so vortrefflich in seiner neuseeländischen Heimat nachgestellt hat: Zauberer Gandalf (Sir Ian McKellen) reist mit dem vorlauten Hobbit Pippin (Billy Boyd) von Isengart nach Minas Tirith, der Hauptstadt Gondors, um dort die Nachricht vom Sieg gegen Saruman (Christopher Lee) zu verkünden. Merry (Dominic Monaghan) ist mittlerweile zum Bediensteten von Theoden, dem König von Rohan aufgestiegen. Aragorn (Viggo Mortensen) ringt mit der Entscheidung, die Krone der Menschen zu übernehmen. Zunächst aber will er die toten und verfluchten Krieger, die einst seine Vorfahren verraten hatten, von ihrem Fluch befreien. Deshalb beschreitet er gemeinsam mit Legolas (Orlando Bloom) und Gimli (John Rhys-Davies) den Pfad der Toten. Und dieser Begriff wäre natürlich auch gar nicht so unpassend für den Weg, den Frodo (Elijah Wood) hinter sich bringen muss: Gemeinsam mit seinem treuen Freund Sam (Sean Astin) schreitet er, von der Bürde und der plagenden Versuchung des Rings erschöpft, dem Schicksalsberg entgegen, in dessen Feuer er den Ring endgültig vernichten will. So soll der Frieden in Mittelerde wieder hergestellt werden. Mit den Gefährten wandelt auch Gollum, der seinen Schatz, den Ring, unbedingt zurückbekommen möchte.

Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs

Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs

Kein Wunder, dass Peter Jackson mittlerweile in die höchste Liga der Filmemacher aufgestiegen ist und für die Regie seines nächsten Filmprojekts, "King Kong", mit rund 20 Millionen Dollar eine der höchsten Regie-Gagen aller Zeiten erhalten soll. Schließlich hat er mit "Der Herr der Ringe" bewiesen, dass er nicht nur Talent fürs epische Erzählen hat, Gespür für bestechende Bilder besitzt und über ein goldenes Händchen bei der Auswahl der Schauspieler verfügt. Er hat auch gezeigt, dass er eine aufwendige, tosende Materialschlacht organisieren kann. Bei aller Schnuckeligkeit der kleinen, stets gemütlichen und fröhlichen Hobbits -"Der Herr der Ringe" ist eben vor allem Bombast-Kino vom Feinsten, mit Tausenden von Komparsen und Tausenden von rackernden Rechnern für die Bearbeitung der unzähligen digitalen Effekte. Als vergleichsweise sparsamer Kinomagier hat sich Jackson dabei ebenfalls erwiesen. Mit rund 300 Millionen Dollar Budget ist "Der Herr der Ringe" zwar einerseits das teuerste Filmprojekt aller Zeiten - andererseits wurden mit diesem Budget eben auch drei Filme gedreht, die allesamt so überwältigend gut aussehen, als hätte jeder allein diese Summe verschlungen.

Es scheint bei diesem Mammut-Projekt nur Gewinner zu geben: Die Schauspieler, die, wie beispielsweise Orlando Bloom, Superstar-Status erreicht haben. Der Regisseur, der sein Traumprojekt durchführen konnte und auf den nun mit "King Kong" schon das nächste wartet. Die Zuschauer, denen mit der Ringe-Trilogie ein wahrlich fabelhaftes Spektakel geboten wurde. Und nicht zuletzt ganz Neuseeland: Jacksons Heimat, die auf kleinstem Raum unheimlich viel zu bieten hat, ist durch die Filmproduktion zu einer beliebten Touristenattraktion aufgestiegen und könnte sich eigentlich gleich in Hobbit-Land oder Tolkien-World umbenennen. Wenn man den fantastischen Bildern glauben kann, die Jackson dort realisierte, besitzt es nämlich solch eine natürliche Vielfalt und einen so magischen Charme, dass Disneyworld da längst nicht mehr mithalten kann.

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