Macbeth - 1948 | FILMREPORTER.de
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Macbeth

OriginaltitelMacbeth
AlternativMacbeth - Der Königsmörder
GenreDrama
Land & Jahr USA 1948
RegieOrson Welles
DarstellerOrson Welles, Jeanette Nolan, Dan O'Herlihy, Roddy McDowall, Edgar Barrier, Alan Napier
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Orson Welles freie Interpretation von "Macbeth"

Der Klassiker der Literatur- und Theatergeschichte wird auch zum Klassiker des Kinos. Als sich Orson Welles an die Adaption von William Shakespeares "Macbeth" macht, kann man von dem Visionär des Kinos so etwas Einengendes wie Werktreue nicht erwarten.

Tatsächlich hat Welles einige Eingriffe vorgenommen, um den Stoff den Anforderungen des Films anzupassen. Das Grundgerüst der Handlung bleibt jedoch erhalten. In seiner Version zentriert sich Welles auf den von ihm selbst gespielten Emporkömmling Macbeth, der angestachelt von seiner nicht minder machthungrigen Frau und drei Hexen, den König tötet, um selbst König zu werden. Kaum an die Macht gelangt, wendet sich das Schicksal gegen ihn. Seine Frau wird vor Gewissensbissen wahnsinnig und er selbst muss sich gegen eine Allianz von Rebellen stellen, die ihn vom Thron stürzen wollen.
Für Orson Welles, dessen Begeisterung für William Shakespeare zu einer lebenslangen Beschäftigung mit dessen Werk führe, ist "Macbeth" die erste Adaption eines Stücks des englischen Dramatikers. Thematisch trifft sich der Stoff um den machthungrigen König durchaus mit den obsessiven Charakteren Welles'. Trotz der künstlerischen wie finanziellen Katastrophe von "Der Glanz des Hauses Amberson" geht der Regisseur hier auch formal mit großen Ambitionen ans Werk. Dabei ist Welles die freie Interpretation wichtiger als die Werktreue. Die theatralische Abstraktion setzt er durch optische Arrangements wie den expressiven, alles andere als an die Historie angelegten Kostümen sowie den Kulissen aus Pappkartons radikal um. Die für Welles typischen hektischen Schnitte, die extreme Kamerabewegung und -einstellungen sowie die schon in "Citizen Kane" eingesetzte Tiefenschärfe finden sich auch hier und verstärken die interpretatorische Intention des Filmemachers.

Als Welles den Film dem Produktionsstudio vorlegt, finden ihn die Verantwortlichen zu wagemutig. Erst nach einer Kürzung um nahezu 20 Minuten kommt der Film in die Kinos. Die Kritik reagiert gespalten. Während einige die "Verstümmelung" Shakespeares kritisieren, begrüßen andere die interpretatorische Abweichung zugunsten einer freien, der Filmkunst verpflichteten Inszenierung. Heute gilt "Macbeth" als Klassiker der Filmgeschichte und wird als einer der persönlichsten Filme Welles betrachtet.
Macbeth

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