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Wege zum Ruhm

Medium: Kauf KaufDVD
OriginaltitelPaths of Glory
GenreKrimi, Kriegsfilm
Land & Jahr USA 1957
Verkaufsstart    04.07.2002 (MGM Home Entertainment)
FSK & Länge ab 12 Jahren • 83 min.
RegieStanley Kubrick
DarstellerKirk Douglas, Ralph Meeker, Adolphe Menjou, George Macready, Wayne Morris, Richard Anderson
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DVD Extras: Original Kino-Trailer

Antikriegsdrama über die Verrohung des Menschen

Als der erste Weltkrieg vom Bewegungskrieg in den Stellungskrieg erstarrt, ist es für keine Seite mehr möglich in die Stellungen des Feindes einzubrechen und eine schnelle Entscheidung herbeizuführen. Jedes Vordringen der Armeen ist mit erheblichen Verlusten auf beiden Seiten verbunden. Der ehrgeizige französische General Mireau (George Macready) sieht seine Chance für den weiteren beruflichen Aufstieg. Die letzte Hürde ist die Höhe 19, die sich in den Händen der Deutschen befindet.

Große Teile seines Regiments sind vom langen Krieg jedoch erschöpft und demoralisiert. Er beschließt die schwierige Aufgabe dem Regimentsführer Colonel Dax (Kirk Douglas) zu übergeben. Nachdem dieser einen ersten Angriff in das feindliche Gebiet wagt, wird fast die erste Hälfte seines Regiments von dem feindlichen Beschuss niedergemäht. Der Nachtrupp, der ein schützendes Sperrfeuer setzen sollte, verlässt erst gar nicht den Schützengraben, ein Vorstoß erscheint den Soldaten völlig unmöglich.

General Mireau befiehlt daraufhin wutentbrannt auf die eigenen Leute zu schießen. Doch der zuständige Artillerieoffizier verweigert den Befehl. Der General ist empört und beschließt das Regiment wegen "Feigheit vor dem Feind" vor dem Kriegsgericht zur Verantwortung zu ziehen. Drei Soldaten werden stellvertretend ausgesucht. An ihnen soll ein Exempel statuiert werden. Damit soll die Moral der Truppe wiederherzustellt werden. Colonel Dax übernimmt die Verteidigung der drei Angeklagten und rechnet vor dem Kriegsgericht mit den eigentlichen Schuldigen, den Generälen, ab.
Stanley Kubricks Frühwerk ist ein humanistischer Antikriegsfilm, der dem exzentrischen Filmemacher weltweiten Ruhm einbrachte. Das Drama wurde in Frankreich, der Schweiz - die Eidgenossen wollten wohl die guten Beziehungen zum Nachbarn Frankreich wahren - und im französischen Sektor Berlins verboten. Mit unerbittlichen Ironie und einer guten Prise Zynismus stellt Kubrick die menschenverachtenden Aspekte des Krieges heraus. Er lässt seine Figuren gegen eine Wand von Machtgier laufen.

Geradezu haarsträubend ist die Szene, in der General Mireau siegessicher durch die Schützengräben spaziert und die erschöpften Soldaten mit einem unerhört fröhlichen "Na, wollen wir denen drüben mal kräftig einheizen?" begrüßt. Währenddessen schlägt unentwegt das feindliche Artilleriefeuer ein. Allein dieser Moment spricht für die Sinnlosigkeit des Krieges und seinen unzähligen Opfern. Die wahnsinnige und zum Scheitern verurteilte Offensive des Generals spiegelt die Perversität und menschlichen Abgründe wieder, die in der Natur des Menschen verankert zu sein scheinen.

Die Enthumanisierung des Menschen zu einer tödlichen Waffe thematisiert Kubrick nochmals und nicht minder eindringlich in seinem Beitrag zum Vietnam-Krieg "Full Metal Jacket". Immer wieder stößt Kubrick uns schonungslos auf die menschlichen Abgründe, vielleicht in der Hoffnung, dass der kalte Blick auf sich selbst die Menschheit irgendwann weiterbringt.

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