Hitchcock - 2013 | FILMREPORTER.de
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©20th Century Fox

Hitchcock

OriginaltitelHitchcock
AlternativAlfred Hitchcock and the Making of 'Psycho'
GenreBiographie
Land & Jahr USA 2013
Kinostart    14.03.2013 (20th Century Fox)
FSK & Länge ab 12 Jahren • 98 min.
RegieSacha Gervasi
DarstellerAnthony Hopkins, Helen Mirren, Scarlett Johansson, Danny Huston, Toni Collette, Michael Stuhlbarg
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Alfred Hitchcock war der Meister des Suspence

Bekannt und geliebt für seine bahnbrechenden Thriller, seinen so britischen schwarzen Humor und sein Aufsehen erregendes korpulentes Erscheinungsbild, hat es Alfred Hitchcock perfekt verstanden, sein Privatleben und seine Persönlichkeit der Öffentlichkeit vorzuenthalten. Nun kommt mit Sacha Gervasis "Hitchcock" ein Biopic in die Kinos, das genau das zeigen will: den Menschen Hitchcock hinter dem geschickt vermarkteten Filmemacher.

Dabei beschränkt sich Gervasis Porträt auf die Zeit der Dreharbeiten zu "Psycho" im Jahr 1960. Er zeigt Hitchcock (Anthony Hopkins) bei dessen Arbeit an seinem wohl bekanntesten Film und rückt zugleich das Verhältnis des Filmemachers zu seiner Ehefrau Alma Reville (Helen Mirren) in den Fokus. Diese war demnach nicht nur die liebende und sorgende Ehefrau, sondern auch eine entscheidende Stütze, wenn es um wichtige berufliche Entscheidungen ihres Mannes ging.
Nicht nur Alfred Hitchcocks Bedeutung für die Geschichte des Films berechtigt eine filmische Auseinandersetzung mit dem Filmemacher, den der Philosoph und Filmtheoretiker Gilles Deleuze einst als das einzige Genie des Kinos bezeichnete. Vor allem die psychische Struktur, die Obsessionen und Ängste des Menschen Hitchcock, machen ihn zum idealen Gegenstand für ein Biopic. Geradezu legendär ist in dem Zusammenhang das komplizierte, bis zur Besessenheit reichende Verhältnis des Regisseurs zu seinen - bevorzugt blonden - Schauspielerinnen. Gefangen im Widerspruch zwischen Begehren und Zurückweisung, vermischten sich im Laufe der Jahre berufliche und private Interessen zunehmend, bis eine Zusammenarbeit des Regisseurs und seinen Schauspielerinnen kaum mehr möglich war.

Obwohl "Hitchcock" auf Stephen Rebellos Buch "Alfred Hitchcock and the Making of Psycho" über die Entstehung des Klassikers "Psycho" (1960) basiert, rückt Regisseur Sacha Gervasi in seinem Biopic nicht die Fixierung Hitchcocks auf Janet Leigh und Vera Miles in den Mittelpunkt seiner Erzählung. Vielmehr interessiert er sich für das nicht weniger komplizierte berufliche und private Verhältnis des Regisseurs zu seiner Frau Alma Reville, die dieser 1921 kennenlernte und 1926 ehelichte. Obwohl Reville als Cutterin und Drehbuchautorin durchaus ein eigenes berufliches Profil besaß, ist ihr filmgeschichtliches Bild angesichts der Bedeutung ihres Ehemannes nahezu verblasst. Bis heute wird sie als die stille Frau an der Seite eines großen Filmemachers gesehen, die zudem im privaten Umfeld dessen Obsessionen erdulden musste.

Mit diesem Vorurteil räumt Gervasi in "Hitchcock" endgültig auf. Der Regisseur zeigt in seinem Biopic eine überaus starke Frau an der Seite eines starken und dominanten Mannes. Laut Gervasi war Reville nicht nur eine selbstbewusste Frau, die ihrem Mann entschieden entgegenzutreten wusste. Sie hatte auch großen Anteil an dessen Arbeit, indem sie ihn hinter den Kulissen in wichtigen filmischen Fragen förderte und lenkte. Es ist eine mutige Perspektive, für die sich Gervasi entschieden hat. Mag seine Entscheidung begrüßenswert sein, Reville ins rechte Licht der Filmgeschichte ziu rücken, so dürfte er andererseits nicht wenige der noch immer zahlreichen Fans des 'Meisters des Suspence' irritieren.
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