Brighton Rock - 2010 | FILMREPORTER.de
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Brighton Rock

OriginaltitelBrighton Rock
GenreKrimi
Land & Jahr Großbritannien 2010
Kinostart    21.04.2011 (Kinowelt Filmverleih)
FSK & Länge ab 16 Jahren • 111 min.
RegieRowan Joffe
DarstellerCarey Mulligan, John Hurt, Helen Mirren, Pete Postlethwaite, Sam Riley, Sean Harris
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Düstere Gangsterstory mit Fiesling Sam Riley

Kleinganove Pinkie (Sam Riley) hat es satt, immer nur der Laufbursche in seiner Gang zu sein. Da kommt ihm der Auftrag gerade recht, den Tod eines Bandenmitglieds zu rächen. Er findet Gangster Hale (Sean Harris), lockt ihn unter den Pier an der Promenade und erschlägt ihn dort brutal. Doch die Tat bringt sein ganzes Leben zum Trudeln. Es gibt eine Zeugin, die ihn, Hale und seinen Kumpel auf dem Pier gesehen hat. Außerdem gibt es ein Foto, das die beiden Gangster mit Rose (Andrea Riseborough) zeigt.

Damit die Polizei ihnen nicht auf die Spur kommt, macht Pinkie sich an Rose heran. Er spielt ihr die große Liebe vor und heiratet sie sogar. Nach geltendem Recht ist eine Ehefrau nicht verpflichtet, gegen ihren Mann auszusagen. Auf Pinkie wartet die Todesstrafe, sollte er erwischt werden. Rose ist ein naives junges Mädchen, die bei ihrem trinkenden Vater wohnt und als Kellnerin arbeitet. Mit Pinkie eröffnet sich für sie ein Leben, von dem sie nicht zu träumen gewagt hat. Blind vor Liebe weigert sie sich zu erkennen, dass Pinkie sie nur benutzt. Roses Chefin Ida (Helen Mirren) setzt alles daran, das Mädchen vor Pinkie zu retten.
Regisseur und Drehbuchautor Rowan Joffe hat die Handlung von Graham Greenes Roman aus den 1930er Jahren ins England des Jahres 1964 verlegt. Die steigende Zahl von Messermorden unter britischen Jugendlichen würde zwar auch einen aktuellen Bezug zu dem kriminellen Pinkie bilden, doch dann hätte der Charakter von Rose nicht mehr funktioniert. "Die Unschuld und enorme Naivität des Mädchens sind undenkbar im Zeitalter des Internets", erklärt Joffe in den Produktionsnotizen zum Film.

Die Verlagerung der Handlung ins Jahr 1964 schadet dem Film zwar nicht, sie nützt aber auch nicht. Der Hintergrund der Bandenkämpfe zwischen den neuen Mods und den alten Rockern ist zwar optisch hübsch anzusehen. Doch er bringt die Story nicht voran, da Pinkie keiner dieser Gruppen angehört. Er ist ein Einzelgänger, unfähig Freundschaften zu schließen und Gefühle zuzulassen. Der Film bezieht seine Spannung aus der Figurenkonstellation von Sam Riley und Andrea Riseborough. Ihre Gutgläubigkeit gegen seine Niedertracht. Aber die Gleichung geht nicht auf, denn keine der beiden Figuren vermag es, die Sympathien der Zuschauer auf sich zu ziehen. Roses Naivität, die Riseborough vollkommen spielt, zerrt an den Nerven der Zuschauer. Ein Mädchen, das hingebungsvoll bis zur Selbstaufgabe liebt, entspricht nicht dem Bild, das wir heute von einer jungen Frau haben. Das gilt insbesondere, wenn das Objekt der Liebe ein derart offensichtlicher Mistkerl wie Pinkie ist. Irgendwann wandeln sich die anfänglichen Sympathien in Antipathie für Rose. Auch Riley gelingt es, mit seiner großartigen Darstellung des Ganoven Pinkie nicht ein Fünkchen Zuneigung in den Herzen der Zuschauer zu säen. Er ist einfach durch und durch böse. Da hilft ihm auch sein charismatisches Aussehen nicht. Einzig Helen Mirren als unerschrockene Chefin von Rose hat die Herzen auf ihrer Seite. Rowan Joffes Krimi liefert zwar großartige Bilder, doch den Zuschauer richtig zu packen vermag die Geschichte nicht.
Brighton Rock

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Pinkie (Sam Riley) will nach ganz oben. Er will zum Gangsterboss der Stadt aufsteigen. Dafür geht er als Handlanger einer unbedeutenden Bande über Leichen...  Clip starten
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