Elefantenherz - 2002 | FILMREPORTER.de
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Elefantenherz

OriginaltitelElefantenherz
GenreDrama
Land & Jahr Deutschland 2002
Kinostart    10.04.2003 (Ottfilm)
FSK & Länge ab 12 Jahren • 100 min.
RegieZüli Aladag
DarstellerDaniel Brühl, Manfred Zapatka, Jochen Nickel, Erhan Emre, Jana Thies
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Marko (Daniel Brühl) hat die Schule geschmissen, jobbt als Fensterputzer und steckt alle Energie und Hoffnungen ins Boxen. Bei seinen Boxkumpels im Amateurclub ist Marko der heimliche Star, hier kann er die häusliche Misere vergessen - vor allem den arbeitslosen, alkoholsüchtigen Vater (Jochen Nickel), der seine Aggressionen abwechselnd gegen sich selbst und seine Frau Renate (Angelika Bartsch) richtet und die ganze Familie tyrannisiert. Allerdings sind Markos Erfolge im Ring weniger einer guten Technik als seiner unbändigen Wut geschuldet, mit der er seine Gegner niederschlägt. Trotz dieses offenkundigen Mankos bietet Gerd Hermsbach (Manfred Zapatka), eine lokale Halbweltgröße, ihm eines Tages an, als Profi einzusteigen. Heimsbach stellt Marko eine Wohnung zu Verfügung, trainiert ihn und eröffnet ihm die Chance, dem heimischen Horror zu entkommen. Doch bereits beim ersten Bewährungsspiel versagt der vielversprechende Zögling.
Daniel Brühl, bekannt geworden durch Filme wie "Nichts bereuen", "Das weiße Rauschen" und "Vaya con Dios" spielt in seinem neuen Film einmal mehr einen jungen Mann auf der Schwelle zum Erwachsenenalter und lässt dabei die Fäuste sprechen. Das Boxen steht für männliche Identität, soziale Zugehörigkeit und die Notwendigkeit, aggressive Gefühle zu kanalisieren. Verantwortung, Vater-Sohn-Konflikt und die schwierige Suche nach einem eigenen Platz in der Welt sind die zentralen Themen des Dramas. Als klassische Coming-of-Age-Geschichte vereint "Elefantenherz" diese Themen mit unsentimentalen, anschaulichen Bildern für soziales Elend: Das Milieu der Duisburger Hochhäuser, Tiefgaragen und düsteren Kneipen und ihre Figuren werden plastisch, manchmal auch drastisch präsentiert. Markos alkoholabhängiger Vater ist haltlos und verzweifelt, immer um Würde ringend. Daniel Brühl steht als Marko ständig unter Strom, platzt beinahe wegen den mühsam gedrosselten Gefühlen, beständig zwischen Verantwortungsgefühl und Wut, Unsicherheit und Stolz hin und herschwankend. Seine bewegliche Mimik, die ruhelos schweifenden Augen und die unablässigen Bewegungen prägen jede Szene. Nicht von großen Erfolgen erzählt dieser Film, von unverhofftem Geldsegen oder einer Saulus-Paulus Verwandlung der Figuren. Er zeigt vielmehr, wie mühsam es ist, sich aus dem Sumpf von Arbeitslosigkeit, Gewalt, Sucht und Lüge herauszuarbeiten. Diesen Weg beschreibt er ohne falsches Pathos, präzis und packend.

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