Night Moves - 2013 | FILMREPORTER.de
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Night Moves

OriginaltitelNight Moves
GenreThriller
Land & Jahr USA 2013
FSK & Länge ab 12 Jahren • 112 min.
KinoDeutschland
AnbieterMFA+ Film Distribution
Kinostart14.08.2014
RegieKelly Reichardt
DarstellerBart McCarthy, Jesse Eisenberg, Ernie Ephraim, Gavin MacCartney, Jonah Goergen, Oliver Goergen
Homepage http://www.filmfrauen.net/category/ww...
Links IMDB
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenNewsGalerieDVDsbewerten

"Schuld und Sühne" trifft auf Alfred Hitchcock

Josh (Jesse Eisenberg) und seine Freundin Dena (Dakota Fanning) sind Umweltaktivisten aus Überzeugung. Um die Gesellschaft wachzurütteln, wollen sie einen Staudamm in die Luft sprengen. Unterstützung bei dieser Aktion mit großer Symbolkraft finden sie in ihrem Mentor Harmon (Peter Sarsgaard), der früher beim Militär diente. Je näher der ausgemachte Termin rückt, umso größer werden die Konflikte zwischen den Aktivisten. Dann geht bei der Aktion etwas schief, was für alle Beteiligten schwerwiegende Folgen haben wird...
Die inhaltlichen Rahmenbedingungen von Kelly Reichardts "Night Moves" sind die gleichen wie in Zal Batmanglijs "The East". Beide Filme handeln von einer Gruppe Weltverbesserer, die in ihrem Kampf für ihre Ideale auch vor den fragwürdigsten Methoden nicht zurückschrecken. Hier wie da geht es um individuelle Gewalt als Antwort auf die systemische Gewalt.

Während Batmanglij auf die Dynamik des alternativen Lebensstils außerhalb der Gesellschaft fokussiert und unisono mit seiner Protagonistin (Brit Marling) der Faszination ihrer Lebensphilosophie im Allgemeinen sowie der Strahlkraft ihrer Protagonisten im Speziellen erliegt, interessiert sich Reichardt für existentielle Themen wie die Auswirkungen einer (kriminellen) Aktion auf die psychische Befindlichkeit des Einzelnen.

Neben diesen Dostoyevsky'schen Fragen nach Schuld und Sühne ist "Night Moves" auch ein dezidierter Thriller. Mit anderen Worten: Neben dem Für und Wider einer Straftat stellt Reichardt auch die Tat an sich in den Fokus ihrer Erzählung. Dabei benutzt sie durchaus klassische Genre-Elemente, wenn zum Beispiel eine Polizeikontrolle oder eine tickende Zeitbombe die Handlung vorantreiben und Spannungsakzente setzen.

Genre-Konstrukte dienen der US-amerikanischen Independent-Regiseurin in der Vergangenheit immer wieder als Folie für ihre Studien zur psychischen Verfassung der US-amerikanischen Gesellschaft und deren historischen und zeitgenössischen Einordnung. In "Meek's Cutoff" etwa benutzte sie das Western-Genre, um auf filmisch subtile Weise den Mythos von der Zivilisierung des Wilden Westens auf den Kopf zu stellen.

Während die Erzählung in "Meek's Cutoff" in Analogie der Verlorenheit der Protagonisten in der unendlichen Weite des amerikanischen Westens form- und grenzenlos bleibt, kommt sie in "Night Moves" wesentlich geglättet daher. Auch das entspricht dem Thriller-Genre, wo formale Präzision einer klaren Funktion untergeordnet ist: der Spannungserzeugung.
Night Moves

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Wie schon in "Meek's Cutoff" benutzt die amerikanische Independent-Regisseurin Kelly Reichardt in "Night Moves" ein Genre-Konstrukt (Thriller) als Folie für existenzielle Themen. mehr
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