C'est la vie - So sind wir, so ist das Leben - 2008 | FILMREPORTER.de
©Kinowelt Filmverleih

C'est la vie - So sind wir, so ist das Leben

OriginaltitelLe Premier jour du reste de ta vie
GenreDrama
Land & Jahr Frankreich 2008
Kinostart    23.04.2009 (Kinowelt Filmverleih)
FSK & Länge ab 12 Jahren • 113 min.
RegieRémi Bezançon
DarstellerJacques Gamblin, Zabou Breitman, Déborah François, Marc-André Grondin, Pio Marmaï, Roger Dumas
Homepage http://www.cestlavie.kinowelt.de
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Geniales Familienportrait - urkomisch, hochmodern

In der Familie Duval hat jedes der fünf Mitglieder seine eigenen Konflikte mit sich auszutragen. Der älteste Sohn Albert (Pio Marmaï) ist im Begriff auszuziehen, will sich endlich von der Familie lösen. Der Medizinstudent versucht sich dem Druck und den hohen Erwartungen seiner Eltern und Geschwister entziehen. Mutter Marie-Jeanne (Zabou Breitman) muss zusehen, wie ihr die Kinder langsam entwachsen. Es fällt der Hausfrau besonders schwer, loszulassen, während sich ihre "Babys" emanzipieren. Die Ehe mit Robert (Jacques Gamblin) plätschert vor sich hin, Marie-Jeanne vermisst die großen Gefühle der frühen Jahre. Zu allem Überfluss liest sie im Tagebuch ihrer pubertierenden Tochter Fleur (Déborah François) einen Eintrag, der sie in eine Lebenskrise stürzt: "Mutter braucht mal wieder richtigen Sex". Raphaël (Marc-André Grondin) übernimmt keine Verantwortung für sein Leben, verschiebt Bewerbungen und sonstige Pflichten stets auf den nächsten Tag. Er möchte einfach nur seine Ruhe haben und Videospiele zocken. Fleur, die Jüngste, will nicht mehr als Kind angesehen werden. Verzweifelt kämpft sie darum, ernst genommen zu werden. Deshalb hat sie ihren ersten Sex, hört Grunge, betrauert mit Freunden kiffend den Tod von Kurt Cobain. Vater Robert hat ähnliche Probleme. Der Taxifahrer und Familienoberhaupt wird von allen belächelt, zudem versucht er seit Jahren erfolglos das Rauchen aufzugeben. Der Moment, in dem die Familie endlich zueinander findet, ist von kurzer Dauer, das Glück flüchtig: Einer wird aus ihrer Mitte gerissen und nichts ist, wie zuvor.

Rémi Bezançon erzählt anhand von fünf Tagen exemplarisch das Leben der Familie Duval über einen Zeitraum von zwölf Jahren. Jede der fünf Episoden behandelt einen entscheidenden Tag im Leben eines Familienmitgliedes. Diese ungewöhnliche Erzählweise ist sehr modern, dabei nähert sich Besançon seinen Figuren mit viel Einfühlvermögen. Doch nicht nur in dieser Hinsicht gelingt sein Spagat. "C'est la vie - So sind wir, so ist das Leben" ist einerseits zum Schießen komisch, andererseits von ergreifender Traurigkeit. Trotz des breiten Gefühlsspektrums kann ist das Familienportrait nicht von übertriebener Emotionalität. Interessanterweise wurde jede Episode mit einer anderen Kamera gefilmt. Der Tag des Auszugs von Albert (Pio Marmaï) wurde beispielsweise nur mit einem Weitwinkelobjektiv gefilmt, "um Abstände zu betonen, die Distanz zwischen den Figuren hervorzuheben und so Alberts Schritt Richtung Unabhängigkeit zu unterstreichen", so Besançon. In jeder Hinsicht ist "C'est la vie" voller Gegensätze, und auch deshalb so stimmig, weil dadurch eine Schieflage vermieden wird: So werden nostalgische Momente immer wieder durch den hervorragenden, Rockigen Soundtrack aufgelockert. Dramatische Ereignisse werden nicht überbetont weil ihnen banale Alltagssituationen folgen. Von den fantastischen Schauspielern einen hervorzuheben ist nicht notwendig. Zwei der fünf Hauptdarsteller haben den César bekommen, dazu den Preis für den besten Schnitt, bei insgesamt neun Nominierungen. Besançon gelingt eine moderne Liebeserklärung an die Institution Familie.

C'est la vie - So sind wir, so ist das Leben

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7,0 (Filmreporter)     
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Meinungen

Die Familie lebt

Der Titel des Originals verlegt die Bedeutung auf die Redewendung, dass jeder Tag „der erste Tag vom Rest des Lebens“ ist. Ansonsten ist der Film einer in der langen Reihe... mehr
14.09.2011 17:48 Uhr - 8martin
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