Retronews: Hollywood verfilmt Nürnberger Prozesse | FILMREPORTER.de
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Das Urteil von Nürnberg (Judgment at Nuremberg, 1961)
Deutscher spielt Hauptrolle in Gerichtsdrama

Hollywood verfilmt Nürnberger Prozesse

Hollywood will einen Film über die Nürnberger Prozesse drehen. Regisseur Stanley Kramer plant ein Gerichtsdrama um die juristische Aufarbeitung der Kriegsverbrechen, die in der Zeit von 1939 bis 1945 von den nationalsozialistischen Machthabern begangen wurden. Der Film wird den Titel "Das Urteil von Nürnberg" tragen.
Von  Jassien Kelm/Filmreporter.de, 11. Juli 2013

Laurence Olivier in "Spiel mit dem Schicksal"

Laurence Olivier in "Spiel mit dem Schicksal"

Altbewährt hält gut
Der österreichische Schauspieler Maximilian Schell wird darin eine Schlüsselrolle übernehmen. Wie die Film Revue in ihrer Ausgabe vom 21 Juni 1960 berichtet, soll der gebürtige Wiener den Hauptverteidiger spielen. Hierbei handelt es sich um eine der wichtigsten Figuren im Drama. Für weitere Rollen engagierte Stanley Kramer Laurence Olivier sowie seinen Landsmann Spencer Tracy, mit denen Kramer bereits gearbeitet hat. Bevor der Regisseur das Projekt allerdings in Angriff nehmen wird, will er noch einen weiteren Film namens "My Glorious Brothers" ("Meine glorreichen Brüder") drehen.

Maximilian Schell

Maximilian Schell

Marlene Dietrich: Verdammt in alle Ewigkeit
Stanley Kramer drehte 1960 keinen Film namens "My Glorious Brothers", stattdessen verfilmte er ein Bühnenstück mit dem Titel "Inherit the Wind", das unter dem Titel "Wer den Wind sät" in die deutschen Kinos kam und vier Oscar-Nominierungen erhielt. Es war die erste von vier äußerst erfolgreichen gemeinsamen Projekten zwischen Kramer und Spencer Tracy, der in der Folge auch in "Das Urteil von Nürnberg" mitwirkte.

Sir Laurence Olivier war entgegen der Ankündigung der Film Revue nicht in der Besetzung vertreten. Dennoch konnte sich die Besetzung sehen lassen. Neben Schell und Tracy spielten Burt Lancaster, Richard Widmark und Judy Garland mit, ebenso wie Montgomery Clift, bekannt aus "Verdammt in alle Ewigkeit".

Auch Marlene Dietrich war mit von der Partie. Ohnehin als notorische "Vaterlandsverräterin" gebrandmarkt, machte sie sich auch damit in Deutschland keine Freunde. Stanley Kramer wurde vorgeworfen, die deutsche Bevölkerung zu Klischeehaft darzustellen. Insgesamt erhielt das Drama ausgezeichnete Kritiken, 1961 folgten neun Oscar-Nominierungen. Maximilian Schell und Spencer Tracy wurden beide in der Kategorie "Bester Hauptdarsteller" nominiert, Schell konnte schließlich die einzige Statuette für sich entscheiden. Er ist neben Emil Jannings der einzige deutschsprachige Schauspieler, der bis heute in besagter Kategorie einen Oscar erhielt. In einer kleinen Nebenrolle war 1961 auch der damals noch unbekannte William Shatner zu sehen. "Das Urteil von Nürnberg" war einer der ersten Kinofilme des jungen Schauspielers, der fünf Jahre später die Rolle seines Lebens entdecken und als Captain James Tiberius Kirk, Kommandant des "Raumschiffs Enterprise", in die Fernsehgeschichte eingehen sollte.
Jassien Kelm/Filmreporter.de - 11. Juli 2013
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