Fahrstuhl zum Schafott - 1958 | FILMREPORTER.de
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Fahrstuhl zum Schafott

OriginaltitelAscenseur pour l'échafaud
GenreThriller
Land & Jahr Frankreich 1958
FSK & Länge ab 16 Jahren • 90 min.
KinoDeutschland
Kinostart29.08.1958
RegieLouis Malle
DarstellerLino Ventura, Félix Marten, Iván Petrovich, François Joux, Marcel Journet, Jacques Hilling
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Spannendes Regiedebüt von Louis Malle

Ex-Soldat Julien (Maurice Ronet) ist bei einem französischen Waffenkonzern angestellt. Die schöne Florence (Jeanne Moreau), mit der Julien ein Verhältnis hat, beauftragt ihn mit dem Mord an ihrem eigenen Mann, Konzernchef Carala (Jean Wall). Julien macht sich brav ans Werk. Mit Hilfe eines Seils klettert er von seinem Büro ins obere Stockwerk, dringt in das Zimmer Caralas ein und schießt ihm in den Kopf. Er erledigt den Job mit dessen eigenem Revolver, den er von Florence bekommen hat. Dann drückt er dem Toten die Waffe in die Hand, um die Tat als Selbstmord erscheinen zu lassen. Er hangelt sich über die Geländer wieder hinab in sein Arbeitszimmer und verlässt mit seiner Sekretärin seelenruhig das Gebäude. Der perfekte Mord. Doch als Julien zu seinem Auto geht, merkt er, dass er etwas im Gebäude vergessen hat. Er kehrt um, betritt den Fahrstuhl und bleibt in diesem stecken, denn der Mann vom Wachpersonal hat gerade den Strom im Gebäude abgestellt. Währendessen wartet Florence auf Julien und so nimmt das Unglück seinen Lauf. Sie weiß nicht, was passiert ist, noch nicht mal ob ihr Mann tot ist. Auch nach Büroschluss melde sich Julien nicht bei ihr. Florence irrt ziellos in der Stadt umher, um an einschlägigen Orten nach ihm zu suchen.
Louis Malle kombiniert verschiedene Handlungsebenen derart gekonnt, dass ein enormer Spannungspegel entsteht. "Ascenseur pour l'échafaud" von 1958 ist ein in jeder Hinsicht düstere Film, der Paris in eine kalte, berechnende Atmosphäre stellt. Obwohl Malle nicht zu den Begründern der Nouvelle Vague zählte, kann man seinen Film, getrost als einen Meilenstein dieser Bewegung sehen. Er hat aber auch starke Anklänge an den Film Noir der 1940er Jahre. Malle lässt die scheinbare Perfektion des Verbrechens wie ein Kartenhaus zusammenbrechen. Wenn Florence auf der Suche nach ihrem Geliebten durch die nächtlichen Straßen und Gassen von Paris zieht, wird sie von der betörenden Musik des legendären Miles Davis begleitet. Diese fängt die schillernde Atmosphäre der Metropole perfekt ein. Jeanne Moreaus Darbietung ist exzellent. Ihre melancholische Traurigkeit kombiniert Henri Decaë mit faszinierenden Bildern von Paris. Das eigentliche Thema des Films ist die Stadt selbst. Malle präsentiert Paris als einen Moloch, in dem die Handelnden wie Figuren auf einem Schachbrett erscheinen. Sie werden von der Anonymität der Stadt und ihrer einhergehenden Gleichgültigkeit ganz und gar beherrscht.
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