Happiness is a warm gun - 2001 | FILMREPORTER.de
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Happiness is a warm gun

OriginaltitelHappiness is a warm gun
GenreDrama, Experimentalfilm
Land & Jahr Schweiz 2001
Kinostart    03.10.2002 (RealFiction Film)
FSK & Länge 92 min.
RegieThomas Imbach
DarstellerLinda Olsansky, Herbert Fritsch, Angelika Waller, Sir Henry, Ingrid Sattes, Stefan-Hyun Wanner
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Das Glück findet sich im Lauf einer Pistole - zumindest für Petra Kelly, Grünen-Politikerin und Pazifistin, die von ihrem Lebenspartner, dem Ex-General Gert Bastian 1992 im Schlaf erschossen wurde, bevor er sich selbst tötete. In Thomas Imbachs Experimentaldrama "Happiness is a warm gun" steht bereits am Anfang der Moment des Todes, der alles beendende Schuss, der zum Ausgangspunkt für eine surreale Reise in das Leben nach dem Tod der beiden Protagonisten wird. Petra (Linda Olsansky) und Gert (Herbert Fritsch) finden sich in einer unwirklich anmutenden Zwischenwelt wieder, die sich für den Zuschauer als Flughafen Zürich manifestiert. "Hier kommen Sie nicht raus", versucht eine freundliche Angestellte der von ihrem Ableben sichtlich verwirrten Petra Kelly klarzumachen, und tatsächlich scheint der Flughafen für die beiden aus dem Leben Geschiedenen keinen Ausgang mehr zu haben. Beide müssen sich erst daran gewöhnen, nicht mehr am Leben zu sein, auch Petras klaffende Schusswunde weist darauf hin. In endlosen Diskussionen erinnern sich Kelly und Bastian an ihre gemeinsame Zeit als Friedens-Aktivisten und unkonventionelles Liebespaar, das auch in ihrer gemeinsamen Partei mit Argwohn beäugt wurde. Durch Herumirren in den menschenleeren Gängen des riesigen Areals, spontanen Sex und ständige Beteuerungen ihrer Liebe versuchen die Beiden, der Endgültigkeit des Todes zu entgehen. Petra Kellys eingeschobene Gespräche mit einer Gruppe von Asylbewerbern, die von "ihrem" Flughafen aus abgeschoben werden sollen, bringen einen Hauch von Realität in die nicht fassbare Situation. Immer wieder drängt die Ausweglosigkeit der Tat, die die beiden Liebenden an diesen Ort gebracht hat, in den Vordergrund. Die Zwischenwelt des Todes ist für Petra Kelly und Gert Bastian zur Endstation ihrer Existenz geworden.
Thomas Imbach bricht mit den Konventionen einer nachvollziehbaren Erzählstruktur. Er verknüpft Archivaufnahmen der "realen" Personen Kelly und Bastian mit improvisierten Dialogen. So verwischt die Grenze zwischen der Fiktion spontan inszenierter Spielszenen und der "Realität" der historischen Vorbilder. Eine nachvollziehbare Handlung oder ein Ziel, auf das die Aneinanderreihung absurder Situationen, die sich um die zwei Protagonisten dieses grotesken Mysterienspiels drehen, abzielt, besitzt "Happiness is a warm gun" nicht. Doch selbst als filmisches Experiment bietet dieser Film in seinem krampfhaften Bemühen, den Grad an Surrealität von Szene zu Szene immer weiter zu erhöhen, zu wenig, um ein aufgeschlossenes Cineasten-Publikum begeistern zu können. Der ambitionierte, aber vollkommen blutleere Totentanz überzeugt einzig in seiner Eigenschaft als Spielwiese für die Improvisationsfreudigkeit von Linda Olsansky und Herbert Fritsch. Der Zuschauer bleibt ratlos und unbefriedigt von der Banalität des Gesehenen im Kino zurück.

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