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Königin der Wüste

Originaltitel
Queen of the Desert
Genre
Biographie
 
USA/Marokko 2015
 
128 min, ab 0 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
 
 
Kinostart
03.09.2015 ( D | CH | A ) bei Prokino Filmverleih
 
 
Regie
Darsteller
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Nicole Kidman, Königin der Wüste (Kino) 2015
Prokino Filmverleih
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Enttäuschendes Werk eines großen Filmemachers

Nach dem Abschluss ihres Studiums in Oxford stehen für die junge und intelligente Gertrude Bell (Nicole Kidman) die Türen für eine verheißungsvolle Zukunft weit offen. Dass sie nicht in England bleiben will, steht für die abenteuerlustige Frau schnellt fest. Sie ist viel zu intelligent und modern für die blassen Jüngelchen der britischen Oberschicht. So bittet sie etwas verzweifelt ihren Vater, Thomas Hugh Bell (David Calder), sie in die weite Welt hinauszuschicken.

Gertrude reist zu einen Verwandten nach Teheran. Überwältigt von Natur und Kultur der Region, beschließt Gertrude, ihr Leben der Erkundung des Landes und der Menschen hier zu widmen. Bald macht sie sich nicht nur als Forscherin und Schriftstellerin einen Namen, sondern wirkt auch als Diplomatin auf der politischen Bühne mit. Während Gertrude in all diesen Positionen immer einflussreicher wird, verharrt ihr Privatleben im Stillstand. Als ihre große Liebe, der mittellose Diplomat Henry Cadogan (James Franco), stirbt, leidet sie noch lange unter dem Verlust.


Werner Herzog ist seinerzeit einer der bekanntesten Vertreter des Neuen Deutschen Films. Er hat die deutsche Kulturlandschaft mit Meisterwerken wie "Fitzcarraldo" und "Aguirre, der Zorn Gottes" bereichert. Mit seiner Schilderung der Lebens- und Liebesgeschichte der britischen Schriftstellerin, Archäologin und Abenteurerin Gertrude Bell enttäuscht er jedoch in jeder Hinsicht. Der Filmemacher - der sich einst mit großen Erzählungen fiktiver komplexer und zwiespältiger Männerfiguren auszeichnete - scheitert radikal darin, eine weibliche historische Persönlichkeit und ihre Zeit zum Leben zu erwecken.

Dabei liegt es auf der Hand, was Herzog an dem Stoff gereizt hat. Schließlich geht es um eine Frau, die aus der Enge der Zivilisation ausbricht, um die erhabene Natur ebenso zu entdecken wie das entgrenzende Ich. Gertude Bell ist eine der interessantesten Persönlichkeiten ihrer Zeit - kommt aber in den Händen Herzogs weder als Autorin noch als Wissenschaftlerin und Diplomatin zur Geltung. Dafür wird sie hinlänglich als in der Liebe tragisch gescheiterte Frau ins Bild gesetzt, wobei Herzog ihre Leidensgeschichte als groß angelegtes sentimentales und pathetisches Melodram stilisiert.

Die fehl besetzten Schauspieler sind angesichts der dramaturgischen Löcher und der hölzernen Dialoge allenfalls um Schadensbegrenzung bemüht und können doch nicht verhindern, dass "Königin der Wüste" an etlichen Stellen unfreiwillig komisch ist. Die fragile und angesichts des langen Wüstenaufenthalts überraschend blasse Nicole Kidman in ein Vermessungsgerät blicken lassen reicht nicht aus, um sie als Forscherin zu charakterisieren. Auch Robert Pattinson will nicht so Recht in die Rolle des charismatischen Archäologen und Schriftstellers T.E. Lawrence passen. Die von Herzog angestrebte Einheit von Mensch und Natur will sich mit seinem Star-Ensemble einfach nicht einstellen.

Und so ist aus "Königin der Wüste" trotz nicht von der Hand zu weisenden Ambitionen ein enttäuschendes Werk eines geschätzten Kinovisionärs geworden. Herzog will sich mit dem Melodram auf die epischen Spuren eines David Lean ("Lawrence von Arabien") begeben, doch statt majestätisch-erhabene Natur- und Menschenbilder zu schaffen, erzeugt er allenfalls zähe Langeweile.
Königin der Wüste
Prokino Filmverleih
Nicole Kidman, Königin der Wüste (Szene QOD_02) 2015
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