Fair Game - 2010 | FILMREPORTER.de
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Fair Game

OriginaltitelFair Game
GenreAction, Biographie
Land & Jahr USA 2010
Kinostart    25.11.2010 (TOBIS Film)
FSK & Länge ab 12 Jahren • 105 min.
RegieDoug Liman
DarstellerNaomi Watts, Sean Penn, Ty Burrell, Michael Kelly, Bruce McGill, Brooke Smith
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Spannender Politthriller nach wahrer Begebenheit

Als nach dem Irakkrieg 2003 die Weltöffentlichkeit nach und nach von der Atomwaffen-Lüge der US und der britischen Regierung erfuhr, war das nicht nur ein Schock, sondern für viele auch die Bestätigung ihrer Befürchtungen. Die Medien stürzten sich auf das Thema und bemühten sich, die Intrige aufzuklären. Doch was hinter der politischen Bühne vor sich ging, die Struktur der Intrige selbst, die Schicksale, die damit verbunden waren, das alles blieb weitgehend im Dunklen. Was in erster Linie zählte, war der Nachweis von Schuld und der Wahrheit.

Diesem Mangel des Journalismus will "Fair Game" entgegenwirken. Der Fokus ist dabei auf jene Institutionen gerichtet, die die politische Willkür besonders hart zu spüren bekamen. Das sind die mit der Faktensammlung beauftragte CIA sowie die um die Wahrheit betrogenen Medien. Valerie (Naomi Watts) ist CIA-Agentin und arbeitet an einem Undercover-Auftrag, der den Nachweis erbringen soll, dass der Irak doch im Besitz von Massenvernichtungswaffen ist. Ihr Mann Joe (Sean Penn) ist Journalist, er hat die Aufgabe, über die Existenz dieser Waffen massenwirksam zu berichten. Doch der Irak besitzt keine Atomwaffen. Weil der Krieg offenbar bereits beschlossene Sache ist, werden die Beweislage und alle Gegenargumente ignoriert. Die Macht des Staates bekommt das Ehepaar besonders hart zu spüren, als es sich entschließt ihrem Gewissen zu folgen und die Öffentlichkeit über die Lüge zu informieren.
Der Blick hinter die Kulissen der Intrige mag zwar nicht viel Neues zutage fördern, dafür zeigt "Fair Game" auf schonungslose Weise, wie der Machtapparat der US-Regierung funktioniert. Dass die Wahrheit nicht auf Fakten beruht, sondern eine von wenigen vorgeschriebene, relative Konstante ist, die sich ihre Fakten sucht, ist Kernthema des spannenden Films von Doug Liman. Auch diese Erkenntnis wird seit dem Bekanntwerden des Politskandals kein Gewinn für den Zuschauer sein. Dennoch ist es spannend zu sehen, wie Institutionen von den "wenigen oben", wie es im Film heißt, nicht für die Wahrheitsfindung instrumentalisiert, sondern für eine pragmatische, gewollte und gewünschte Wahrheit missbraucht werden. Die CIA, die in der Film- und Fernsehgeschichte schon des öfteren als Werkzeug für die Ziele ihrer Regierung dargestellt wurde, hängt auch hier an den Fäden ihres Auftraggebers. Sie mag in der Charakterisierung hier und da ein wenig zu gut wegkommen, ihre Protagonisten erscheinen zu sehr als Idealisten. Eine Verherrlichung dieser Einrichtung hatte "Fair Game" dennoch nicht im Sinn. Das positive Bild mag sich einerseits aus der Erzählperspektive ergeben, andererseits durch die Dominanz des Feindbildes. Die Leistung der CIA mutet angesichts des politischen Pragmatismus absurd und sinnlos an. Egal was sie unternimmt, um der Wahrheit auf die Spur zu kommen, ihre Bemühungen werden von der Regierung ignoriert und unterlaufen. Damit beschwört "Fair Game" ein Ohnmachtsgefühl, das nicht nur von den Figuren des Films erfahren wird, sondern sich auch auf den Zuschauer überträgt.

"Fair Game" verharrt jedoch nicht auf der Diagnose eines Lähmungszustandes und der Anklage des politischen Wertesystems. Der auf wahren Begebenheiten beruhende Film ist zugleich ein Appell für den persönlichen Widerstand gegen die politische Willkür. Demokratie ist das Volk und das Schicksal eines Landes liegt in den Händen eines jeden Einzelnen, heißt es sinngemäß in einer Szene. Am Beispiel von Valerie und ihrem Mann Joe, überzeugend dargestellt von Naomi Watts und Sean Penn, wird die Notwendigkeit des Widerstandes vorgeführt. Sympathisch an "Fair Game" ist, dass der Film diese Botschaft nicht zugunsten eines übertriebenen Pathos verwässert, sondern seinem ernstem Thema mit Respekt und einer authentischen Inszenierung begegnet. Auch die aus dem Grundkonflikt resultierende Melodramatik ist weitgehend zurückgenommen. Zwar gerät die Beziehung zwischen Valerie und Joe vorübergehend in eine Krise, doch dient diese nicht der Emotionalisierung des Zuschauers. Daraus spricht vielmehr das zentrale Anliegen von "Fair Game", nämlich das Bewusstsein des Individuums für seine Verantwortung angesichts des politischen Machtmissbrauchs zu wecken. So ist Valerie zunächst gegen den Kampf ihres Mannes, schließt sich dann doch seiner Haltung an. Seine Ernst- und Gewissenhaftigkeit macht die Qualität dieses gelungenen Politthrillers aus.
Fair Game

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Valerie (Naomi Watts) ist CIA-Agentin, ihr Mann Joe (Sean Penn) Journalist. Beide arbeiten an einem Geheimauftrag. Sie müssen den Nachweis erbringen, dass...  Clip starten
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