Die Mühle und das Kreuz - 2011 | FILMREPORTER.de
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Film: Die Mühle und das Kreuz

                             
OriginaltitelThe Mill and the Cross
AlternativBruegel - The Mill & The Cross; Die Mühle & das Kreuz
GenreDrama
Land & Jahr Schweden/Polen 2011
Kinostart    24.11.2011 (Neue Visionen)
FSK & Länge 92 min.
RegieLech Majewski
DarstellerRutger Hauer, Michael York, Charlotte Rampling, Oskar Huliczka, Joanna Litwin
Homepage http://themillandthecross.com
Links IMDB

Inhalt

Als Pieter Bruegel der Ältere (Rutger Hauer) Mitte der 1550er Jahre erfolgreich ist, befindet sich insbesondere die Kunstszene Flanderns im Umbruch: Statt die von Joachim Patinir begründeten mythologischen Weltlandschaften, rücken profane Darstellungen in den Vordergrund. Dies führt zu einer schlichten Landschaftsmalerei. Da Bruegel der Ältere nach Meinung Nicolas Jonghelincks (Michael York) die alte und die neue Malweise optimal miteinander vereint, soll der Künstler für den reichen Antwerpener "Die Kreuztragung Christi" malen.

Dieser sagt unter der Bedingung zu, dass er die Pfade traditioneller Passionsdarstellungen verlassen darf. So verlegt der Künstler schließlich die Handlung vom Heiligen Land in seine flämische Heimat und verflechtet mehrere Hundert Figuren im Gemälde miteinander. Um die Charaktere so natürlich wie möglich malen zu können, beginnt Bruegel der Ältere durch Flandern zu reisen und Skizzen anzufertigen.

Kritik

Anders als Filme wie "Das Mädchen mit dem Perlenohrring" beschäftigt sich "Die Mühle und das Kreuz" nicht mit dem geschichtlichen Hintergrund eines Gemäldes oder dessen Malers. Vielmehr steht das tatsächliche Entstehen von "Die Kreuztragung Christi" und seine inhaltliche Komplexität im Vordergrund. Um sich diesem schwierigen Thema zu widmen, adaptierte Lech Majewski das Sachbuch "The Mill an the Cross" von Michael Francis Gibson. Dieser verfasste eine detaillierte Analyse des Gemäldes von Pieter Bruegel dem Älteren.

Majewski versucht daraus die wichtigste Essenz zu ziehen, was ihm jedoch nur streckenweise gelingt. Der Regisseur dramatisiert gekonnt, wie Bruegel der Ältere skizziert, diskutiert und nach möglichen Hintergrundmotiven sucht. Dabei taucht Majewski im wahrsten Sinne des Wortes in das Gemälde des Künstlers ein, in dem er digital aufgenommenes Filmmaterial miteinander kombiniert: Vor dem Blue Screen agierende Schauspieler wie Michael York, CGI-animierte Hintergründe, reale Landschaften die denen von Bruegels Gemälden ähneln sollen sowie eine riesengroße von Majewski gemalte Kopie des Werkes, wurden miteinander verwoben. Dies führt dazu, dass der Zuschauer nicht nur in das Geschehen hineingezogen wird, sondern auch gut das Vorgehen des Malers nachvollziehen kann. Außerdem werden einige Figuren des Gemäldes vorgestellt und deren dramaturgische Aufgabe im Gemälde erklärt. So erhalten auch diejenigen einen guten Eindruck von der Komplexität eines Schaffens eines Gemäldes, die sich nicht für Kunst interessieren. Für Zuschauer, die sich mit Bruegel dem Älteren beschäftigt haben, bietet "Die Mühle und das Kreuz" jedoch wenig Neues. Zwar ist verständlich, dass nicht die gesamte Komplexität des Gemäldes in einem 90-Minüter erfasst werden kann. Auch bei Berücksichtigung dieses Gesichtspunkts, bleibt Majewskis Werk an der Oberfläche. So geht der Regisseur in keiner Weise darauf ein, welche Rolle das Werk im kunsthistorischen Kontext spielt und wie sich Bruegels Stil entwickelte. Auf Künstler wie Joachim Patinir und Hieronymus Bosch wird überhaupt nicht eingegangen, obwohl diese mit ihren sogenannten Weltlandschaften stilprägend für den Flamen waren. So ist "Die Mühle und das Kreuz" letztlich nur ein Werk, das anhand eines Gemäldes exemplarisch und optisch raffiniert, die Arbeit an einem komplexen Gemälde im Flandern des 16. Jahrhunderts erläutert. Die gehobene Bedeutung von "Die Kreuztragung Christi" bleibt jedoch im Verborgenen.

Die Mühle und das Kreuz

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