Auch Zwerge haben klein angefangen - 1969 | FILMREPORTER.de
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Auch Zwerge haben klein angefangen

Medium: Kauf KaufDVD
OriginaltitelAuch Zwerge haben klein angefangen
GenreDrama
Land & Jahr Deutschland 1969
FSK & Länge ab 16 Jahren • 92 min.
RegieWerner Herzog
DarstellerHelmut Döring, Gerd Gickel, Paul Glauer, Erna Gschwendtner, Pepi Hermine, Gisela Hertwig
Links IMDB
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenDVDsbewerten
DVD Extras: Audiokommentar mit Werner Herzog, Crispin Glover und Norman Hill • "Die fliegenden Ärzte von Ostafrika" (Dokumentation 45 Min.) • Fotogalerie • Auszüge aus dem Drehbuch • Biographie Werner Herzog • Trailer

Die Bewohner eines Erziehungsheimes sind auf einem Ausflug. Einige der kleinwüchsigen Insassen durften jedoch aus disziplinarischen Gründen nicht mitgehen. Sie bleiben im Heim in der abgelegenen Provinz zurück, wo sie bald die Abwesenheit des Direktors ausnützen, um ihrer Enttäuschung ein Fanal zu setzen. Die Liliputaner proben den Aufstand. Sie zerstören alles, was ihnen in den Weg kommt, sperren die zwei Kleinsten in ein Zimmer und verbrennen Hausrat. Der zurückgelassene Erzieher (Paul Glauer) nimmt verängstigt einen der Rädelsführer (Gerd Gickel) gefangen und verschanzt sich mit ihm in einem der Gebäude. Er droht, ihm etwas anzutun, wenn die Revolte nicht sofort eingestellt werde. Das heizt die Zerstörungswut der Übriggebliebenen noch mehr an. Als schließlich auch die Aggression untereinander zunimmt und sich ihre Aktionen im Kreis drehen, droht die Revolte zusammenzubrechen.
Mit irritierenden, oft surrealistischen Bildfolgen erzählt Werner Herzog in seinem zweiten Spielfilm die Geschichte von Menschen, die aus den ihnen vorgegebenen Hierarchien und Konventionen ausbrechen wollen. Aus Nicht nur aus heutiger Sicht wirkt es oberflächlich betrachtet politisch eher unkorrekt wenn Herzog in seinem Werk von 1970 zeigt, wie die Kleinwüchsigen Heimbewohner alles zerstören, was ihnen in die Hände fällt. "Auch Zwerge haben klein angefangen" ist der erste Spielfilm, der ausschließlich (mit Ausnahme eines Erziehers) mit kleinwüchsigen Schauspielern besetzt wurde. Das in schwarz-weiß gehaltene Drama versteht der Regisseur als eine Parabel auf die Menschheit und ihre destruktive Kraft. Der scheinbare Gegensatz von den Kleinwüchsigen und ihrer zerstörerischen Aggression parodiert unser Gewaltbild und soll uns zum Nachdenken darüber anregen, auf welcher Zivilisationsstufe der Mensch des 20. Jahrhunderts wirklich angekommen ist.

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8,5
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