Filmkritik: Robert Redford packt heißes Eisen an | FILMREPORTER.de
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Feature

Robert Redford in "The Company You Keep - Die Akte Grant"
Linksterrorismus und die Folgen in den USA

Robert Redford packt heißes Eisen an

Robert Redford wird mit dem Alter lauter. Nach "Von Löwen und Lämmern" und "Die Lincoln Verschwörung" inszeniert der 73-Jährige mit "The Company You Keep - Die Akte Grant" einen weiteren Film, der unbequeme Wahrheiten thematisiert. Der Thriller spielt vor dem Hintergrund des Konfliktes zwischen US-Regierung und Linksterrorismus in den 1970er Jahren und packt damit ein Thema an, um das Hollywood einen großen Bogen macht. Robert Redfords Mut hat sich gelohnt: "The Company You Keep" ist ein sorgfältig, im positiven Sinne altmodisch inszenierter Film, in dem der Regisseur einmal mehr das Menschliche im Kontext politischen Handelns sucht.
Von  Willy Flemmer, Filmreporter.de,  2. Juli 2013

Robert Redford auf dem Sundance Film Festival 2012

Robert Redford auf dem Sundance Film Festival 2012

Formale Bescheidenheit
Seit Jahren zeigt Robert Redford, dass Filmemachen auch anders geht. Ein packender Film braucht eine gute Geschichte und vielschichtige Figuren. Man braucht kein Budget jenseits der 100 Millionen Dollar, aufwendige CGI-Effekte und Action-Brimborium, um den Zuschauer zwei, drei Stunden zu fesseln. Seit dem er 1980 seinen ersten Spielfilm gedreht hat, steht Redford für eine klare ästhetische Haltung: formale Bescheidenheit und Konzentration auf das Wesentliche einer zu erzählenden Geschichte.

Das gilt auch für "The Company You Keep - Die Akte Grant". Redford streift mit dem Polit-Thriller nicht nur ein wenig thematisiertes Kapitel der USA-Geschichte der 1970er Jahre, er adaptiert auch auf formaler Ebene die Ästhetik der Zeit. Er, der seine größten Filme als Schauspieler während des New Hollywood machte, dreht noch heute Filme, die an diese kreative Periode des US-amerikanischen Kinos erinnern. Seine Filme nehmen die künstlerische Vision des Regisseurs wichtig und verlieren dabei den Zuschauer nicht aus dem Blick. Es sind Filme, die auf handwewerklich hohem Niveau modernes und klassisches Erzählen verbinden.

The Company You Keep - Die Akte Grant

The Company You Keep - Die Akte Grant

Linksterrorismus in den USA
Als politisch interessierter Filmemacher, der seine Finger tief in die Wunden der sozialpolitischen Verhältnisse seines Landes steckt, bleibt Redford auch mit "The Company You Keep" seiner kritischen und moralischen Haltung als Künstler und Mensch treu. Die Folie des Thrillers ist der Konflikt zwischen der US-Regierung und der links orientierten Gruppierung The Weather Underground, die sich ähnlich wie die RAF in Deutschland aus einer zunächst friedlichen politischen Protest-Bewegung mit der Zeit zunehmend radikalisiert. Vor diesen politischen Hintergrund setzt Redford seine Figuren, an denen er die zentralen Themen des Films abhandelt: die Fragen nach den Folgen von Gewalt, den Konsequenzen von Entscheidungen und nicht zuletzt nach dem Konflikt zwischen Ideal und Wirklichkeit.

Im Zentrum der auf dem gleichnamigen Roman von Neil Gordon basierenden Geschichte steht der ehrgeizige Journalist Ben Shepard (Shia LaBeouf). Von einer Nachrichtenmeldung neugierig geworden, dass die ehemalige Linksterroristin Sharon Solarz (Susan Sarandon) sich nach 30 Jahren Flucht dem FBI gestellt habe, nimmt er die Recherchen auf. Nach Hinweisen von einer Bekannten (Anna Kendrick) aus dem FBI und Einblicken in die örtlichen Archive führt ihn seine Suche zu Jim Grant (Robert Redford).

Es stellt sich heraus, dass der Anwalt früher Nick Sloan hieß, ebenfalls Mitglied der Weathermen-Bewegung war und seit langem mit einer falschen Identität lebt. Die Recherchen Shepards bringen auch das FBI auf die Spur Sloans, so dass diesem nichts anderes übrig bleibt, als zu fliehen. Nachdem er seine elfjährige Tochter (Jackie Evancho) in die Obhut seines Bruders Daniel (Chris Cooper) gegeben hat, verfolgt Sloan nur ein Ziel: seine frühere Geliebte und Mitstreiterin Mimi Lurie (Julie Christie) ausfindig machen. Nur sie kann ihn vom Verdacht befreien, Verbrechen im Namen einer radikalen politischen Überzeugung begangen zu haben.

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