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Feature

Unter der Sonne der Toskana
Diane Lane von toskanischer Sonne verzaubert

Immobilienkauf leicht gemacht

Ein Film, wie gemacht für einen regnerischen Tag, an dem man sich endlich nach dem Frühlingsbeginn sehnt. Der Starttermin von "Unter der Sonne der Toskana", einer ziemlich banalen, wenn auch unterhaltsamen Dramödie mit Diane Lane ist also gut gewählt. Denn Mitte April ist das Wetter ja bekanntlich besonders instabil. Warum also nicht im dunklen Kinosaal die helle toskanische Sonne genießen, wenn einem die Original-Sonne im trüben Deutschland mal wieder versagt bleibt?
Von  Frank Geissler, Filmreporter.de, 13. April 2004

Diane Lane in der sonnigen Toskana

Diane Lane in der sonnigen Toskana

Wenn Amerikaner von Europa träumen: Die Schriftstellerin Frances Mayes (Diane Lane) aus San Francisco muss eines Tages mit Erschrecken feststellen, dass ihr Gatte sie betrügt. Es kommt zur Scheidung, bald lebt Frances in einem heruntergekommenen Apartment und bemitleidet sich selbst. Um sie wieder aufzumuntern und auf andere Gedanken zu bringen, schenkt ihre Freundin Patti (Sandra Oh) ihr eine Rundreise durch die - zumindest für Amerikaner - sonnig-exotische Toskana. Wie erhofft blüht Frances im fernen Italien förmlich auf. Sie sieht eine alte Villa, die ihr gefällt, steigt aus ihrem Reisebus aus - wenig später ist sie stolze Besitzerin des imposanten, aber etwas heruntergekommenen Landsitzes "Bramasole", den sie einer alten italienischen Contessa günstig abkauft.

Klar, dass Frances früher oder später einige flotte Italiener trifft - wie etwa Neapolitaner Marcello (Raoul Bova). Der entführt sie bald zu einem romantischen Ausflug ins pittoreske Positano und erobert mit seiner verführerisch italienischen Art ihr Herz. Unterdessen sorgen ein paar polnische Bauarbeiter dafür, dass "Bramasole" auf Vordermann gebracht wird. Und dann kommt irgendwann auch noch die hochschwangere Patti zu Besuch - allerdings zu einem für Frances äußerst ungünstigen Zeitpunkt...

Lindsay Duncan spaziert "Unter der Sonne der Toskana"

Lindsay Duncan spaziert "Unter der Sonne der Toskana"

"Unter der Sonne der Toskana" basiert auf den Memoiren der wahren Frances Mayes, einer Amerikanerin, die einst tatsächlich in die Toskana auswanderte. Ganz so einfach wie bei der Filmheldin dürfte sich das allerdings nicht abgespielt haben. Wie diese im Handumdrehen zur Villenbesitzerin aufsteigt und dabei keinerlei Probleme mit irgendwelchen Behörden hat - das ist schon beeindruckend. Aber sei's drum. Gerade weil in diesem Film der Marke "Schöner Wohnen" zumindest das Drumherum so federleicht und unkompliziert ist, kann man sich entspannt in den Kinosessel zurücklehnen. Und das dafür umso kompliziertere Gefühlsleben der Protagonistin genüsslich verfolgen.

Jedenfalls ist "Unter der Sonne der Toskana" ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie die Hollywood-Maschinerie selbst aus dem banalsten Thema und aus den plattesten Klischees einen relativ ansehnlichen Film macht. Die Dialoge sind immer wieder spritzig und originell, Diane Lane ist ohnehin einfach zum Liebhaben, und die Landschaftsaufnahmen dürften selbst den hartnäckigsten Italienmuffel in Urlaubsstimmung bringen. Da meint man förmlich, den Duft von Cappuccino und Tiramisu riechen zu können.
Frank Geissler, Filmreporter.de - 13. April 2004

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