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Harry Potter und der Feuerkelch

Originaltitel
Harry Potter and the Goblet of Fire
Genre
Fantasy, Mystery
 
USA 2005
 
157 min, ab 12 Jahren (fsk)
Medium
Deutschland
Kinostart
17.11.2005 (D) bei
Warner Bros. Pictures
Regie
Darsteller
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|0  katastrophal
brilliant  10|
8,0 (38 User)
6,0 (Filmreporter)
Harry
Warner Bros. Pictures
Inhalt/Kritik • Cast & CrewTechn. DatenAwardsMeinungenNewsTrailerGalerieFeatureDVDsbewerten

Vierte Filmadaption des popkulturellen Phänomens

Die Weltmeisterschaft steht vor der Tür - doch es geht nicht um Fußball - von der ehrwürdige Hexendisziplin Quidditch ist die Reede. Drei Teams treten zum Kräftemessen im trimagischen Turnier an, ausgewählt durch das Los des Feuerkelchs. Bei dem Ausrichter, der Hexenschule Hogwarts ruft man zum Worldcup auf und über dem heimischen Grün. Die Zauberschule Beauxbaton sowie das entlegene Durmstrang entsenden ihre Eleven. Das Spektakel will vor misstrauischen Muggeln getarnt sein und so herrscht im Zauberinternat bald der Ausnahmezustand.

Das gilt auch für die Hormone der heftig pubertierenden Clique um Harry Potter (Daniel Radcliffe). Er selbst verliebt sich in Cho Chang (Katie Leung), während Hermine ein Auge auf Viktor Krum (Stanislav Ianevski leider ohne Hakennase wie im Buch) geworfen hat. Die tapsigen Frühlingsgefühle sorgen für zahllose Fettnäpfchen, die es für erwachsene Zuschauer mit Würde durchzustehen gilt. Wer Hermine immer schon etwas zu bezaubernd für die stumpfsinnigen Jungs fand, wird weiterhin seine Probleme haben.

Derweil bereitet der seit seiner Niederlagen gegen Harrys wieder körperlose Teufel Lord Voldemort unbemerkt seine Auferstehung. Sein Ziel ist und bleibt die Machtübernahme der Hexenwelt. Ralph Fiennes leiht dem tot geglaubten Phantom erstmals eine Schrecken erregende Gestalt aus Fleisch und Blut. Der aus "Schindlers Liste" bekannte Schauspieler spielt anstelle des ursprünglich avisierten John Malkovich Harrys Nemesis. Seine eingeschworenen Anhänger, die Todesser hecken infame Intrigen gegen Erzfeind Potter aus, der wider Willen und trotz Spielsperre zum Protagonisten des Trimagischen Turniers wird. Hinter den Kulissen tobt derweil ein ganz anderer Kampf, den zu verlieren ungleich größeres Unheil verheißt.


Der vierte von sieben Zauberabenteuern hat im Briten Mike Newell ("Vier Hochzeiten und ein Todesfall") den wohl bisher bodenständigsten Regisseur gefunden. Zu dessen Stärken zählt vor allem der sensible Umgang mit Schauspielern. Nach eigenen Worten hält er Kinder für "brutale, schmutzige und korrupte Anarchisten", was dem naiven Eskapismus der bisherigen Teile eine drastische Philosophie entgegenstellt. Doch ist auch er nach Rowlings Auflagen streng an die Buchvorlage gefesselt. Da bleiben wenig Freiheiten, was vor allem den ersten beiden Teilen geschadet hat, die doch etwas zu pflichtschuldig und phantasielos Höhepunkt an Höhepunkt reihten.

Was sich bei J.K. Rowling schmissig und locker-espritvoll las, verlor ein ums andere Mal seine Nuancen auf der Leinwand. Und: Die mit jedem Mal voluminöser werdenden Wälzer mussten immer stärker eingedampft werden. Das förderte eine gequetschte, überhastete Dramaturgie. Deshalb wurden bei der Umsetzung der vierten Teils ganze Handlungsstränge entfernt, es galt ja stolze 800 Seiten zu bändigen! Onkel Vernon und Tante Petunia sind so im Schneideraum verschwunden.

Ansonsten gibt man sich traditionsbewusst: Das Team ist vor und hinter der Kamera zum Großteil dasselbe geblieben und somit perfekt eingespielt, wenn es darum geht, all die visuellen Wunder aus Personen-, Tier- und Ideenwelt des Zauberlandes zu präsentieren. Und die waren immer schon interessanter und einfallsreicher als die eigentliche Geschichte.

Klassik meets Brit-Pop Auf den ersten Blick scheinen "Sinn und Sinnlichkeit", "Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück" und "Harry Potter und der Feuerkelch" nicht viel gemeinsam zu haben. Doch wenn man genauer hinschaut, fällt einem der Name Patrick Doyle auf. Er ist der Engländer, der für viele erfolgreiche englische Produktionen den Score komponiert hat. Doyle unterlegt den vierten Potter-Film mit mal verspielten, mal dramatischen, traurigen oder mitreißenden Melodien, was die Wirkung der Bilder enorm verstärkt. Rein musikalisch sticht die Weihnachtsball-Szene heraus. Immerhin wurde hierfür Jarvis Cocker, Ex-Leadsänger der britischen Band "Pulp", mit seiner neuen Band engagiert. Auf dem Soundtrack befinden sich drei Stücke von Cocker & Co, wovon das erste sehr rockig ist, das zweite eher nach "Pulp" klingt und das letzte zum Mitträumen verführt. Nicht umsonst leitet "Magic Works" sanft mit den Worten ein "This one is going out to all the lovers out there" - ein echter Schmusesong für den schwer pubertierenden Harry und seine Freunde. Der Soundtrack bietet eine ungewöhnliche Mischung aus klassischem Score und britischen Pop.
Harry Potter und der Feuerkelch
Warner Bros.

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