Filmkritik: Fack ju Göhte 2 setzt auf bewährtes Konzept | FILMREPORTER.de
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Elyas M'Barek in "Fack ju Göhte 2"
Problemschüler auf chaotischer Klassenfahrt

Fack ju Göhte 2 setzt auf bewährtes Konzept

Gelungene Fortsetzung des Kinovergnügens aus der Hand von Regisseur Bora Dagtekin. Zeki Müller (Elyas M'Barek) hat erneut mit seinen Problemschülern zu kämpfen. Chantal (Jella Haase) & Co machen ihm dieses Mal während einer internationalen Klassenfahrt das Leben zur Hölle.
Von  Timo Buschkämper, Filmreporter.de,  9. September 2015

"Fack ju Göhte 2": Der Spaß beginnt...

"Fack ju Göhte 2": Der Spaß beginnt...

Trotz Längen gelungene Schulkomödie
Zeki Müller (Elyas M'Barek) hat sich als Lehrer der Goethe-Gesamtschule etabliert. Aufgrund seiner unkonventionellen Arbeitsauffassung genießt er auch das Vertrauen der sogenannten Problemschüler. Doch Zeki hadert mit seinem Schicksal, denn das frühe Aufstehen und das ständige Korrigieren gehen dem ehemaligen Kleinkriminellen auf die Nerven. Als es darum geht, den interkulturellen Austausch zu stärken und mit einigen Schülern auf internationale Klassenfahrt nach Thailand aufzubrechen, kann sich Zeki zunächst nicht vorstellen, den Tross zu begleiten.

Dies ändert sich schnell, als auch wertvolle Beute aus Zekis krimineller Karriere nach Thailand verschifft wird. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als mit Chantal (Jella Haase), Danger (Max von der Groeben), Zeynep (Gizem Emre), Burak (Aram Arami) & Co nach Fernost zu fliegen. Vor Ort macht der Entourage nicht nur der überengagierte Hauke Wölki (Volker Bruch) vom konkurrierenden Schiller-Gymnasium das Leben schwer, auch die Schüler haben nur Schabernack im Sinn.

Gizem Emre und Jella Haase in "Fack ju Göhte 2"

Gizem Emre und Jella Haase in "Fack ju Göhte 2"

Farbintensiv und bildgewaltig
"Fack ju Göhte" ist der Kassenknüller des Filmjahres 2013. Mit großer Spannung wurde deswegen die Fortsetzung der humorvollen Gemengelage zwischen Zeki Müller und seinen Problemschülern erwartet. Tatsächlich zündet Regisseur Bora Dagtekin im zweiten Teil erneut ein Feuerwerk der guten Laune, auch wenn mancher Gag vor thailändischer Kulisse uninspiriert verpufft. Die Figuren werden immerhin dramaturgisch etwas vertieft und die eindrucksvolle Kulisse bietet einen gelungenen Gegenpart zu den grauen Betonwänden der heimischen Goethe-Gesamtschule.

Farbintensiv und bildgewaltig inszeniert Dagtekin die Neuauflage, in der vor allem Jella Haase zu komödiantischer Höchstform aufläuft. Dabei werden erneut die grammatikalischen Unwegbarkeiten der deutschen Sprache aufs Korn genommen, während die political correctness bewusst außen vor bleibt. Die Darbietung leidet jedoch an Überlänge und verkommt vereinzelt zu plumper Albernheit, unterm Strich jedoch ist es die gelungene Fortführung eines großen Kinovergnügens.
Timo Buschkämper, Filmreporter.de - 9. September 2015

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