Kingsman: The Secret Service - 2014 | FILMREPORTER.de
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©20th Century Fox

Kingsman: The Secret Service

OriginaltitelKingsman: The Secret Service
GenreAction, Komödie
Land & Jahr USA/Großbritannien 2014
Kinostart    12.03.2015 (20th Century Fox)
FSK & Länge ab 16 Jahren • 129 min.
RegieMatthew Vaughn
DarstellerAdrian Quinton, Colin Firth, Mark Strong, Jonno Davies, Taron Egerton, Jack Davenport
Homepage http://www.kingsmanmovie.com
http://www.kingsman-derfilm.de
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Agent Colin Firth ohne Auftrag ihrer Majestät

Kingsman ist eine Organisation britischer Geheimagenten, die tief im Untergrund operiert. Als Tarnung dient eine Herrenboutique, die Mitglieder sind nach den Rittern der Tafelrunde benannt. Kopf der Organisation ist zwar Arthur (Michael Caine), doch der härteste Brocken und erfahrenste Agent ist zweifelsohne Harry Hart (Colin Firth). Zu seinen Aufgaben gehört es nicht nur, den Weltfrieden zu bewahren, sondern auch regelmäßig neue Agenten zu rekrutieren und diese zu perfekten Kampfmaschinen auszubilden.

Als Kandidaten für diesen verantwortungsvollen Posten hat Hart unter anderem einen jungen Mann namens Eggsy (Taron Egerton) auserkoren. Für den hochintelligenten Jugendlichen, der nach dem traumatischen Verlust seines Vaters auf die schiefe Bahn zu geraten droht, bietet sich die Chance seines Lebens. In der Agentenschmiede muss er sich allerdings gegen ein halbes Dutzend Kontrahenten durchsetzen. Am Ende schafft es nur einer, ein Kingsman zu werden.

Die strenge Auswahl ist berechtigt. Schließlich backen auch die Gegner der Kingsmen keine kleinen Brötchen. Ein ganz besonderes Schurken-Exemplar ist derzeit sogar drauf und dran, die halbe Menschheit auszulöschen. Medien-Unternehmer Valentine (Samuel L. Jackson) hat eine Sim-Karte entwickelt, die den Handybesitzern unbegrenzten Zugang ins Internet verspricht. Der Haken an der Sache: Wer die Karte aktiviert, verwandelt sich in ein rasendes, menschenmordendes Monster. Es droht eine Katastrophe ungeahnten Ausmaßes. Für die Kingsmen bleibt nicht viel Zeit zu handeln.
Mit "Kingsman: The Secret Service" hat Matthew Vaughn eine Parodie auf Agentenfilme wie die "James Bond"- und die "Jason-Bourne"-Reihe inszeniert. Der britische Regisseur, Produzent und Drehbuchautor hat mit "Kick-Ass" schon einmal ein Genre erfolgreich durch den Kakao gezogen, nämlich die ebenfalls inflationär auftretenden Comicverfilmungen. Mit seinen Kingsmen knüpft er nahtlos an die durchgeknallten Comichelden an und legt dabei noch eine Schippe Ironie drauf.

Die Action-Komödie beruht auf der Comicreihe "The Secret Service" der britischen Autoren Dave Gibbons und Mark Millar, die sichtlich von den klassischen Bond-Abenteuern mit Sean Connery und Roger Moore kultiviert wurden. Sowohl in ihrer Vorlage als auch in Vaughns Filmadaption sind die Konstanten des Genres bis zum Übermaß verzerrt. Da ist der elegante Agent mit edlem Zwirn und noch edleren Manieren, angesichts dessen Charme die Damen schwach werden und dessen intellektueller und physischer Omnipotenz Bond und Bourne wie Waisenknaben aussehen. Auch sonst fehlt es nicht an genretypischen Motiven: die technische Extravaganz etwa, die einen Agenten erst zu einem echten Superagenten machen: Schuhe mit integrierten Klappmessern, schießende Regenschirme, kugelsichere Anzüge und vieles mehr.

Colin Firth ist nicht nur in Bezug auf die vornehme Attitüde des übermenschlichen Gentleman-Spions perfekt besetzt. Der Oscar-Preisträger überrascht auch und vor allem in den spektakulären Action- und Kampfszenen, die dank der perfekten Choreographie und der virtuosen filmischen Umsetzung die physischen Exzesse insbesondere der neueren Bond-Filme karikieren. So tänzerisch-elegant wie Firths Kingsman wird sogar Daniel Craigs Agent 007 mit seinen Gegnern nicht fertig. Selbst nach den wildesten Raufereien und den tödlichsten Schießereien bleibt dessen Frisur glattgestriegelt, der Anzug glattgebügelt.

Dem Weltretter steht der Weltvernichter wie er im Buche, pardon: in Filmen à la "James Bond 007 jagt Dr. No" und "James Bond 007: Goldfinger" steht, entgegen. Samuel L. Jackson legt seinen Oberschurken als Geistesverwandten der finstersten Gestalten der früheren Bond-Filme an, deren teuflischen Pläne Vaughn und seine Ko-Drehbuchautorin Jane Goldman auf die Spitze treiben: Nichts weniger als die Vernichtung von Milliarden Menschen hat dieser Wolf im Schafspelz im Sinn und wird dabei - wie er glaubt - von edlen Motiven getrieben: unser Planet kann nur gerettet werden, wenn er sich ihrer größten Bedrohung, des Menschen, entledigt.

Die Konzeption dieses Charakters beruht hauptsächlich auf kontrastierenden Elementen. So ist der steinreiche Medienmagnat Valentine gekleidet wie ein lässiger Gangster-Rapper; wenn er seinen Erzrivalen Hart zum Essen in seiner Villa einlädt, werden statt eines Acht-Gänge-Menus Burger aus einer großen Fast-Food-Kette serviert; beim Anblick von Blut wird dem Schurken, der Milliarden Menschen ausradieren will, speiübel. Das Lispeln als persiflierendes Element hätten Vaugh und Jackson sich allerdings sparen können. Nicht zuletzt daran wird deutlich, dass "Kingsmen: The Secret Service" in seinem Parodie-Bestreben gelegentlich über die Stränge schlägt. Und dass der ansonsten überzeugende und höchst unterhaltsame Film einem Hang erliegt, über den er sich lustig macht: dem Exzess.
Kingsman: The Secret Service

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