Retro-Starportrait: Ernst Lubitschs Sein oder Nichtsein | FILMREPORTER.de
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RETRO Feature

Ernst Lubitsch
Erfinder der Screwball-Komödie

Ernst Lubitschs Sein oder Nichtsein

Er gilt als Wegbereiter der Screwball-Komödie. Seine Werke zeichnen sich durch ihre eindeutige Zweideutigkeit aus. Ernst Lubitsch inszenierte seine Gesellschaftskomödien frech, frivol und witzig. Doch wie kam der Berliner Regisseur zu diesem Ruhm? Ganz einfach, alles begann mit einer stillen Fahrt nach Amerika. Doch so leise lief es doch nicht ab. Es war der amerikanische Stummfilmstar Mary Pickford, die den Deutschen an einem kalten Wintertag im Dezember 1922 nach Hollywood lockte.
Von  Andrea Niederfriniger, Filmreporter.de, 26. August 2018

"Sein oder Nichtsein"

"Sein oder Nichtsein"

In seiner Heimat war er bereits ein Star, nun sollte auch Hollywood Ernst Lubitschs Künste kennenlernen. Damals ahnte noch niemand, dass der Regisseur zumindest arbeitstechnisch Deutschland den Rücken kehren würde, und das, obwohl die erste Zusammenarbeit mit Pickford alles andere als zufriedenstellend verlief. Nachdem er sich mit monumentalen Kostümfilmen einen Namen machte, wollte Madame Pickford nur einen Regisseur für ihren neuen Film "Rosita". Lubitsch sollte es sein, der als Sohn eines jüdischen Damenschneiders in Berlin der Jahrhundertwende aufwuchs.

Mary Pickford

Mary Pickford

Später pflegte er zu sagen, schon mit sechs Jahren gewusst zu haben, dass es nur einen Beruf für ihn gäbe. Dies scheint auch der Wahrheit zu entsprechen. Bereits in frühen Schulaufführungen war sein Talent sichtbar. Viel später sollte es ihn zum Film verschlagen. Nach der Lehre in einem Stoffgeschäft arbeitete Lubitsch zunächst als Buchhalter und wird schließlich im Geschäft seines Vaters anstellig. Diese Ausbildung kam ihm bei späteren opulenten Kostüm- und Ausstattungsdramen wie "Carmen" und "Madame Dubarry" zu Gute. Doch zuvor sollte er noch Max Reinhardt kennenlernen. Der Intendant des Deutschen Schauspielhauses besetzte den talentierten Schauspielschüler als Statist und Kleindarsteller in zahlreichen Kabaretts, Shows und Theaterstücken.

Lubitsch fand sein komisches Rollenrepertoires alles andere als befriedigend. So beschloss er, sich seine Rollen selbst zu schreiben und Regie zu führen. Erstmals werden die Innovationen und die Kunst in Lubitschs Regiekunst deutlich. Seine Filme werden länger, aufwendiger und weniger komödiantisch. Mit den international erfolgreichen Kostümdramen etablierte er sich endgültig als wichtigster Regisseur der UFA.

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