Der Hobbit: Smaugs Einöde (3D) - 2013 | FILMREPORTER.de
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Der Hobbit: Smaugs Einöde (3D)

OriginaltitelThe Hobbit: The Desolation Of Smaug
AlternativDer Hobbit - Smaugs Einöde; The Hobbit: Part 2; The Hobbit Part 2; There and Back Again Part 2; Der Hobbit: Hin und Zurück 3D; Der Hobbit: Smaugs Einöde (3D); Der Hobbit: Smaugs Einöde D; Der Hobbit: Die Einöde von Smaug 3D
GenreFantasy, Abenteuer
Land & Jahr USA/Neuseeland 2013
Kinostart    12.12.2013 (Warner Bros. Pictures)
FSK & Länge ab 12 Jahren • 161 min.
RegiePeter Jackson
DarstellerBenedict Cumberbatch, Evangeline Lilly, Richard Armitage, Orlando Bloom, Hugo Weaving, Cate Blanchett
Homepage http://www.thehobbit.com
http://www.DerHobbitFilme.de
Links IMDB
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Zweiter Teil von Peter Jacksons Tolkien-Verfilmung

Nachdem die Gefährten um Bilbo Beutlin (Martin Freeman) den Anfang ihrer 'unerwarteten' Reise überstanden haben, begegnen sie auf ihrem Weg nach Osten Hautwechsler Beorn (Mikael Persbrandt) und müssen sich anderen gefährlichen Kreaturen stellen. Sie werden von Waldelben gefangengenommen schaffen es aber, sich aus der Gefangenschaft zu befreien. Am Einsamen Berg wartet die größte Herausforderung auf die Abenteurer: Der Drachen Smaug - in der englischen Fassung von Sherlock Benedict Cumberbatch gesprochen - ist nicht nur eine Bedrohung für ihr Leben, er stellt auch ihre Freundschaft auf eine harte Probe.
Im Vergleich zum monumentalen "Herr der Ringe" ist J.R.R. Tolkiens "Der kleine Hobbit" relativ schmalbändig. Trotzdem entschieden sich Studio und Regisseur Peter Jackson aus der Vorlage eine dreiteilige Filmreihe zu schaffen. Die Strategie ist unschwer zu erkennen. Nicht das Buch hat das filmische Konzept diktiert, sondern ökonomische Zwänge. Man wollte den unglaublichen Erfolg der "Herr der Ringe"-Trilogie kopieren.

Der Ehrgeiz der Macher zeigt sich auch im enormen Produktionsaufwand. Jackson zeigt in der "Hobbit"-Trilogie nicht nur in punkto Ausstattung und Kostümen wieder seinen ausgeprägten Hang zu Akribie und Detailtreue. Auch mit der Filmtechnik setzt er neue Maßstäbe. Neben dem mittlerweile ausgereiften 3D-Verfahren dreht der Regisseur die Hobbit-Reihe mit 48 statt wie gewohnt 24 Bildern pro Sekunde, um störende Ruckel-Effekte zu minimieren.

Im Gegensatz zu der hoch gelobten "Herr der Ringe"-Trilogie fiel die Kritikermeinung bei "Der Hobbit: Eine unerwartete Reise 3D" zwiespältig aus. Auf der Negativseite standen nicht nur die Bedenken angesichts der dramaturgischen Umsetzung der Vorlage. Dabei musste sich Jackson weniger eine mangelnde Texttreue vorwerfen lassen, sondern gerade das Gegenteil. Da werde jedes Koma, jeder Punkt und jedes Semikolon umgesetzt, hieß es sarkastisch in der Kritik einer US-Amerikanischen Fachzeitschrift. Andere warfen dem Regisseur vor, sich gerade mit der Technik ein Bein gestellt zu haben. Demnach sei der Film mit 48 Bildern pro Sekunde so scharf geraten, dass er wie ein Fernseh- und nicht wie ein gestochen scharfer Kinofilm aussehe, hieß es in einigen Medien.

Wie steht es nun mit der Qualität von "Der Hobbit: Smaugs Einöde"? Zur Technik kann immerhin konstatiert werden, dass die Wirkung der viel kritisierten Aufnahme in 48 Bildern pro Sekunde nicht mehr unangenehm auffällt - wie noch im ersten Teil. Das nützt auch der Action, die Jackson aneinanderreiht und dem Zuschauer kaum Ruhepausen gönnt - wenn man von wenigen Ausnahmen absieht wie der zarten Romanze zwischen einer Elbin und einem Hobbit oder der noch subtiler skizzierten Eifersucht eines Konkurrenten.

Die Dramaturgie der einzelnen Actionsequenzen gehorcht dem Prinzip 'alles toppen, was man vorher auf der Leinwand gesehen hat'. Schon Jacksons "King Kong" krankte an dieser Manie. Da kämpft ein Riesenaffe gegen eine Riesenechse am Abgrund eines Felsen um Leben und Tod. Dabei wehrt der liebesverrückte Primat mit der einen Hand die Bisse der Bestie ab um mit der anderen die 'Geliebte' zu umklammern und sich gleichzeitig irgendwie an den Lianen festzuhalten. Unmöglich? Nein, King Kong, das Überwesen, das nicht nur groß und stark ist, sondern auch zu großen Gefühlregungen fähig ist, erledigt das alles mit einer formvollendeten Eleganz wie ein Trapezkünstler in einer Zirkuskuppel.

In "Smaugs Einöde" führt Jackson diese Uhrwerk-Ästhetik weiter. Nicht zur lässt er mehrere Rädchen ineinandergreifen, indem er ein vermeintliches Chaos beim Kampf Jeder gegen Jeden erzeugt. Wenn alle Parteien aufeinandertreffen, dann in einer so perfekten Choreographie, dass der größte Mechaniker des Kinos, Buster Keaton, vor Neid erblasst wäre. Da balanciert ein Elbenkrieger auf den Köpfen zweier Zwerge, die wiederum in zwei Fässer sitzen, die wiederum in einem reißenden Strom schwimmen. Dabei erlegt der geschickte Bogenschütze zwei Orks mit einem Schuss - auch das geht, wenn sich zwei Feinde im Kampf ordentlich in Reih und Glied positionieren - macht anschließend eine Pirouette auf einem Fuß, um einem Hindernis auszuweichen und sich dann einer Unzahl weiterer Gegner zu stellen.

Natürlich bleibt bei der Anhäufung solcher Großmannsphantasien kaum Platz für Substantielles. Nichts ist hier mehr von den großen Themen zu spüren, die Jackson in der "Herr der Ringe"-Trilogie behandelt hatte. Ging es dort um Freundschaft, Mut, Gier, Versuchung, Willensstärke und Willensschwäche sowie den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse, dreht sich hier alles um düstere Bedrohungsszenarien, die in allen möglichen Variationen aufbereitet werden. Auch Charakterzeichnung sucht man hier vergeblich. Bilbo Beutlin, das Identifikationszentrum der "Hobbit"-Reihe, ist lediglich ein dünner roter Faden, der die einzelnen Action-Knoten verbindet; der magische Ring, in den "Herr der Ringe"-Filmen noch ein Prüfstein des Charakters, dient nur noch dazu, die Handlung voranzutreiben. Der emotionale Effekt, der sich durch die bereits erwähnte Dreiecksbeziehung ergeben soll, wirkt bemüht. Der gelegentlich eingestreute Humor reicht bei weitem nicht aus, um den Zuschauer vom Bombast des Augen und Ohren betäubenden Actionfeuerwerks zu entlasten.

Das stärkste Moment in diesem technikverliebten Spektakel ist noch der fiese Titelheld. Smaug ist nicht nur das Ziel der Hobbits, auf ihn hat sich offensichtlich auch die ganze Anstrengung nicht nur der Technikabteilung gerichtet. Der Drache ist vorzüglich animiert und weist als Wesen mehr Charaktereigenschaften auf als alle Hobbits zusammen, die nur durch ihr Ziel definiert werden. Die Konzentration von Handwerk und Kapital auf wenige Aspekte eines Films, auch das ist bezeichnend für das moderne, Realismus-fixierte Actionkino. Letztlich geht es darum, mit Gefühls- und Charakteräußerungen von Drachen, Affen, Robotern und sonstigen Wesen, mit Haaren von Menschen und Tieren, mit den Gewässern der Meere und Flüsse, der Vegetation von Wiesen und Wäldern die Eitelkeit der Technik zu kitzeln. Wie realistisch fies und eitel doch der Drache animiert ist.
Der Hobbit: Smaugs Einöde (3D)

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7,5
5,0 (Filmreporter)     
 (2 User)

Meinungen

Smaugs Einöde

Alles in allem ein toller Film, auch wenn ich selbst glaube, dass mir der erste Teil besser gefallen hat. Es sind sehr viele Szenen und Handlungen drin, die so im Buch nicht... mehr
19.01.2014 14:08 Uhr - juno

Trailer: 

Trailer zu "Der Hobbit: Smaugs Einöde (3D)"

Im zweiten Teil von Peter Jacksons monumentaler Tolkien-Verfilmung, "Der Hobbit", "Der Hobbit: Smaugs Einöde(3D), bekommen es die Gefährten um Bilbo...  Clip starten

Zweiter Teasertrailer zu "Der Hobbit: Smaugs Einöde (3D)"

Im zweiten Teil von Peter Jacksons monumentaler Tolkien-Verfilmung, "Der Hobbit", "Der Hobbit: Smaugs Einöde(3D), bekommen es die Gefährten um Bilbo...  Clip starten

Erster Teasertrailer zu "Der Hobbit: Smaugs Einöde (3D)"

Im zweiten Teil von Peter Jacksons monumentaler Tolkien-Verfilmung, "Der Hobbit", "Der Hobbit: Smaugs Einöde(3D), bekommen es die Gefährten um Bilbo...  Clip starten
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