Kommissar Bellamy - 2009 | FILMREPORTER.de
©Concorde Filmverleih

Kommissar Bellamy

OriginaltitelBellamy
GenreKrimi
Land & Jahr Frankreich 2009
Kinostart    09.07.2009 (Concorde Filmverleih)
FSK & Länge ab 6 Jahren • 110 min.
RegieClaude Chabrol
DarstellerGérard Depardieu, Clovis Cornillac, Jacques Gamblin, Marie Bunel, Vahina Giocante, Marie Matheron
Homepage http://www.concorde-film.de
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Französischer Krimispaß von Altmeister Claude Chab

Der Pariser Polizeikommissar Paul Bellamy (Gérard Depardieu) verlebt seine Ferien wie immer in der Provinz in südfranzösischen Nîmes. Er wohnt mit seiner Frau (Marie Bunel) im Haus ihrer Familie. Françoise würde eigentlich viel lieber einmal eine große Kreuzfahrt unternehmen, doch dieser Wunsch scheitert an ihrem gemütlichen Mann. Dennoch genießen die beiden die gemeinsame freie Zeit. Überraschend kommt auch Pauls jüngerer Halbbruder Jacques Gamblin (Denis Leprince) zu Besuch. Der missratene Bruder hat ein Alkoholproblem und diverse andere Schwierigkeiten und so haben die Brüder genug Themen, worüber sie sich streiten können. Zudem meldet sich ein mysteriöser Fremder (Jacques Lebas) bei Paul, der behauptet Noël Gentil zu heißen. Er meint eventuell einen Mann umgebracht zu haben, ganz sicher ist er sich jedoch nicht. Der neugierige Inspektor macht sich gleich an die Aufklärung des mysteriösen Falles. Wer ist ermordet worden? Und was hat die verführerische wie undurchsichtige Nadia Sancho (Vahina Giocante) mit dem Ganzen zu tun? Dabei stellt es sich heraus, dass Bellamy dem Fremden eher helfen kann, als seinem eigenen Bruder.
Für Claude Chabrol - den Altmeister der französischen Nouvelle Vague - ist Gérard Depardieu ein typischer Georges-Simenon-Charakter. Also hat er dessen Rolle des Kommissars Bellamy an die berühmte Simenon-Figur Maigret angelehnt. Auch dem 1981 verblichenen Chansonier Georges Brassens erweist Chabrol nicht nur im Soundtrack seine Verehrung, immer wieder kommt dieser in den zugespitzten und klug formulierten Dialogen vor, die Chabrol mit Odile Barski verfasst hat. Was der Regiemeister an der bürgerlichen Gesellschaft überholt findet, ist ebenso bestechend aktuell wie zeitlos herausgearbeitet. Man kann sich kaum vorstellen, dass der wache Geist Chabrols auf die 80 zugeht. Man merkt, dass die Rolle Depardieu auf den Leib geschrieben ist, der Genussmensch Bellamy isst gerne, wollte eigentlich das trinken aufgeben und schafft es, das es mit jeder Frau, die er befragt, erotisch knistert - obwohl er sichtbar glücklich mit seiner langjährigen Ehefrau lebt. Die lebendigen Dialoge wie die faszinierende Spannung zwischen den Figuren machen "Bellamy" zu einem überzeugenden Spätwerk, das unterhält und Biss hat.
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