The Raspberry Reich - 2003 | FILMREPORTER.de
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The Raspberry Reich

OriginaltitelThe Raspberry Reich
GenreDrama
Land & Jahr Deutschland/Kanada 2003
Kinostart    01.04.2004 (GMfilms)
FSK & Länge ab 18 Jahren • 90 min.
RegieBruce LaBruce
DarstellerSusanne Sachsse, Daniel Bätscher, Andreas Ruprecht, Dean Stathis, Anton Z. Risan, Daniel Fettig
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New Queer Low-Budget-Produktion von Bruce LaBruce

Eine kleine Terrorzelle mitten in Berlin: Angeführt von Gudrun E. (Susanne Sachsse) plant eine kleine RAF-Einheit die Entführung des einzigen Sohnes eines Konzernchefs. Der Coup soll nicht nur die gähnend leeren Kassen füllen, sie soll auch die Weltrevolution einen großen Schritt nach vorne bringen. Für Gudrun ist die Befreiung der kleinbürgerlichen moralischen Begrenzungen ihrer Mitstreiter ebenso wichtig, wie der bewaffnete Kampf gegen den Schweinestaat. So zwingt die autoritäre Anführerin ihre heterosexuellen männlichen Genossen, miteinander Sex zu haben, was denen nach einer kurzen Gewöhnungszeit auch zunehmend Spaß macht. Bisher beschränkte sich die sexuelle Erfahrung von Holger (Daniel Bätscher) darauf, vor seinem überdimensionierten Che-Plakat zu onanieren und dabei mit den verschiedensten Waffen intim zu werden. Einer der Genossen, der schüchterne Nachwuchsrevolutionär Clyde (Anton Z. Risan), passiert bei der Überwachung des künftigen Opfers Patrick (Andreas Rupprecht) jedoch ein Fauxpas - er wird von dem attraktiven potentiellen Entführungsopfer bei der Überwachung erwischt. Statt Clyde an die Polizei auszuliefern verführt der attraktive Teenager sein Gegenüber zum hemmungslosen Sex. Er ist vom Plan der Revolutionären Bewegung begeistert. Nicht zuletzt weil er selbst längst aus seinem spießigen Elterhaus ausbrechen wollte - aber nicht wusste wie. Er lässt sich pro Forma auf die Entführung ein und freut sich darauf, in die RAF integriert zu werden. Dumm nur, dass Patrick den anderen nichts von dem neuen Plan erzählt...
Underground-Regisseur Bruce LaBruce ist längst eine Ikone der New-Queer-Cinema-Bewegung. Seine Filme wollen vor allem eins: schockieren und provozieren. La Bruce hat wenig am Hut mit den pädagogisch wertvollen, dabei aber oft gähnend langweiligen Rechtfertigungsschinken der frühen Schwulenfilmära. "The Raspberry Reich" interpretiert das Leben einer terroristischen Zelle aus einer ungewohnten, aber beileibe nicht ernst gemeinten Perspektive. Bisher ist niemandem eingefallen, die Aktionen der RAF pornographisch zu stilisieren - und das war vielleicht auch ganz gut so.

Was unterscheidet "The Raspberry Reich" von einem Porno? Wahrscheinlich nur, dass die Kamera ohne Makroobjektive auskommt, ansonsten hat seine Lowest-Budget-Produktion alle Elemente, die zu einem Hardcore-Porno gehören: eine zu vernachlässigende Handlung, die von einer Sexszene zur nächsten überleitet. Diese gleichen sich jedoch wie ein Ei dem anderen (auch anatomisch) und wirken selbst fürs schwule Publikum eher ermüdend denn anregend. Die schauspielerischen Leistungen erreichen leider nicht ganz das Niveau einer Schultheateraufführung und haben in ihrer plakativen Holzhammerästhetik die 70er Jahre ebenso wenig überwunden wie die von LaBruce parodierte revolutionäre Ideologie.

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