Privatleben - 1962 | FILMREPORTER.de
Filmreporter-RSS

Privatleben

OriginaltitelVie privée
AlternativVita privata
GenreDrama
Land & Jahr Frankreich/Italien 1962
FSK & Länge 104 min.
KinoDeutschland
Kinostart19.04.1962
RegieLouis Malle
DarstellerJean-Claude Brialy, Simonetta Simeoni, Dominique Zardi, Fred Surin, Nora Ricci, Gilles Quéant
Links IMDB
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenMeinungenFeaturebewerten

Brigitte Bardot als junges Fotomodell

Jill (Brigitte Bardot) ist ein junges Mädchen, das durch Zufall entdeckt wird und zum Fotomodell avanciert. Während die Fans den neuen Star stürmisch bejubeln und Mädchen ihren Stil kopieren, prangert die konservative Klatschpresse ihre verdorbenen Filme an, Paparazzi verfolgen sie auf Schritt und Tritt. Beim Dreh greift Jill immer öfter zu Schlaftabletten, bis sie eines Tages in der Öffentlichkeit zusammenbricht. Nur vorübergehend findet sie bei Regisseur Fabio (Marcello Mastroianni) etwas Ruhe. Er versteckt sie in seiner Villa in einem kleinen Städtchen. Doch als Fabio das Theaterstück Käthchen von Heilbronn auf der Piazza aufführen will, kommt es zum Eklat. Obwohl er Jill verbietet zur Vorführung zu erscheinen, schleicht sich diese am Abend der Aufführung aufs Dach, um von dort das Stück zu sehen. Paparazzi entdecken den gefallenen Star und verursachen eine Massenhysterie.
In die Figur von Jill hat Brigitte Bardot viele eigene Erfahrungen eingebracht. So etwa die Szene, in der sie im Fahrstuhl von einer Putzfrau auf das Übelste beschimpft wird. In "Privatleben" inszeniert Louis Malle die Bardot nicht mehr nur als populäre Schauspielerin, sondern als Mythos. Für das Ende fehlte Malle zunächst eine zündende Idee. Ein Zwischenfall brachte die Lösung. Die Bardot war in Malles hübschen Haus eingesperrt und traute sich nicht vor die Tür, da diese Tag und Nacht von Paparazzi umlagert war. Eines Abends ging sie auf die Terrasse hinauf. Dort veranstaltete Malle eine kleine Party. Am Himmel funkelten die Sterne, es war angenehm warm, und der Filmstar fühlte sich wohl, als plötzlich auf den Dächern ringsum ein tausendfaches Blitzlichtgewitter ausbrach. Louis Malle bat sie höflich, aber bestimmt, wieder nach unten zu gehen. So wurde sie in ihre Einsamkeit zurückgeschickt, denn sie war die Ursache der Störung. Diese kleine Episode änderte Malle leicht ab und fügte sie in das Drehbuch ein. Geblendet vom Blitzlicht verliert Jill das Gleichgewicht. In einer langen Sequenz, die von der eindringlichen Musik des Requiems von Giuseppe Verdi untermalt ist, fällt sie langsam in einen nicht endenden Abgrund. Wie die Bardot später sagte, war das für die Filmheldin der einzige Ausweg und auch für sie persönlich. Knapp zehn Jahre später beendete sie ihre Karriere im Alter von gerade 39 Jahren.

Bewertung abgeben

Bewertung
5,0
6,0 (Filmreporter)     
 (1 User)

Meinungen

Das tödliche Blitzlicht

Der Titel ist wohl ironisch gemeint, denn für die beiden zentralen Figuren (Bardot, Mastroianni) gibt es so etwas nicht. Gleichzeitig ist es eine Abrechnung mit den Paparazzi,... mehr
09.08.2010 13:25 Uhr - 8martin
Amazon
Bücher, DVDs oder das neue Heimkino für Ihren Filmgenuss




 
Brigitte Bardot, Gregor von Rezzori

Feature:  Brigitte Bardot verfolgt

Auch bei Brigitte Bardots neuem Film erhitzen sich die Gemüter von Reporter und Zuschauer gleichermaßen. Regisseur Louis Malle...
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenMeinungenFeaturebewerten
© 2018 Filmreporter.de