Sein Bruder - 2002 | FILMREPORTER.de
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Sein Bruder

Medium: Kauf KaufDVD
OriginaltitelSon Frère
GenreDrama
Land & Jahr Frankreich 2002
Verkaufsstart    19.08.2004 (Concorde Home Entertainment)
FSK & Länge ab 12 Jahren • 88 min.
RegiePatrice Chéreau
DarstellerBruno Todeschini, Eric Caravaca, Maurice Garrel, Antoinette Moya, Fred Ulysse, Nathalie Boutefeu
Links IMDB
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Thomas (Bruno Todeschini) leidet an einer Blutkrankheit. Sie ist unheilbar. Thomas wird sterben, früher oder später, wann genau, das weiß niemand, am wenigsten die Ärzte. Thomas und sein jüngerer Bruder Luc (Eric Caravaca) haben seit Jahren schon keinen Kontakt mehr. Fremdheit hat sich zwischen ihnen eingeschlichen. Thomas meldet sich bei Luc, steht plötzlich vor seiner Tür. Erzählt von seiner Krankheit. Irgendwie diese Fremdheit durchbrechen, sich irgendwie wieder einander annähern. Sie fahren gemeinsam zum Haus der Familie, raus ans Meer, irgendwo an der französischen Atlantikküste. Immer wieder muss Thomas ins Krankenhaus, blutet. Immer wieder muss Luc das Leiden mittragen und ertragen. So kommen sich die beiden ungleichen Brüder näher, während Thomas immer weniger Zeit hat...
Auf der Berlinale 2001 erhielt er für "Intimacy" den Goldenen Bären, auf der Berlinale 2003 ging der Silberne Bär wieder an ihn für die Regie seines jüngsten Werkes "Son frère". Regisseur und Autor Patrice Chéreau (59) legt mit dem Bruderdrama ein klein angelegtes, schnell produziertes Doppelportrait ab, das allerdings allzu prätentiös geraten ist.

"Son frère" ist schnell und unaufwendig gedreht, mit verwackelter Handkamera und grobkörnigen Bildern (Kamera: Eric Gautier). Das ist, seit Lars von Trier & Co. das "Dogma 95" ausgerufen haben und sich inzwischen längst selbst nicht mehr dran halten, alles andere als neu. Doch vom formal-stilistischen Rahmen einmal abgesehen, vermag Chèreaus Geschichte nicht recht zu überzeugen. Manchmal wird etwas zu sehr auf die Leidenstube gedrückt, auch seine Ästhetik vermag nicht zu berauschen. Da wird Thomas' nackter Körper immer wieder von der Kamera abgefilmt, beinahe genussvoll, so scheint es, wie er da liegt, im Krankenbett, gerade wieder weggetreten und bewusstlos ist, während sein Bruder Luc am Fenster steht und ihn still beobachtet, bis die Schwestern kommen.

Chèreau, der sich in seinen Filmen schon immer auch dem Sexuellen widmete, auch und gerade in "Intimacy", er gibt dem Bruder-Verhältnis eine durchaus doppeldeutig-ambivalente Note, lässt zwischen den beiden eine Zuneigung (Liebe?) aufkeimen, die über eine normale brüderliche Beziehung deutlich hinaus geht.

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