Frühling, Sommer, Herbst, Winter und... Frühling - 2003 | FILMREPORTER.de
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Frühling, Sommer, Herbst, Winter und... Frühling

OriginaltitelBom yeoreum gaeul gyeoul geurigo bom
AlternativSpring, Summer, Fall, Winter ... and Spring
GenreDrama
Land & Jahr Deutschland/Südkorea 2003
Kinostart    18.03.2004 (Pandora Film)
FSK & Länge ab 12 Jahren • 103 min.
RegieKim Ki-Duk
DarstellerYeong-su Oh, Kim Ki-Duk, Young-min Kim, Jae-kyeong Seo, Yeo-jin Ha, Jong-ho Kim
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Schlichte Zen-Parabel von Kim Ki-Duk

Der buddhistische Mönch zieht sich mit seinem jungen Schüler auf einen einsamen See mitten in prachtvoller Landschaft zurück, sie leben dort auf einem Hausboot. In den abgeschiedenen Bergen Koreas treiben sie auf ihrer künstlichen Insel im unergründlichen Wasser.
Auf fünf Kapitel verteilt, eröffnet Kim Ki-Duk besinnliche, amüsante und bisweilen schmerzhafte Episoden aus dem Leben der beiden, die wie der Titel auf den ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen verweisen. Das kann man begeistert als Emanationen fernöstlicher Weisheit aufnehmen, oder auch nur als inhaltskargen Film über das Leben als Mönch abtun, der sich in seiner vieldeutigen Sparsamkeit gefällt. Assoziationen sind erwünscht - soviel teilt uns die Filmsprache mit. Es bleibt einem auch gar nichts anderes übrig, als fleißig zu sinnen und zu deuteln, selbst wenn einem die Symbolik einen Tick zu aufdringlich und buchstäblich erscheint.

Immerhin schafft Kim Denk-Freiräume, in denen seine Geschichte unaufgeregt treibt, vor allem bietet er auch einen bildschönen Naturgenuss, um sich darin zu verlieren. Dem stehen unerquickliche Episoden gegenüber, die kaum mehr als einen Funken Aufmerksamkeit verlangen und sich mit grob schraffierten Mustern begnügen. Gewiss steigert dies den gleichnishaften Charakter, doch auch Parabeln ist es nicht untersagt, eine interessante Geschichte zu erzählen und sich nicht nur auf ihre bedeutsamen Metaphern zu reduzieren.

Für Überraschungen sorgen denn auch eher kleinere Einfälle, die sich wie eine Serie meist gelungener Gags durch den Film ziehen und teils verschmitzten, teils schwarzen Humor offenbaren. In diesem Sinne - die beste Nebenrolle spielt ein Huhn! Gerade in solchen Momenten, in der Tiere, und davon gibt es allerhand, als Spiegel für Menschen herhalten, blüht "Frühling, Sommer, Herbst, Winter ... und Frühling" auf und erreicht eine reizvolle Vielschichtigkeit, die er freilich im nächsten Augenblick wieder durch allzu Offensichtliches einebnet. Damit erlaubt sich der Film ein ständiges auf und ab der Qualität, was einen sehr durchwachsenen Eindruck hinterlässt. In der gleichen Poesie-Liga wie Takeshi Kitano ("Dolls") spielt Kim eben nicht, auch wenn ihm die großartige Landschaftskulisse sehr unter die Arme greift.

Kenner des Kimschen Oevres werden auch in dieser Arthaus-kompatiblen, besinnlichen Lebensphilosophie die Vorlieben des Regisseurs für seelische Deformationen, selbstquälerische Verzweiflung und Unvereinbarkeit mit dem Leben erkennen, die sich abgeschwächt zwar, aber dennoch wie ein roter Faden durch den Film bewegen. Den Taumel in die Abgründe kontaktgestörter Individuen, der in wahren (Selbst)Zerfleischungen mündet, verfolgte Kim Ki-Duk bis auf die strukturelle Ebene seiner Filme. Hier reduziert er dies aufs Angenehmste.

Was eigentlich besonders schade ist: die Charaktere bleiben einem trotz ausgiebiger Zeit, die man mit ihnen verbringt, zumindest emotional ein wenig zu fremd, als das ihr Schicksal wirklich anrühren könnte. Mehr als eine harmlose, nicht allzu profunde oder gar raffinierte Meditation über ein oft gesehenes Thema hat Kim Ki-Duk nicht erwirkt, wenngleich er sein bisheriges Schaffen um eine wohltuende Abwechslung erweitert hat. Vom Buddhismus jedoch versteht man danach genauso viel wie davor.

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Bewertung
7,5
6,0 (Filmreporter)     
 (2 User)

Meinungen

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19.08.2010 18:45 Uhr - 8martin
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