Wo die grünen Ameisen träumen - 1984 | FILMREPORTER.de
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Wo die grünen Ameisen träumen

OriginaltitelWo die grünen Ameisen träumen
GenreDrama
Land & Jahr Deutschland 1984
FSK & Länge ab 12 Jahren • 96 min.
RegieWerner Herzog
DarstellerBruce Spence, Wandjuk Marika, Roy Marika, Ray Barrett, Norman Kaye, Ralph Cotterill
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Poetisches und engagiertes Werk von Werner Herzog

Die Uran Mining Company gräbt mit Bulldozern in der australischen Wüste. Der Ort der Erdräumungsarbeiten ist jedoch zugleich heiliger Boden für die Australischen Ureinwohner, die im nahen Reservat leben. Ein Interessenkonflikt bahnt sich an. Die wirtschaftlichen Gesetze der lukrativen Unternehmung stehen in Kontrast zu dem Glauben der Aborigines, die von der Existenz der grünen Ameisen überzeugt sind und ihre Kultstätte schützen wollen.

Dort wo nach Uran gebohrt wird, sollen die Ameisen den Menschen geträumt und ihm das Feuer gebracht haben. Der ungleiche Konflikt wird vor Gericht ausgetragen. Doch die Anliegen der Parteien sind für die Gegenseite nur schwer nachzuvollziehen. Während der gewinnbringende Raubbau der Erde bei den Aborigines kein Verständnis findet, gibt es im Profitdenken der Wirtschaft kein Platz für die Sentimentalitäten der Wilden. Das Schicksal des heiligen Gebiets scheint bereits besiegelt.
Im Mittelpunkt der Handlung steht zunächst die Konfrontation zwischen der marktwirtschaftlich handelnden Gesellschaft und dem Wille eines Volkes, einen ihm heiligen kleinen Fleck Erde zu retten. Auf den zweiten Blick wird jedoch die Metaphorik des Streites deutlich. Indem die Aborigines die Kultstätte der träumenden Ameisen retten, möchten sie sich ihre eigene Fähigkeit zu träumen bewahren. Doch ob die Ökonomie Freiraum für Träume duldet ist mehr als fraglich.

Regisseur Werner Herzog hat ein filmisches Werk mit einer starken ökologischen und politischen Fragestellung geschaffen. Anstatt in plump vergeisterten Umweltschutz-Doktrinen zu versanden, verpack Herzog sein Werk in faszinierende Bildern der australischen Wüste. Zwar wird hier für Herzogsche Verhältnisse viel geredet, trotzdem bleibt die Grundatmosphäre erstaunlich heiter. Das zivilisationskritische Drama "Wo die grünen Ameisen träumen" gewann im Jahre 1984 beim Deutschen Filmpreis das Goldenen Filmband in der Kategorie bester Programmfüllender Spielfilm. Jörg Schmidt-Reitwein wurde für seine Kameraführung ausgezeichnet.

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