Ten Minutes Older - The Cello - 2002 | FILMREPORTER.de
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Ten Minutes Older - The Cello

OriginaltitelTen Minutes Older - The Cello
GenreEpisodenfilm
Land & Jahr Großbritannien/Deutschland/Spanien 2002
Kinostart    26.06.2003 (Ottfilm)
FSK & Länge ab 12 Jahren • 106 min.
RegieBernardo Bertolucci, Claire Denis, Mike Figgis
DarstellerValeria Bruni Tedeschi, Amit Arroz, Tarun Bedi, Maria Ludovica Bernardi, Chiara Mastalli, Jabedul Azad
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István Szabós präsentiert "Ten Minutes After", dem Portrait einer Frau, die soeben ihren Ehemann in der gemeinsamen Wohnung umgebracht hat, während im Esszimmer der Bildschirm flackert und unaufhörlich just das Bildnis des nonstop Englisch redenden Regisseurs Szabó zu sehen ist. Erst deckt sie den Geburtstagstisch, mit Kaffee und Kuchen, auf den Mann wartend, der sodann klingelt, betrunken aber, dann der Streit, das Messer, der Mord. Mike Figgis wiederholt das in seinem Langfilm "Hotel" zuvor bereits angewandte Verfahren des vierfachen Screen-Split, um in gleich vier synchron zueinander ablaufenden Handlungen, aufgenommen von vier Kameras in vier miteinander verbundenen Räumen, Fluss und Abbruch von Erinnerung, Gegenwärtiges und Vergangenes, auf der viergeteilten Leinwand aufzuzeigen. Ein Experiment, zumindest. Eine Überraschung ist hingegen Volker Schlöndorffs flotte Beitrag "The Enlightenment". Er schildert das Lebens aus dem Blickwinkel einer Stechmücke, die an einem brandenburgischen See umherdüst. Auf dem Campingplatz beobachtet sie das teutonische Treiben, kommentiert es launisch, bis ihr schlussendlich eine Erleuchtung, das Verglühen droht. Eine fantastisch absurde Groteske! Bibiana Beglau, die schon in Schlöndorffs "Die Stille nach dem Schuss" in der Hauptrolle zu sehen war, und Fassbinder-Star Irm Hermann sind mit von der Campingplatz-Partie.
"Ten Minutes Older - The Cello" ist also der zweite der beiden Gruppenfilme, die durch das Engagement des Produzenten-Trios Nigel Thomas, Ulrich Felsbergund Nicolas McClintock entstanden. Stammten im ersten Part die sieben Beiträge von ausschließlich männlichen Regisseure, namentlich Aki Kaurismäki, Jim Jarmusch, Spike Lee, Chen Kaige, Victor Enrice, und den beiden Deutschen Wim Wenders und Werner Herzog - so kommen die acht Arbeiten von Jean-Luc Godard, István Szabó, Jirí Menzel, Michael Radford, Bernardo Bertolucci, Mike Figgis und Volker Schlöndorff sowie der einzigen Dame im Feld, der Regisseurin Claire Denis mit ihrem Kurzfilm "Vers Nancy". Abermals gehen sie gemeinsam einsam der Zeit nach, wird überhaupt der Umgang mit Zeit, diesem immateriellen Gut, sehr unterschiedlich ausgelegt, verstanden und beschrieben. Die Zeit wird gemessen, in uns allen vertrauten und vorgegebenen Einheiten. Eben dieses Maß ist nun auch der zweiten Gruppe Autorenfilmer vorgegeben: Zehn Minuten - nicht mehr, nicht weniger. Voilà! Natürlich wirkt der eine Kurzfilm auch hier deutlich länger als der andere, der in seiner Kurzweil wie zehn flüchtige Sekunden wirkt. Eigentlich, ja eigentlich verbindet die Arbeiten nahezu nichts miteinander, außer eben ihr gemeinsamer zeitlicher Rahmen.

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